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Berner Kulturagenda 2018 N°14

Berner Kulturagenda 2018

DO 12. – MI 18.4.2018 N°14 / www.bka.ch Seite 3 Der Philosoph Robert Pfaller diskutiert in der Reihe «Berner Reden» Im Jazz-Zelt des Jazzfestivals Bern spielen junge Musikerinnen und Musiker aus Bern und New York Pegelstand, Kolumne von Madeleine Corbat Seiten 4 bis 11 Agenda, Ausstellungen und Kino Seite 12 Das Psychiatrie-Museum gastiert im Kulturpunkt im Progr Die Mobiliar zeigt in «Leben in der Kunst» Werke aus der Sammlung von Carola und Günther Ketterer-Ertle Das Theater Matte inszeniert Roland Schimmelpfennigs «Push Up 1–3» Drei Klassiktipps in der Übersicht Die Geschichte hinter den Bildern Im zweiten Teil der Gurlitt-Ausstellung «Der NS-Kunstraub und die Folgen» im Kunstmuseum Bern sind Werke zu sehen, deren Herkunft bis heute noch nicht vollständig geklärt ist (Bild: «Zandvoort Strandcafé» von Max Beckmann, 1934). Kunstmuseum Bern und Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH 3 Kulturtipps von Ruth Baeriswyl Ruth Baeriswyl ist Inhaberin des Chinderbuechlade. In den Frühlingsferien kann im Schaufenster des Ladens in der unteren Berner Altstadt ein Buch nach Wahl gelesen werden. Das Beste daran: Am Ende darf es mit nach Hause genommen werden (bis 20.4.) Machen Sie den ersten Satz: «Eines Tages machen sich der kleine Bär und der kleine Tiger auf den Weg: Sie suchen Panama, das Land ihrer Sehnsucht.» Und was soll der letzte sein? Für gute Bücher ist es nie zu früh. ZVG Wohin gehen Sie diese Woche und wozu? 1. Am Do., 12.4., um 18.30 Uhr an die Führung mit Nina Zimmer durch die Ausstellung «Robert Walser-Modell» im Robert Walser-Zentrum. Die Kombination Thomas Hirschhorn und Walser klingt vielversprechend. 2. Im Kino Rex in Bern Filme der Reihe «Unter einem Himmel: Genderperspektiven in arabischen Ländern» schauen (Do., 12. bis Mo., 16.4.). Weil mich das Thema interessiert und weil es im Rex diese wunderBARe Bar gibt. 3. Am So., 15.4., zu Faltsch Wagoni im La Cappella (20 Uhr). Dieses Duo ist so was von gescheit, witzig, schnell, überraschend und musikalisch. Schwermut und Lachanfälle 1981 in einer bretonischen Hafenstadt: Eine zerbrechliche Romy Schneider gibt ihr letztes grosses Interview. Der biografische Spielfilm «3 Tage in Quiberon» mit Marie Bäumer läuft im Kino. «Du haust mich nicht in die Pfanne? Kaputte Leute sind ja immer sehr interessant ...» So zitierte der Journalist Michael Jürgs Romy Schneider, die er 1981 in Quiberon traf, in seiner Biografie über die berühmte deutsch-französische Schauspielerin. Kaputt, das war die widerspenstige Schneider, die ein knappes Jahr später an Herzversagen verstarb, in der Tat. Schulden und Drogenprobleme, bröckelnde familiäre Beziehungen, Depressionen. «Ich bin nicht Sisi», sagte Schneider, welche 1955 mit 16 Jahren erstmals die Kaiserin spielte: «Ich bin eine unglückliche Frau von 42 Jahren und heisse Romy». Trotz schlechter Erfahrungen mit der Presse willigte sie während eines Kuraufenthalts in der Bretagne in ein Interview mit dem damaligen «Stern»- Reporter ein, der in Begleitung des Fotografen Robert Lebeck anreiste. So offen wie in diesem letzten Interview mit dem «Stern» gab sich Romy Schneider (Marie Bäumer) selten. Davon inspiriert, porträtiert die Regisseurin Emily Atef eine vielseitige Persönlichkeit in ihrem schwarzweissen, visuell starken Spielfilm «3 Tage in Quiberon». Marie Bäumer spielt die janusköpfige Schneider, der sie in vielen Momenten wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Von grosser Schwermut im einen Moment hin zum Bodenwälzen vor Lachen im nächsten – das gelingt ihr gut. Auch die Nebenrolle, die Birgit Minichmayr als Schneiders Freundin Hilde einnimmt, bildet fein die Verstrickungen zur schwankenden Schauspielerin ab. Marie Gfeller CineClub, Bern Täglich, 15 und 17.30 Uhr, Do. bis So., 20 Uhr. www.quinnie.ch Look Now! Bänzens Gedanken Das pure Leben, seziert vom präzisen Beobachter Bänz Friedli, steckt im neuen Buch des «Migros-Magazin»- Kolumnisten: «Es ist verboten, übers Wasser zu gehen». Fussball, Musik, Familie – fast jeder Text im neuen Buch «Es ist verboten, übers Wasser zu gehen» von Bänz Friedli lässt sich einer dieser Kategorien zuordnen. So begleitet man Friedli mit dessen Sohn auf den Flohmarkt, wo der Autor darüber sinniert, ob er seine Plattensammlung mit einem Elvis-Exemplar erweitern soll, und erfährt, wie er in Seattle die Karriere einer jungen Fussballerin fördert. Viele Szenen in den Erzählungen spielen sich vor zehn, zwanzig oder mehr Jahren ab. Angestaubt wirken die jeweils zweiseitigen Episoden aber nicht: Friedlis präzise Beobachtungen des Alltags sind zeitlos und erweitern auch im Jahr 2018 die Perspektive der Leserschaft. Etwa jene von Büne Huber, der im Vorwort schreibt, dass er jeweils «beim Rühren in den Töpfen des Friedlibänzens Gedanken» nachhänge. Apropos Büne Huber: Der in Zürich lebende Berner Friedli verrät im Buch auch seine Antwort auf die ewige Frage «Patent Ochsner oder Züri West?». Flavia von Gunten Orell Füssli im Loeb, Bern Di., 17.4., 20 Uhr www.books.ch Wir verlosen 2 × 2 Tickets: tickets@bka.ch TICKETS