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Berner Kulturagenda 2018 N°14

2 Anzeiger Region Bern

2 Anzeiger Region Bern 16 berner symphonieorchester 12. – 18. April 2018 HAUPTSPONSORIN FRANK PETER ZIMMERMANN ROBERT SCHUMANN — MARIO VENZAGO DIRIGENT FRANK PETER ZIMMERMANN VIOLINE — Werke von F. Mendelssohn, R. Schumann, P. Hindemith, J. Brahms — Sa, 14. Apr 2018, 19:30 So, 15. Apr 2018, 17:00 Kursaal Bern Sonntag 22. APRIL 2018, 17.00 UHR BERN, KURSAAL Leitung Kai Bumann O. MESSIÆN L’ASCENSION H. BERLIOZ SYMPHONIE FANTASTIQUE WWW.SJSO.CH Foto: © Irène Zandel www.konzerttheaterbern.ch «Mis Theater im Härz vo Bärn» Comedy, Zauberkunst ERWIN-Mania Von und mit Marc Haller. Die totale ERWIN-Mania ist ausgebrochen 26. April um 20.00 Uhr Mit seinem Debüt-Programm «Erwin aus der Schweiz» katapultierte sich Marc Haller zum Shooting-Star der deutschsprachigen Comedy-Szene und das bescherte ihm viel Ruhm, Ehre und vor allem – volle Häuser! Jetzt ist «Erwin» mit seinem brandneuen Programm ERWIN-Mania zurück. Weitere Infos: www.marchaller.ch Komödie Die Bank-Räuber Die neue Mundart-Komödie von Stephan Pörtner und Beat Schlatter. Eine Co-Produktion von 5 Sterne Theater Produktionen und Theater am Hechtplatz. Mit Beat Schlatter, Andreas Matti, Bettina Dieterle, Anja Martina Schärer, Pascal Ulli 27. und 28. April um 20.00 Uhr, 29. April um 19.00 Uhr Weitere Infos: www.diebankraeuber.ch TICKETS 2 × 2 für 27.4. Vorverkauf an der Spitalgasse 4, 2. UG Di bis Sa 18.00 - 19.30 Uhr Impressum Herausgeber: Verein Berner Kulturagenda Die Berner Kulturagenda ist ein unabhängiges Engagement des Vereins Berner Kulturagenda. Sie erscheint wöchentlich mit dem Anzeiger Region Bern in einer Gesamtauflage von 153 509 Ex. Zudem gelangt die BKA in elektronischer Form an alle ePaper-Abonnenten des Frutigländers. verein@bka.ch Leitung Mitgliederbereich: Beat Glur, beat.glur@bka.ch Redaktion: redaktion@bka.ch Leitung: Sarah Sartorius (sas), sarah.sartorius@bka.ch Céline Graf (lin), celine.graf@bka.ch Lula Pergoletti (lup), lula.pergoletti@bka.ch Praktikum: Bettina Aeberhard (aba), bettina.aeberhard@bka.ch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Ausgabe: Madeleine Corbat, Marie Gfeller, Flavia von Gunten, Matto Kämpf, Milena Krstic, Helen Lagger, Vera Urweider Layout: prepress@anzeigerbern.ch Druckvorstufe: prepress@anzeigerbern.ch Verlag/Inserate: Simon Grünig, simon.gruenig@bka.ch Adresse: Berner Kulturagenda, Grubenstrasse 1, Postfach 32, 3123 Belp, Telefon 031 310 15 00, Fax 031 310 15 05, Internet: www.bka.ch Nr. 16 erscheint am 25.4.18. Redaktionsschluss 11.4.18. Inserateschluss 18.4.2018. Nr. 17 erscheint am 2.5.18. Redaktionsschluss 18.4.18. Inserateschluss 25.4.2018. Samstagnachmittag 12.30 - 16.30 Uhr Tickets online: www.theater-am-kaefigturm.ch Agendaeinträge: Nr. 16 bis am 18.4.2018 / Nr. 17 bis am 25.4.2018. Eingabe in die Datenbank der Berner Kulturagenda: Auf www.bka.ch klicken Sie auf den Link «Event hinzufügen». Bei technischen Problemen oder Fragen wenden Sie sich an 031 310 15 08 oder per E-Mail an veranstaltungen@bka.ch Über die Aufnahme in die Berner Kulturagenda entscheidet die Redaktion der Berner Kulturagenda. Verleger: Gemeindeverband Anzeiger Region Bern, Postfach 5113, 3001 Bern Abonnemente: Sie können die Mittwoch-Ausgabe des Anzeigers Region Bern inkl. BKA abonnieren: 3-Monats-Schnupperabo: CHF 25 1-Jahres-Abo: CHF 110 1-Jahres-Gönner-Abo: CHF 222 Bestellungen an: verlag@bka.ch, 031 310 15 00 Rechtlicher Hinweis: Redaktionelle Beiträge und Inserate, welche in der Berner Kulturagenda abgedruckt sind, dürfen von nicht autorisierten Dritten weder ganz noch teilweise kopiert, bearbeitet oder sonstwie verwendet werden. Insbesondere ist es untersagt, redaktionelle Beiträge und Inserate – auch in bearbeiteter Form – in Online-Dienste einzuspeisen. Die Berner Kulturagenda dankt der Stadt Bern für die finan zielle Unterstützung. INSPIRATION DIREKT VOR IHRER HAUSTÜR ... Lauschige Orte zum Verweilen, mutige Menschen, innovative Firmen und Designs aus der Region. JETZT ABONNIEREN: www.mis-magazin.ch Insider- TIPPS online

12. – 18. April 2018 Anzeiger Region Bern 17 3 Gurlitts Verstrickungen Für ein mündiges Leben Das Kunstmuseum Bern präsentiert mit der Ausstellung «Der NS-Kunstraub und die Folgen» den zweiten Teil der «Bestandsaufnahme Gurlitt». Anhand von rund 300 Werken wird Hildebrand Gurlitts Rolle als Kunsthändler beleuchtet. Auf einen Schlag blickte die ganze Kunstwelt nach Bern. So geschehen am 7. Mai 2014, als bekannt wurde, dass Cornelius Gurlitt (1932–2014) das Kunstmuseum Bern als Alleinerbin seiner Sammlung bestimmt hatte. Nicht irgendeine Sammlung, sondern eine, die Gurlitts Vater, der 1956 verstorbene Kunsthändler Hildebrand Gurlitt während des Nationalsozialismus zusammengetragen hatte. Es handelt sich um rund 1500 Werke zweifelhafter Herkunft. Das Kunstmuseum ist sich der grossen Verantwortung des Erbes bewusst, betreibt intensiv Provenienzforschung und präsentiert die Werke unter dem Motto «Bestandsaufnahme Gurlitt» im historischen Kontext. Nach «Entartete Kunst – Beschlagnahmt und verkauft» folgt nun mit der Ausstellung «Der NS-Kunstraub und die Folgen» der zweite Teil. Zweifelhafte Erwerbungsumstände Anhand von rund 130 Werken taucht man in Hildebrand Gurlitts Kapitel der Kunstgeschichte ein. Die Leiterin der Provenienzforschung Nikola Doll hat nun die Ausstellung, die zuvor in der Bundeskunsthalle in Bonn gezeigt wurde, erweitert. Weniger die Biografie Gurlitts, sondern dessen Handeln mit Kunst sowie die Erwerbungsumstände einzelner Werke stünden in Bern im Fokus, so Doll. Saaltexte erörtern die Verstrickungen Gurlitts, der während des Nationalsozialismus einerseits den Auftrag hatte, die moderne, von den Nazis als «entartet» diffamierte Kunst ins Ausland zu verkaufen, und andererseits, das geplante Hitlermuseum in Linz zu bestücken. Man erfährt, was für Deals und Tauschgeschäfte der Kunsthistoriker im besetzten Frankreich während einer Zeit machte, in der Juden und andere verfolgte Bevölkerungsgruppen systematisch enteignet wurden. Am Beispiel eines Gemäldes, das einst dem Widerstandskämpfer Georges Mandel gehörte, wird auch dem Thema der Restitution Raum gegeben. In Bern sind Bilder von Otto Dix, Max Beckmann oder Max Liebermann als typische Vertreter der «entarteten» Kunst zu sehen. Doch Hildebrand Gurlitt hatte auch ältere Meister gesammelt, wie Cranach oder Courbet. Gustave Courbets «Dorfmädchen mit Ziege» etwa steht weiterhin unter Raubkunstverdacht. Die Forschung läuft. Helen Lagger Kunstmuseum Bern Vernissage: Mi., 18.4., 18 Uhr Ausstellung bis 15.7. www.kunstmuseumbern.ch Der österreichische Philosoph Robert Pfaller bietet an den «Berner Reden» im Stadttheater dem Gastgeber Philipp Tingler Paroli. Das Thema lautet «Wahrheit und Pflicht». Sind Erwachsene nicht mehr erwachsen? Wieso lassen wir uns wie Kinder bevormunden? Was bedeutet überhaupt Erwachsensein? Und was ist bloss aus der Erwachsenensprache in Politik und Kultur geworden? Aus dem mündigen Bürger? Das sind Fragen, denen sich der Wiener Philosoph und Kulturtheoretiker Robert Pfaller in seinem neuen Buch «Erwachsenensprache» widmet. Der Begründer der Interpassivitätstheorie ist bekannt dafür, für ein mündiges Leben einzustehen. Nun widmet er sich der Sprache in der Öffentlichkeit; in vorangehenden Bänden («Wofür es sich zu leben lohnt», 2012) hiess dies aber auch schlicht mal: Rauch, Fleisch, Feste feiern – so wie jeder will. Political Correctness hilft nicht Provokativ kritisiert er die öffen t- liche Gesellschaft, das Zwischenmenschliche und geht mit der demokratischen Linken hart ins Gericht. Warum gab es aktuell diesen politischen Rechtsrutsch in Europa und den USA? Er plädiert für den öffentlichen Raum zum Debattieren, denn genau diesen sieht er bedroht, wenn man fast nichts mehr sagen darf. Denn anstatt bessere Lebensverhältnisse für alle zu schaffen, würden von Links die falschen politischen Zeichen gesetzt. Nettigkeiten bloss. Political Correctness verhelfe am Ende niemandem zu einem besseren Leben, sondern sei eigentlich nur ein billiges Symbol in der öffentlichen Sprache, der Sprache der Erwachsenen, wie er unlängst in einem Interview mit dem Büchereiverband Österreichs sagte. In welcher Sprache der unerschrockene Pfaller wohl mit seinem Gastgeber Philipp Tingler bei den «Berner Reden» über «Dogma und Zweifel» und «Wahrheit und Pflicht» sprechen wird? Stadttheater Bern Mo., 16.4., 18 Uhr www.konzerttheaterbern.ch Vera Urweider Pfaller, Provokateur und Philosoph. Götz Schrage Die Provenienz des Gemäldes «Dorfmädchen mit Ziege» (1860) von Gustave Courbet ist in Abklärung. Kunstmuseum Bern und Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH Als Profis zurückgekehrt Das Internationale Jazzfestival Bern stellt jährlich ein Zelt auf, das dem Nachwuchs Spielerfahrung vor Publikum bietet – im April mit Studierenden aus New York. 500 Quadratmeter unter Zeltstoff für den Jazz-Nachwuchs: Das ist, was sich die Organisation des Internationalen Jazzfestivals Bern ausgedacht hat. Seit 2003 tritt dort während der Festivalzeit der Nachwuchs auf. Dieser kommt aus den Schweizer Hochschulen wie auch aus New York von der School of Jazz at the New School und der Juilliard School sowie dem Berklee College of Music in Boston. «Die Studierenden erhalten eine Plattform für ihre ersten Bühnenerfahrungen. So manch eine und einer kehrt Jahre später als Profi zurück», sagt Mediensprecherin Katrin Gehri. Von Dienstag bis Samstag werden jeden Abend drei Konzerte gespielt. Im Jazz- Zelt kann in ungezwungener Atmosphäre mitgewippt werden, während auf der Bühne alles möglich ist. Milena Krstic Zelt im Park des Hotels Innere Enge, Bern Konzerte bis 19.5., Di. bis Sa. 18.30, 19.45 und 21 Uhr www.jazzfestivalbern.ch Pegelstand Kolumne von Madeleine Corbat Das Bonmot «Feste feiern wie sie fallen» ist in Bern gerade ein heikles Thema. Speziell im kulturellen Kontext kann es strenge Buchhalterseelen zum Kochen bringen, wie die aktuelle Diskussion um das Fest der Abteilung Kulturelles zeigt. Die Herausforderung in den nächsten Wochen ist also gross, wenn es darum geht, die erste Fussball-Meisterfeier seit Jahrzehnten in der Bundesstadt auszurichten. Oder gar das Double! Doch Fussball ist schliesslich immer auch Kultur, und wie hinlänglich bekannt ist, gibt es einige Kulturschaffende in Bern, die leidenschaftliche YB- Fans sind – seit Jahren. Eine kul turell- sportliche Kooperation drängt sich also auf und die Vorbereitungszeit ist kurz. Immerhin dürfte man annehmen, dass bei dieser Feier die Kostentoleranz über «Eine kulturell-sportliche Kooperation drängt sich für die Meisterfeier auf.» alle Parteigrenzen hinweg höher sein dürfte – und kein politisches Nachspiel droht. Sport darf gerne mehr kosten als Kultur, das wissen wir spätestens, seit die Tour de France durch Bern geradelt ist. Und die YB-Verantwortlichen haben sich spätestens seit den Dreharbeiten zum Spielfilm «Mario» mit ihrer offenherzigen und mutigen Kooperation als Lieblinge der hiesigen Filmszene etabliert. Feierliche Vorschläge also sind gefragt. Zum Beispiel: Hoarau singt mit Kuno französische Chansons, Lenz liest mit Wölfli Gedichte aus Grenchen und Olten und der Stapi steht als Goalie vor eine Torwand, die Physiotherapeuten und Clubärzte von YB halten sich für den Notfall am Spielfeldrand in Position; begleitet wird das dramatische Torschiessen von Schülerinnen und Schülern des Konservatoriums Bern – mit Pauken und Trompeten. Gekocht wird ein ivorisches Nationalgericht von Roger Assalé, serviert am besten im Progr, und ein junges Berner Filmtalent dreht das Making-of der gesamten Feier. Das Starpotenzial könnte grösser nicht sein. Und wer weiss, wie lange Bern danach wieder auf einen Meistertitel warten muss. Und auf ein Fest, das (fast) allen gefällt. Madeleine Corbat ist Produzentin bei Recycled Tv in Bern und Präsidentin des Vereins Cinéville / Kino Rex. Illustration: Rodja Galli, a259