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mein/4 Stadtteilmagazin Berlin, Ausgabe Frühjahr 2018

Rubrik Foto: © Jens

Rubrik Foto: © Jens Schünemann Das große Wissenschaftstheater Warum das Planetarium viel mehr ist als ein Ort für Sternengucker Was haben „Sonne, Mond und Sterne“, „Die drei ???“, „Lars, der kleine Eisbär“, „Poeten und Kometen“ gemeinsam? Viel. Sie alle haben einen Platz im großen Wissenschaftstheater Planetarium. Carola Dorner Wir verlassen Berlin in Richtung Weltall. Die Stadt ist nur noch ein Haufen heller Lichtpunkte, wir schauen auf Deutschland, auf Europa, auf Kontinente und Ozeane – endlich lassen wir die runde, blaue Erde hinter uns. Wir schauen uns den Mond genauer an, staubig und ungeschützt. Jeder Asteroid, der auf den Mond zurast, schlägt ungebremst in die Oberfläche ein und hinterlässt bleibende Spuren. Wir verlassen den Mond und schauen uns Mars und Venus genauer an. Bewohnbar sind die beiden Planeten nicht, der eine zu heiß, der andere zu kalt. Wir täten gut daran, auf die Erde zu achten. Denn eine Alternative gibt es nicht. Zumindest keine, die unter 120.000 Jahren Reisedauer zu erreichen wäre. Wir fliegen noch ein bisschen durch die Milchstraße mit ihren 300 Millionen Sternen, dann drehen wir um, zurück Richtung Erde, Europa, Berlin, Prenzlauer Allee. Ich sitze in einem urgemütlichen Sessel im großen Kuppelsaal des Zeiss-Großplanetariums und habe eben eine Runde durch unser Sonnensystem gedreht. Live erklärt von Planetariumsdirektor Tim Florian Horn. Willkommen auf unserem Planeten Unsere Reise gehört zum klassischen Programm des Planetariums. „Phantastisches Weltall“, „Sternstunde“, „Sonnenstürme“, „Sterne über Berlin“ – so heißen einige der Veranstaltungen, bei denen der Besucher im riesigen Kuppelsaal einen Sternenhimmel aus einer ungewohnten Perspektive erlebt. 360-Grad-Fulldome-Projektion und ein 3D-Soundsystem sorgen für das Gefühl mitzufliegen und viele tausend Lichtjahre zwischen sich und seinen Alltag zu bringen. In einigen Programmen kann der Besucher die Fahrt durch das Weltall beeinflussen. Wenn beim Flug durch die Galaxien irgendetwas unklar ist, kann der Moderator, der den Flug live erklärt,einfach umdrehen und manche Dinge noch einmal zeigen. Das ist Wissenschaftsvermittlung wie Tim Florian Horn sie sich vorstellt. PLANETARIUM BERLIN PRENZLAUER ALLEE 80 10405 BERLIN Info TEL +49 30 421845-10 INFO@PLANETARIUM.BERLIN WEITERE INFORMATIONEN: WWW.PLANETARIUM.BERLIN 38 mein/4

Planetarium Berlin Vor vier Jahren wurde Horn aus den USA ins Großplanetarium geholt. Von Haus aus ist der heutige Direktor Multimediaproducer und Astronom. Seine Leidenschaft für die Sterne entdeckte er schon als Kind in der Astronomie-AG. Er ist dabei geblieben und hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, diese Begeisterung bei allen anderen zu wecken. Also wirklich bei allen: Das Programm des Planetariums richtet sich an Kinder im Kita-Alter, an Grundschüler, Oberstufenschüler, an Eltern, Großeltern, Hipster, Ökos, Berliner, Touristen, Nachbarn. Für jeden ist etwas dabei. Dabei gibt es nicht nur die klassischen Astronomie-Programme, sondern auch Kinofilme, Hörspiele, Live-Konzerte, DJ-Abende, Science- und Poetry-Slams, Lesungen. Manche Besucher kommen zum ersten Mal mit ihren kleinen Kindern zu „Sonne, Mond und Sterne“, um dann zu merken, dass auch ein Konzerttermin interessant sein könnte. Andere sind zum ersten Mal im Kuppelsaal, um einem Hörspiel zu lauschen, und tauchen dann zu „Astronomie aktuell“ wieder auf. Das Planetarium ist ein Ort, an dem Unterhaltung, Wissenschaft und Kultur zusammenkommen, und jedem eine Möglichkeit geboten wird, dem Alltag ein wenig zu entfliehen – in Richtung Sterne oder in Richtung Erkenntnis. Etwa 30 verschiedene Programmformate werden momentan angeboten. „Die Idee ist, dass wir hier drinnen nicht nur Sterne zeigen, sondern uns mit unserer 360-Grad-Technik vom Stern- zum Wissenschaftstheater entwickeln“, erklärt Tim Florian Horn das Konzept. „Wir schauen nach den spannenden wissenschaftlichen Themen und die werden dann so aufbereitet und visualisiert, dass jeder sie versteht.“ Wissenschaft für alle – und zum Mitreden. Das war im Planetarium nicht immer so. Vom Stern- zum Wissenschaftstheater Eigentlich ist ein Planetarium ein Ort, an dem der Sternenhimmel mithilfe eines riesigen Projektors so an die Kuppelwand projiziert wird, dass er erklärt werden kann. Nun könnte natürlich auch jeder nachts vor seine Türe treten und zum Himmel schauen. Sehen würde er oftmals nichts. Entweder wäre der Himmel gerade in der Nacht bewölkt. Oder der Betrachter würde in einer Stadt auf einer Straße stehen und über sich nicht viel mehr als die Straßenlaternen wahrnehmen. Oder aber er hätte das Glück an einem Ort zu leben, an dem die Lichtverschmutzung noch nicht so weit ist, dass er tatsächlich noch Sterne am Himmel sieht. Verstehen würde er die Sterne vermutlich trotzdem nicht. Die wenigsten von uns kommen weiter als „Abendstern“ und „Großer Wagen“. Und dennoch schauen wir immer wieder fasziniert zum Himmel, wenn wir mal die Sterne sehen können. Großer Kuppelsaal Prachtbau im Wandel Im Planetarium im Ernst-Thälmann-Park können seit 1987 Sterne betrachtet werden. Eröffnet wurde es im Beisein von Margot und Erich Honecker als einer der letzten Repräsentationsbauten der damaligen DDR. Ein Palast der Sterne sollte es sein, an der Achse zum Brandenburger Tor, größer als das Planetarium in Westberlin und angemessen kleiner als das Planetarium in Moskau. Seitdem hat sich einiges verändert. Vor allem die Sanierung, die 2016 abgeschlossen wurde, machte das Planetarium zu einem offenen, hellen Raum mit der modernsten technischen Ausstattung, die derzeit zu finden ist. Der alte Sternprojektor wurde durch einen neuen ersetzt, die Technik digitalisiert, der kleine Kinosaal und der große Planetariumssaal bekamen neue Sitze für die Reise durchs Universum und zurück. Das unendliche Universum und die Grenzen der Wissenschaft Inzwischen ist das Planetarium nicht mehr reine Sternprojektionsfläche, sondern ein Ort, an dem die unterschiedlichsten Wissenschaften zusammenkommen. Natürlich steht der Sternenhimmel und alles, was damit zusammenhängt, auch weiterhin im Zentrum des Programms. Weil es im Grunde kein Thema gibt, das nicht irgendwie mit den Sternen und unserer Stellung im Universum zusammenhängt, passt dennoch alles wunderbar zusammen. „Im Grunde ist alles astronomisch. Die Elemente, aus denen die Erde, die Planeten oder auch wir bestehen, sind die gleichen“, erklärt Horn. mein/4 39

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