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mein/4 Stadtteilmagazin Berlin, Ausgabe Frühjahr 2018

Felix Müller –

Felix Müller – artspring 2018 Die andere Seite von Prenzlauer Berg Fotos: © Felix Müller artspring 2018 widmet sich im Mai den in Prenzlauer Berg, Weißensee und Pankow arbeitenden Künstlerinnen und Künstlern. Ein Wochenende lang öffnen sich die Türen zu Vorderhäusern und Hinterhöfen, zu Fabriketagen und Wohnungsateliers. Der Berliner Künstler Felix Müller unterstützt das Festival als Grafiker. Vera Rütimann

artspring 2018 Neuberliner ziehen noch immer nach Prenzlauer Berg, weil er den Ruf eines Künstler- und Szenebezirks hat. Sind sie jedoch einmal hier, fragen sich manche schnell: Wo sind die Künstler geblieben, die den Mythos dieses Ortes mitbegründet haben? Felix Müller, in Ost-Berlin aufgewachsen, weiß es: „Viele Künstler, die hier schon lange wohnen, sind tatsächlich noch da und arbeiten nach wie vor in ihren Ateliers an ihren Werken.“ Viele davon sind noch heute seine Freunde. Felix Müller, bildender Künstler, Grafiker und ehemaliger Professor für Bildende und Angewandte Kunst an der Universität Greifswald, musste sich von seinen Studenten schon mal anhören, dass er im „Latte-Macchiato-Bezirk“ wohne. Der Berliner, der seit dem Mauerfall erlebt, wie sehr sich hier alles verändert, ist jedoch genervt von diesem Klischee. Er weiß um die anderen Seiten dieses Bezirks. Deshalb unterstützt er als Grafikdesigner das artspring- Festival. Wie viele Arbeitsräume sind in den vergangen Jahren verloren gegangen und wo sind neue entstanden? Für Felix Müller sind die Tage der offenen Ateliers „eine hervorragende Gelegenheit für eine aktuelle Bestandsaufnahme und eine Chance für die Neuentdeckung dieses Bezirkes.“ Ein besonderes Hausprojekt Felix Müller, der seit 1993 - und inzwischen mit seinem kleinen Sohn - in einer großräumigen Wohnung im ersten Stock an der Schönhauser Allee lebt, hat sich schon immer für Geschichte und Gegenwart seines Stadtbezirkes interessiert. Von seinen Küchen- und Atelierfenstern aus sieht er, wie die U2 auf der Trasse der Hochbahn an ihm vorbeidonnert. Die Schönhauser ist für ihn „eine magische Straße.“ An manchen Tagen fühlt er sich an Gegenden in New York erinnert, wo er eine Großtante hatte, die er nach 1989 oft besuchte. Felix Müller liebt auch die alten Schwarzweiß-Fotos, die noch in einigen Kneipen hängen, die u. a. Pferdefuhrwerke in den 30er Jahren zeigen, die ihre Fässer über die breite Oderberger- Straße fuhren. Fotos, die rund 100 Jahre in der Geschichte des Hauses zurückreichen, werden hier durch Texte ergänzt, die das Leben an der Schönhauser Straße erläutern und Auskunft geben über das Projekt, das die beiden Künstler mit Unterstützung ihres Vermieters realisieren konnten. Die Zitate, die die beiden den noch lebenden Zeitzeugen entlocken konnten, finden sich an vielen Wänden des Hauses. Felix Müller sagt: „Wir haben unter anderem mit fast 100-jährigen Leuten im Altenheim gegenüber gesprochen, die uns über ihre Kindheit erzählt haben – aus den 10er und 20er- Jahren des vorigen Jahrhunderts. Das war sehr bewegend.“ Er ahnt: Die Leute, die heute hier einziehen, wissen kaum etwas über die einstige „Textilmeile“, wie die Schönhauser Allee mal genannt wurde und wissen nicht, wie die Luft hier einst roch. Den Finger auf offene Wunden legen Im Hof findet sich an der Brandmauer, die mit riesigen Lettern beschrieben ist, auch ein Zitat eines unbekannten Prenzlauer Bergers, der sich kritisch mit der Veränderung des Kiezes auseinandersetzt: „Es gibt keine alten Leute mehr in Prenzlauer Berg – ist Ihnen das aufgefallen? Die sind in die billigeren Vorstadtbezirke gezogen – oder gestorben. … Wissense wat? Für mich bricht meine Heimat weg … Felix Müller gefällt dieser Satz, bei dem manche auch pikiert wegsehen, „weil er den Finger auf eine offene Wunde legt.“ Viele Geschichten aus dem Kiez sind verschwunden, zusammen mit den alten Leuten. Sichtbar machen, was ist: Der 48-jährige Berliner Felix Müller setzt auf Vernetzung und macht das durch seine Arbeit als Kurator auch sichtbar. Fortsetzung auf Seite 8 Schon immer wollte er auch wissen, wer vor ihm in seiner Wohnung lebte und was sich hier im Haus früher abspielte. So entstand das Hausprojekt „Leben an der Schönhauser-Allee“, das er zusammen mit der Mutter seines Sohnes, der Künstlerin Julia Brodauf, konzipierte und ausführte. Es versteht sich als Collage im Raum: Im Eingangsbereich, wo die Briefkästen hängen, trifft der Gast auf eine große Tafel. artspring-Initiatoren Jan Gottschalk und Julia Brodauf Foto: Inken Reinert mein/4 5

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