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KSPK Wertebuch

Der Anfang

Der Anfang 22

Die Kärntner Sparkasse Sparinstitut, Geldgeber, Regionaler Wirtschaftsmotor Der Anfang: Finanznöte des Staates Die Gründung der Kärntner Sparkasse fiel in eine Zeit einer tiefgreifenden Wirtschaftskrise im österreichischen Kaiserstaat. An der Spitze des Staates stand Kaiser Franz I., die Politik gestaltete Clemens Wenzel von Metternich. Die Folgen der Napoleonischen Kriege waren noch nicht zur Gänze überwunden. Wohl hatte der Wiener Kongress (1814/15) Europa und Österreich in eine ruhigere Periode geführt, doch die Wirtschaft brauchte Zeit, um sich von den Kriegsfolgen zu erholen. Insgesamt war noch am Beginn der 1830er-Jahre die Wirtschaftsund Finanzlage Österreichs schwierig. Die Industrialisierung kam nur langsam in Gang. Das Feudalsystem bestand weiter. In der Landwirtschaft produzierte man noch immer überwiegend nach dem Prinzip der Selbstversorgung. Und in der Politik hielten die feudal-ständischen Eliten das Zepter nach wie vor fest in der Hand. Ein modern denkendes Wirtschaftsbürgertum, von dem Modernisierungsimpulse ausgingen, war erst im Entstehen. Kurzum: Österreich befand sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erst am Beginn des Wandels vom traditionellen Feudalzum modernen Industriestaat. Das Feld der sozioökonomischen Probleme war breit. Ein zentrales war die stetig zunehmende Staatsverschuldung. Die Tilgungsverpflichtungen des Staates vergrößerten sich jährlich, die Geldknappheit war fast erdrückend. Als Folge des langsamen Eindringens kapitalistischer Wirtschaftspraktiken bildete sich im Verlaufe der beginnenden Industrialisierung ein schutzloses, größer werdendes städtisches Proletariat aus. Vom Staat war vorerst kein Beitrag weder zur Lösung der wirtschaftlichen Probleme und der steigenden Armut großer Bevölkerungsteile 23