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KSPK Wertebuch

Abbildung 2:

Abbildung 2: Geschäftsräume der „Kärntnerischen Sparkasse“ 1843 – 1871 im eigenen Haus in der Villacher Straße 6

Förderer der Wirtschaft in schwieriger werdenden Jahren 1835 1850 Mit der „Sparkassen“-Gründung war für Kärnten ein zukunftsweisender Schritt in das Zeitalter der Geldwirtschaft getan. 1843 bezog man das eigene Geschäftshaus in der Villacher Straße (Abbildung 2). Das Spargeschäft nahm in den folgenden Jahren eine günstige Entwicklung. Das Institut registrierte einen kontinuierlichen Zuwachs an Sparkonten und Einlagen. Zwar blieb das „große Geld“ vom Spargeschäft vorerst einmal ausgeschlossen, doch umgekehrt bestand kein Zwang bzw. kein Risikowille, größere Kreditsummen in Anspruch zu nehmen. Das heißt aber auch, dass in Kärnten ein größerer Anpassungs- und Modernisierungsschritt mittels Kreditfinanzierung noch nicht vollzogen war. Die Expansion konnte durch das „Sparkassenregulativ“ des Jahres 1844, das eine Normierung des Sparkassenwesens brachte, nicht eingebremst werden. Es ging um die Frage einer größeren Autonomie oder mehr Staatskontrolle. Letztlich blieb den Sparkassen ein Gestaltungsspielraum, vor allem hinsichtlich ihrer Zielsetzungen. Die Anpassung der Statuten an das „Regulativ“ dauerte knappe 15 Jahre. Am Ende der heftig geführten Diskussionen stand ein Kompromiss. Zwar wurden ihre Versuche, die Grenzen der gemeinnützigen Tätigkeit durch Finanzierungsbeteiligungen an allgemeinen Wirtschaftsprojekten zu erweitern, unterbunden, andererseits konnte sie sich im Wesentlichen mit ihren Vorstellungen einer Autonomie im Sinne einer Eigenverwaltung durchsetzen. Das war ein wichtiger Schritt. Denn für die „Sparkasse“ stellte sich eine Vielzahl wirtschaftlicher Aufgaben. Das Bedürfnis nach einem lokalen Kreditinstitut mit einer größeren Finanzkapazität war während der 1850er-Jahre in Kärnten ein vordringliches. An erster Stelle stand die Bewältigung 29