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KSPK Wertebuch

Abbildung 13:

Abbildung 13: „Ackerbauschule“ (heute: Landwirtschaftskammer), 1877

Gemeinnützigkeit und Nachhaltigkeit. Die Gemeinnützigkeit, die in den Geschäftsberichten immer wieder betont wurde, bildete im Verlauf der Geschichte der „Kärntner Sparkasse“ stets eine wichtige Konstante. Bis heute ist sie im Sinne einer Nachhaltigkeit ein fester Bestandteil für die Verwendung von Widmungsrücklagen. Damit entsprach man dem Gründungsauftrag, der die „Sparkasse“ als „gemeinnützige Institution“ definierte. Demnach war den „minderbemittelten Volksklassen“ die Möglichkeit zu bieten, ihre Ersparnisse – und waren diese noch so gering – gegen Verzinsung sicher aufzubewahren. Aus den Überschüssen war ein Reservefonds zu bilden. Sobald dieser eine bestimmte Höhe überschritten hatte, konnte ein Teil für gemeinnützige Zwecke verwendet werden – das Wofür lag im Ermessen der „Sparkassen“-Leitung. Damit war die Möglichkeit gegeben, aus den Überschüssen eine Widmungsrücklage für wohltätige Zwecke zu schaffen. Diese bildete die Basis für die gemeinnützigen Aktivitäten der „Kärntner Sparkasse“. Das war insofern bedeutsam, als es in Kärnten zum Zeitpunkt der Gründung, aber auch in den Jahrzehnten danach, ein privates Mäzenatentum nur in begrenztem Maße gab. Förderung infrastruktureller Initiativen und sozialer Anliegen, Kultur- und Kunstmäzen So sind die Jahrzehnte bis 1914, in denen die Entwicklung der „Sparkasse“ von einem starken Wachstum gekennzeichnet war, durch eine Vielzahl von großzügigen Widmungen zur Realisierung kommunaler und sozial-caritativer Anliegen gekennzeichnet. Zur Finanzierung von Großprojekten wurden erhebliche Finanzmittel „ausgeschüttet“. So wurde 1876 um 74.000 Gulden (= ~ 782.920 Euro) zur Führung einer „Ackerbauschule“ (Abbildung 13) durch die „Landwirtschaftsgesellschaft“ ein Haus (heute: Sitz der Landwirtschaftskammer Kärnten, Museumgasse Nr. 5) erbaut. Gespendet wurde auch für den Bau der Kaiser-Franz-Josephs-Straße am Südufer des Wörthersees. Gleichfalls unterstützte man im aufkommenden Tourismus strukturelle Initiativen wie beispielsweise den Bau einer Gipfelstation am Hochobir (ab 1884), den Bau einer Straße von Heiligenblut auf die Pasterze (Abbildung 14), die Arbeiten des Klagenfurter „Verschönerungsvereines“ und des „Vereins zur Hebung des Fremdenverkehrs“. 63

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