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91. Spengler Cup Davos - Jahrbuch 2017 (30-er Jahre)

SIEGER VON DAMALS 65 :

SIEGER VON DAMALS 65 : Der Vater des tschechischen Eishockeys Mike Matthew Buckna – ein Leben zwischen Kanada und der damaligen Tschechoslowakei. Der gebürtige Kanadier gilt als Vater des tschechischen Eishockeys und entführte 1937 zusammen mit dem LTC Prag den ersten Spengler Cup-Pokal in die Tschechoslowakei. Mike Matthew Buckna etablierte das Eishockey in der Tschechoslowakei von der Graswurzel bis zur internationalen Spitze. Er coachte das tschechoslowakische Team bei Europa- und Weltmeisterschaften und gewann bei den Olympischen Spielen 1948 in St. Moritz ( Schweiz ) die Silbermedaille. Gold verpasste er mit seinem Team nur wegen der schlechteren Tordifferenz zugunsten von Kanada, das zum ersten Mal nach dem Krieg wieder an einem internationalen Turnier teilnahm und die vierte olympische Goldmedaille feierte. Die Tschechoslowakei, das technisch beste Team des Turniers, wurde Zweite und damit Europameister. Die Schweiz war das drittbeste Team – wenngleich die Niederlage gegen die Tschechoslowakei mit 1 : 7 empfindlich hoch ausfiel. Erfolg an Erfolg in der Heimat der Eltern Buckna begann seine Eishockey-Karriere 1932 bei den Trail Smoke Eaters in British Columbia ( Kanada ). Ein ehemaliger Weggefährte – Reto Zanier – fasste dessen Fähigkeiten prägnant zusammen: « Er war im wahrsten Sinne des Wortes von einer anderen Welt. Mit grösster Wahrscheinlichkeit führte Mike Buckna die Scheibe aus der Ecke, wenn er sich dort aufhielt.» Dazu gab es noch eine kleine Anekdote: « Mike fiel durch seine Hosen auf. Diese waren von seiner Mutter genäht worden und unterschieden sich von den der anderen Teammitglieder.» Während seines Rookie-Jahres verhalf Mike Matthew Buckna dem Team zum Gewinn des Allan Cups, der wichtigsten Trophäe im kanadischen Amateur-Eishockey. Zwei Jahre später wechselte er zum LTC Prag und damit ins Heimatland seiner Eltern, die nach Kanada ausgewandert waren. Bei LTC Prag hatte er die Doppelrolle als Spieler und Coach inne. In dieser Zeit ( 1936 bis 1938 ) stand er auch dreimal in Serie im Finale des Spengler Cup. 1937 siegten die Prager und konnten somit die Trophäe nach den Siegen 1930 und 1932 definitiv ihr Eigen nennen. : Mike Matthew Buckna ( links ), Vilibald Stovik, Karel Stibor, Vladimir Zabrodsky und Augustin Bubnik während eines Trainings in St. Moritz. WM-Gold und Olympia-Silber Während des Zweiten Weltkrieges zog Mike Matthew Buckna zurück nach Kanada. In der Tschechoslowakei führte er später das « Minor Hockey System » ein, organisierte Eishockey-Akademien und trainierte Junioren- und Aktivmannschaften. Das Nationalteam führte er 1947 zum ersten Weltmeister-Titel überhaupt – dies in Prag und somit im eigenen Land. Dieser Erfolg bedeutete gleichzeitig den siebten Europameister-Titel für die Tschechoslowaken und den dritten mit Buckna nach den Erfolgen in den Jahren 1938 und 1939. Ein Jahr später, bei den Olympischen Spielen in St. Moritz, wurde das Team nur von Kanada geschlagen und gewann Silber. 1956 erhielt Buckna das Angebot, das kanadische Nationalteam zu trainieren. Doch er lehnte ab und coachte stattdessen die Rossland Warriors und die Junior Trail Smoke Eaters. Mike Buckna starb 1996 und wurde 2004 in die IIHF Hall of Fame aufgenommen.