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Aue_Journal_2018:19

Chronik A Flecken Bad

Chronik A Flecken Bad Bodenteich 3.761 Einw. 48,89 qkm Das älteste bekannte Dokument über Bad Bodenteich ist eine Urkunde des Bischofs Rudolf von Halberstadt von 1144/45. In weiteren Urkunden von 1293 und 1323 finden wir die Bezeichnungen terra (Gerichtsbezirk) Bodendike, castrum (= Schloss) und oppidum (= Stadt) Bodendike. Bad Bodenteich war bis Mitte des 19. Jahrhunderts ein bedeutender Amtsbezirk mit einer Wasserburg, in dessen Lagerbuch im Jahre 1614 rd. 160 Dörfer und „eigenständige Höfe“ verzeichnet sind. In seinen Hoheitsgrenzen im 18. Jahrhundert waren sogar die Stadt Uelzen und das Klosteramt Oldenstadt eingeschlossen. In Bad Bodenteich befindet sich die 1808 durch einen Brand stark beschädigte Pfarrkirche St. Petri mit einer klassizistischen Saalkirche in Ziegelbauweise mit Sandsteingliederung. Der Flecken ist seit 1973 staatlich anerkannter Luftkurort und seit 1985 Kneipp-Kurort und bietet Schrothkuren mit großem Erfolg an. Seit dem Jahre 1998 trägt der Flecken den Zusatz „Bad“. Von 1951 bis Herbst 1998 war der Ort Standort der Einsatz- und Ausbildungsabteilung des Bundesgrenzschutzes. A Gemeinde Lüder 1.241 Einw. 55,33 qkm Lüder als südlichste Mitgliedsgemeinde liegt in reizvoller Lage zwischen Elbe-Seiten-Kanal und ausgedehnten Wäldern. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Schweimker Hochmoor mit seiner seltenen Vogel- und Pflanzenwelt. Es bildet die Wasserscheide zwischen Aller und Elbe. Seit September 2005 bietet eine Aussichtsplattform den Besuchern einen guten Überblick über das Moor und die dort lebende Tierwelt (Kraniche). Das Dorf der 1.000 Eichen feierte im Jahre 2006 sein 1000-jähriges Bestehen und wird u. a. geprägt durch die St.-Bartholomäus-Kirche im Dorfzentrum und das im Jahre 2005 sanierte Schützenhaus. A Gemeinde Soltendieck 1.020 Einw. 34,04 qkm Urkundlich durch einen Vertrag des Klosters Ulessen (Oldenstadt) mit dem Herzog von Braunschweig und Lüneburg wird der Ort Soltendieck (Saltendike) im Jahre 1289 erwähnt. Die Mitgliedsgemeinde Soltendieck hat ein modernes Dorfgemeinschaftshaus mit Schießstand. Am Ortsausgang von Soltendieck in Richtung Bad Bodenteich an der L 266 befindet sich ein alter Steinbackofen aus dem Jahre 1770; hier findet jährlich das weithin bekannte Backofenfest statt. A Gemeinde Wrestedt 6.541 Einw. 140,73 qkm Die historische Ortslage von Wrestedt ist bis heute unbekannt. Archäologische Funde aber reichen bis in die Steinzeit und Bronzezeit (etwa 2000 v. Chr.) zurück und zeugen von menschlicher Anwesenheit. Den ersten schriftlichen Hinweis auf den Ort Wrestedt fin- 12 Chronik

Chronik det man in einer Urkunde. So schenkte König Arnulf von Kärnten am 30. Juni 892 dem Grafen Ekbert 36 Hufen in verschiedenen Gauen u.a. auch im Bardengau in Wrestedt. Aus dem Jahre 1006 gibt es eine Bestätigungsurkunde von König Heinrich II. über Ländereien, die Bischof Bruno von Verden dem Kloster Oldenstadt schenkte. In dieser Urkunde wird u. a. auch der Ort Wrestedt genannt. In Wrestedt gab es hier bis etwa 1670 drei Gutshöfe. Davon besaß Oswald von Bodenteich zwei bis zu seinem Tode. Danach wurden die Gevattern und Gebrüdern Grote von Herzog Wilhelm von Celle damit belehnt. Der Besitz derer von Gilten ging 1776 an Carl Levin Otto von Lenthe über. OT Stadensen: 1142 Stotenhusen oder Stodenhusen: befestigtes Haus eines freien Geschlechts der Stoden oder Stodos; 1330 Stotensen, im 16. Jahrhundert Stattensen. Daraus entwickelte sich der jetzige Name. Westlich des Dorfes erstreckte sich vor vielen hundert Jahren ein riesiges Heide- und Waldgebiet, die Magetheide - (abgemähtes oder von Schafherden abgeweidetes Heidland) mit starkem Besatz von Rot- und Schwarzwild. Meistens mehrmals im Jahr wurden von den geistlichen und weltlichen Herren hier Jageden durchgeführt. König Heinrich In Vertretung (1056-1106) schenkte auf Betreiben seiner Mutter, die damals für den erst zehnjährigen Knaben die Regierung führte, „um Unser und Unserer Angehörigen Seelenheil willen“ im Jahre 1059 dieses Gebiet dem Bischof von Verden, und dieser übertrug das Waldgebiet westlich des Bornbaches dem Kloster Oldenstadt. Der Volksmund glaubt, dass hier eine Raubritterburg gestanden habe. Eine Befestigung wird dort sicher gewesen sein, denn Erdaufschüttungen deuten darauf hin, und man hat dort Backsteine, einen Schleifstein, einige kleine Münzen mit dem bischöflichen Wappen, auch Eisenteile und mehrere Steinäxte gefunden. Stadensen hatte im 18. und 19. Jahrhundert die meisten Feuerstellen der näheren Umgebung. Es wurde zu einem kleinen Verwaltungsbezirk bis etwa 1815, Veest genannt, zu dem 13 Dörfer und ein einstelliger Hof (Neumühle) gehörten. OT Wieren: Die gut erhaltene Feldsteinkirche, Wahrzeichen und Mittelpunkt des alten Dorfes, soll schon im 12. Jahrhundert erbaut worden sein. So jedenfalls eine Notiz am Modell dieser Kirche im Historischen Museum in Hannover. In dem Ilmenauknie nahe der alten Kirche sind vermutlich auch die ersten Siedlungen entstanden. Der Fluss gab Wasser für Mensch und Vieh, notfalls auch für Löschzwecke, und der Fischreichtum der Ilmenau ergänzte die menschliche Nahrung. Noch 1935 wurden auf dem Aalfang an der Mühle bei günstigem Wetter und hohem Wasserstande nachts an die 50 kg Aale gefangen. Die alte Wassermühle, ein wichtiger Mahlplatz, wird bereits 1330 urkundlich erwähnt. Hier entstand auch 1908 das erste Elektrizitätswerk im Landkreis Uelzen, bis 1950 versorgte es Wieren mit Strom. Chronik 13