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12 DAS KLOSTER, DER

12 DAS KLOSTER, DER LIKÖR UND DAS BIER Das Stift Engelszell, 1293 gegründet, erlebte über die Jahrhunderte ein wechselhaftes Schicksal. Zuerst von Zisterziensern bewohnt, brannte es 1699 ab, nur um kurz nach Fertigstellung des barocken Neubaues im Jahr 1786 den Klosterschließungen Kaiser Josephs II. zum Opfer zu fallen. Ein Neubeginn als Kloster sollte 140 Jahre auf sich warten lassen. 1925 zogen „Zisterzienser der strengen Observanz“, landläufig als Trappisten bekannt, in das alte Gemäuer ein. Durch den Nationalsozialismus vorübergehend erneut vertrieben, widmen sich die Trappisten von Engelszell seit 1945 dem Gebet und der Arbeit, ganz wie es die Mönchsregel des Heiligen Benedikt gebietet. Die Früchte dieser Arbeit können Besucher im Stift genießen, einkaufen und mit nach Hause nehmen. Seit jeher ist das Stift Engelszell für seine Klosterliköre berühmt. Besonders bekömmlich ist der Magenbitter. Die Rezeptur der Kräutermischung erwarben die Engelszeller Trappisten 1929 von einem Schweizer Apotheker – und sie ist bis heute streng geheim. Seit damals haben die Mönche ihr Sortiment an Likören immer wieder erweitert. Dieser Grundstock an Erfahrung war das Startkapital für die 2012 eröffnete Klosterbrauerei, die derzeit drei Sorten unterschiedlicher Trappistenbiere herstellt. Köstlichkeiten Geheime Kräuterrezeptur bei der Arbeit

13 Österreichs einziges Trappistenbier – Die zu Bier gewordene Seele des Donautales Um das begehrte Trappisten-Qualitätssiegel tragen zu dürfen, müssen Biere eine Reihe strenger Regeln erfüllen. Rigoros ist vor allem die Vorschrift, dass sie in einem Trappistenkloster oder in dessen unmittelbarer Umgebung durch die Mönche selbst oder unter deren Aufsicht gebraut sein müssen. Ganz der internationalen Tradition entsprechend sind die Engelszeller Trappistenbiere kräftige, würzige Spezialitäten mit relativ hohem Alkoholgehalt. Das hindert die Engelszeller Mönche aber nicht daran, sich ihrer Verantwortung für die Umgebung bewusst zu sein, in der ihr Kloster verankert ist. Die Biere kommen, was die verwendeten Rohstoffe betrifft, aus der Region und sie sind in ihrer Charakteristik inspiriert durch die Region. Drei Sorten werden derzeit im Stift Engelszell gebraut: das dunkle und kräftig-würzige „Gregorius“ ist wuchtig wie die Fluten der Donau, das goldgelbe und fruchtige „Nivard“ symbolisiert die Kraft der Stille und das rötlich-gelbe „Benno“ erinnert an den Herbst im Donautal. Ebenso denkwürdig wie der Geschmack sind die Namen dieser Bierspezialitäten. Sie erinnern an drei verdienstvolle Mitbrüder der Engelszeller Mönche. Ein Denkmal, das kaum würdiger sein könnte. TIPP: Klosterladen oder Genussland-Regal im oberösterreichischen Lebensmittelhandel 4 Stift Engelszell Stiftstraße 6, 4090 Engelhartszell +43 7717 80 10, pforte@stift-engelszell.at, www.stift-engelszell.at Auszeichnungen: AMA-Gütesiegel, Genussland-Partner, Qualitätssiegel „Authentic Trappist Product“