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CLIPS 04/18 Die Friseurzeitung -Haarstudio Weinhönig- "Welche Kunden möchte ich (nicht)?"

Coverstory umfassend

Coverstory umfassend erweitert mit Pflanzenhaarfarben, mit Organic Treatments und Premium Naturkosmetik. Und einem Produktshop, in dem Kunden ihre Organic Haircare Lieblingsprodukte kaufen oder auch online bestellen können. Doch das Herz des Salons ist das Team. Es ist der Botschafter für die Message des Salonkonzeptes. Und das Team bietet die Beratung, den Spirit und die Kreativität, die sich unsere Zielgruppe wünscht. Kreativität entsteht bei uns im Team. Mit Herzblut und Liebe zum Detail. Unser Erfolg wird gemeinsam erarbeitet und getragen. Das spüren die Kunden. Und das macht den Unterschied. Daher wird bei uns fair und über Tarif bezahlt und die Kompetenz mit einer Vielzahl von Fortbildungen und Trainings gefördert. Wir engagieren uns seit vielen Jahren für Naturkosmetik, und daher habe ich 2016 visà-vis den Partnerstore gegründet: ‚Tobs − the organic beauty store‘. Eine weitere Synergie und ein weiteres spezifisches Angebot für Naturkosmetikfans.“ Tugay Zeyrek Friseurmeister, Herrenspezialist im Familienbetrieb ,Erol´s Hairlounge‘ „Ich will keine bestimmte Zielgruppe ansprechen, sondern Kunden, die mich herausfordern, aus meiner Komfortzone herauszukommen. Ich liebe die Herausforderung und die Gelegenheit, jeden Tag etwas Neues mit der gleichen Arbeit zu kreieren. Ich brauche keine Neukundschaft solange ich meine Stammkundschaft pflege, ihnen immer wieder neuen Input biete und somit die neuesten Trends an ihren Köpfen präsentiere. Es ist wichtig, dass der Kunde spürt, dass man mit ihm wächst. Das heißt, dass man an Wettkämpfen teilnimmt, auf Seminare und Trendshows geht − und das nicht nur für sich selbst, sondern auch für den Kunden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Titel (Weltmeister im Team, 3. Platz im Herrenschnitt und Styling auf der Weltmeisterschaft in Einzelwertung, deutscher Vizemeister etc.) dazu führen, dass Kunden über mich berichten. Ich stelle das beispielsweise auf soziale Kanäle, und meine Kunden geben das dann weiter und ,geben mit mir an‘. Das Wichtigste ist jedoch die Vielfalt an Dienstleistungen, welche man anbieten MUSS! Ich selber bin spezialisiert auf Herren. Der Mann will verwöhnt werden, aber gleichzeitig Action sehen. So werden mal die Ohrenhaare mit dem Feuerstab verbrannt, das Rasiermesser benutzt, eine Gesichtsmaske angeboten und vieles mehr. Ich will, dass sich mein Kunde jedes Mal auf eine neue Überraschung freuen kann. Zu guter Letzt muss der Salon entsprechend aussehen − ich sage immer: ,Keiner geht beim ersten Date in ein Lokal, in dem es super schmeckt, aber das scheußlich aussieht‘ − das Gesamtpaket muss stimmen.“ Dennis van Lierop Inhaber ,Halo Edutainment‘, Netzwerkpartner Kao Salon Division „Definieren Sie den Kern Ihrer Marke: Wofür stehen Sie? Woran glauben Sie? Und warum soll Ihre Zielgruppe an Sie glauben? Das sind starke Fragen, die es unbedingt zu beantworten gilt, ist man auf der Suche nach der passenden Zielgruppe. Zunächst einmal ist es wichtig, den Kern seiner Marke zu definieren: Erklären Sie explizit, warum Sie das alles machen. Hat man das Warum definiert, kann man darauf aufbauend erklären, wie man seine Zielgruppe glücklich macht − mit innovativen Angeboten, maßgeschneiderten Dienstleistungen und individuellen Services. Für die Kommunikation ist also der Weg vom Abstrakten (Warum) ins Konkrete (Was) ein wesentlicher Ansatz. Kommunikation und Marketing, intern wie extern, werden hiervon maximal profitieren: Ihre Zielgruppe (die an das glaubt, woran auch Sie glauben) wird den Weg von ganz alleine zu Ihnen finden. Für die konkrete Umsetzung kann man Techniken nutzen, zum Beispiel die Definition von sogenannten Personas. Hierbei definiert man gemeinsam mit seinem Team vier bis sechs möglichst konkrete Persönlichkeiten, für welche man in einem Workshop Bedürfnisse, Ansprüche und Konsumverhalten vorhersagen kann. Damit kennen Sie auch die für die Zielgruppe entscheidende Sprache und die Kanäle, auf denen Sie mit Ihrer Zielgruppe interagieren können. Jetzt haben wir schon zwei wesentliche Tools, um im Marketing die Zielgruppe zu selektieren. Die Arbeit wird maximal unterstützt durch moderne Hilfsmittel wie Google Analytics, bei dem man Auswertungen zum Nutzerverhalten seiner Webseitenbesucher machen kann, zusätzlich zum Business Manager von Facebook. Hiermit kann ich passend zu meiner Zielgruppe Marketing betreiben, das Wirkung erzeugt und messbare Ergebnisse für den Friseur bringt. Im Salon der Zukunft kommt es darauf an, das passende Angebot für den richtigen Kunden zu haben − damit binde ich ihn an mein Unternehmen. Und: SIE haben den Kunden im Salon! Fragen Sie einfach ihn. Tablet raus und Fragebogen ausfüllen lassen!“ Dennis Lessing Inhaber ,Hairlights Express‘ „Wir haben auf dem Gebiet der Zielgruppenorientierung eigene Strategien entwickelt und positive Erfahrungen gemacht. Vor 14 Jahren erarbeiteten meine Frau und ich gemeinsam mit unseren Eltern und unserem Berater ein neuartiges Konzept für unseren zweiten Salon in Korbach. Dabei stand weniger die klassische Zielgruppe im Fokus. Vielmehr war unsere Fragestellung: Was können wir dem Kunde bieten, was wir ihm in unserem konventionellen Salon nicht anbieten können oder wollen? Wir kamen zu folgender Strategie: Wir reduzierten unsere Dienstleistung für Frauen auf vier Angebote, zwei für Männer und ein Angebot für Kinder − jeweils als Komplettangebot. Für einen kurzfristigen Besuch mit Spontanservice haben wir eine Ampelsymbolik eingeführt. Beim Preis herrscht absolute Transparenz, damit man genau weiß, was später an der Kasse zu bezahlen ist. Wir haben regelmäßige Gewinnspiele und setzen auf systematisches Cross-Marke- 30 CLIPS April 2018

Coverstory ting mit Partnern wie C&A, Sparkasse, McDonald´s, Intersport, AOK und weiteren ortsansässigen Firmen. Der Erfolg bestätigt unserer Strategie: Wir haben jährlich steigende Kundenzahlen und Umsätze. Eine gute Produktivität aller Mitarbeiter (durchschnittlich über 300 Euro Umsatz pro Tag pro Mitarbeiter) sowie ein motiviertes Team, das mit Freude arbeitet. In einem hart umkämpften Markt sind für uns drei Dinge für den nachhaltigen Erfolg wichtig: konsequentes Handeln innerhalb der Strategie, mitarbeiterorientierte Unternehmensführung mit dem Schwerpunkt ,achtsam Sprechen‘ und den Friseurbesuch zu einem positiven Erlebnis zu machen − für die Kunden und für die Mitarbeiter.“ Ute Hützen Saloninhaberin ,Hair Inn‘, Trainerin Alcina „Grundsätzlich ist das gesamte Team in unserem Salon breit aufgestellt und solide ausgebildet, da unser Dienstleistungsangebot alles umfasst, was mit professioneller Behandlung und Styling von Haaren und Haut zusammenhängt. Dennoch hat jeder Stylist auch besondere Vorlieben − Techniken und Dienstleistungen, die ihm besonders viel Spaß machen. Bei uns ist das das Brautstyling. Ich persönlich liebe den Total Look mit technisch perfektem Make-up. Wir hatten schon immer viele Bräute − der Trend, etwas Besonderes zu zelebrieren, ist in den letzten Jahren immer größer geworden. Irgendwann entwickelten wir ein Brautkonzept, organisierten eine saisonale Deko zum Thema und schalteten gezielte Werbung in Brautmagazinen, Print und Online, und konnten uns gezielt positionieren. Heute ist es so: Wir kreieren eigene Brautfrisuren-Kollektionen und haben im Salon ein komplettes Paket für unser Bräute geschnürt, wo jede Braut individuell nach ihren Wünschen Dinge hinzubuchen kann, die Basis ist immer fest: Haarstyling und Make-up mit Probe zu einem sehr fairen, soliden Preis. Wichtig ist, dass man alles in Ruhe erklärt, sich genau an Absprachen hält und natürlich eine Dokumentation mit Fotos und/oder Skizze der Frisur und des Make-ups macht. Das gesamte Team ist in den Bereichen moderne Stylingvarianten, Updos und Föhntechniken, außerdem Make-up und Wimpern geschult. Wir haben in einem separaten ,White Room‘ fünf Bedienplätze, dazu Makeup und Nagelplatz. Hier kann sich die Braut mit Freundinnen zurückziehen. Der Crémant steht dabei immer gekühlt bereit. Dennoch sind alle unsere Werbeaktionen, Anzeigen etc. so angelegt, dass auch ,Nicht-Bräute‘ sich bei uns willkommen und gut betreut fühlen. Heißt für mich, die Kundin Braut und die Spezialisierung kommt nur dazu und ersetzt nicht meinen klassischen Salonalltag.“ Thomas Esche Friseurunternehmer, Unternehmens-& Führungskräfte- Coach, Wella Top-Akteur und Autor Als wir unseren neuesten Salon 2016 in einem Wohngebiet mit vielen jungen Familien eröffneten, haben wir auf die verschiedensten Aspekte geachtet. Angefangen beim Namen ‚One family‘ für unser Salonkonzept haben wir alles auf diese Zielgruppe abgestimmt. Den Salonnamen, den Claim, die Einrichtung und Glücklichmacher wie die ‚One family Card‘, ausreichend Parkplätze vor der Tür, Flexibilität bei der Terminvergabe, die passenden Mitarbeiter, die die Sprache der Kunden sprechen und individuell und genau auf diese eingehen können. Außerdem eine Kinderspielecke, in der zur Entspannung aller Beteiligten auch mal Haare geschnitten werden. Das Ergebnis war und ist super! Wir sind vom ersten Monat an wirtschaftlich erfolgreich trotz einer erheblichen Wettbewerbssituation. Unser Leitgedanke war von Anfang an die Frage: Was will unser Kunde und nicht: Was gefällt uns. Die Gefahr und der Fehler bei vielen Neueröffnungen ist, dass sich die Unternehmer diese Frage nicht stellen, sondern nur auf den eigenen Geschmack achten. Welchen Engpass müssen wir an diesem Standort lösen, und was ist das Grundmotiv der Zielgruppe. Hier hilft es, im Vorfeld eine Befragung durchzuführen um genau diesen Engpass herauszufinden. Sonst ist der Salon evtl. stylish und trendig, aber die Kunden werden nicht wirklich abgeholt. So entstehen unnötige Barrieren, die nicht sein müssten. Bildlich gesprochen muss das Spielfeld zur Sportart und der Mannschaft passen und nicht dem Planer gefallen. Sven Weinhönig Inhaber ,Haarstudio Weinhönig‘, Berater in Business- und Lebensfragen „Die Zielgruppe wird durch das eigene Ziel definiert. Meines ist es, durch meine Leidenschaft in der Arbeit mit meinen Kunden einen Ort zu erschaffen, an dem ich fair und ethisch arbeiten kann. Authentizität ist das Schlüsselwort. Sowohl im Haarstudio als auch in meinem Privatleben ist es mir wichtig, achtsam zu sein. Dazu gehört auch, zu überlegen, welche Produkte wie und unter welchen Voraussetzungen hergestellt wurden. Ist es heutzutage denn wiwrklich notwendig, Tiere für Kosmetikprodukte leiden zu lassen? Wie arbeiten die Hersteller, um die Umwelt zu schonen und der Natur etwas zurückzugeben? Und was kann ich in meinem Geschäft dafür tun? Heute können wir entscheiden, welche Produkte wir unseren Kunden anbieten, welche Firmen wir unterstützen. Mir sind dabei folgende Aspekte wichtig: fairtrade, ressourcenschonend, tierversuchsfrei, ökologisch und vegan. Meine Kunden schätzen das ,über den Tellerrand Schauen‘ und den freundschaftlichen Kontakt. Es macht Spaß, mit ihnen Teil einer Bewegung zu sein, durch die sich in dieser Welt etwas verändern kann. Ich will wandelbar bleiben und nicht an einem starren Konzept festhalten oder in Heraklits Worten: ,Nichts ist so beständig wie der Wandel.‘ Deswegen wird es auch nie langweilig. Ich wünsche mir einen fairen Individualismus, statt einen hart umkämpften Markt.“ 32 CLIPS April 2018

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