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Artistik im Fokus - showcases 18/02

Artistik und Akrobatik sind unsere Liebe und Leidenschaft. Das schimmert durch alle showcases-Ausgaben durch. In dieser Ausgabe funkelt es besonders intensiv, denn wir haben Artisten und Akrobaten zu unserem Schwerpunkt gemacht. Wir berichten vom Cirque de Demain in Paris. Dafür sind wir von Waldbröl nach Westen gereist. Im Feature schauen wir uns im Norden, Osten und Süden um und haben uns besonders bunte, rasante und poetische Highlights der Artistik he-rausgepickt. Markus – der Varieté-Pabst – Pabst erklärt im Glossary die wichtigsten Fachbegriffe. Augenzwinkernd, wie wir es von ihm nicht anders erwarten wollen! Andrea Wittwer, die in der Zentralen Künstlervermittlung der ZAV in Berlin für Artistik und Entertainment zuständig ist, beschreibt die Möglichkeiten des Einsatzes und die Wirksamkeit der Akrobatik bei Events. Und im Portrait stellen wir die performende Wortakrobatin und Bachmann-Preisträgerin Nora Gomringer vor. Die beiden Messen BOE und IKF lassen wir noch einmal Revue passieren. Und in der Rub-rik Talking Heads beleuchten wir das anspruchsvolle Spezialgebiet des Messe-Caterings im Gespräch mit der Geschäftsführerin von Kreativ Catering, Christina Herold.

08/09 FEATURE

08/09 FEATURE memo-media.de AKROBAT SCHÖÖÖN!

memo-media.de Ulik gewann den Innovationspreis des Cirque du Soleil mit Roboter und menschlichem Artisten DIE VEREHRUNG DER ARTISTISCHEN KÜNSTE REICHT WEIT ZURÜCK. So hat ein unbekannter Künstler in Kalabrien im dritten vorchristlichen Jahrhundert schon eine Akrobatin auf einer Hydria abgebildet. Dieses jahrtausendealte Urnen- Artefakt ist heute im Britischen Museum in London zu bestaunen. Aber nicht nur die Römer mochten die zirzensische Show. Auch in den Hochkulturen des Fernen Ostens applaudierte man den Akrobaten schon vor langer Zeit. Unser Blick soll hier und heute in den nicht ganz so fernen Osten wandern, wo Artistik zwar im Vergleich zu Rom, Japan und China eine kürzere Tradition hat, aber in der historischen Neuzeit immer wieder Höchstleistungen und Sensationen hervorbringt. Wir blicken auch nach Afrika und Finnland und stellen zudem zwei wunderschöne Ansätze moderner Artistik und modernen Zirkusses aus der – längst internationalen – Szene in Deutschland vor. Artistik im dritten vorchristlichen Jahrhundert und heute Fotos: Rudi Renner Agentur/Leonart, Wikimedia Commons/Marie-Lan Nguyen, Nilz Böhme AUSGEZEICHNETE INNOVATION Er habe die Zukunft des Rock ’n’ Rolls gesehen, schrieb der Musikjournalist Jon Landau im Jahr 1974 über Bruce Springsteen. Äquivalentes ist man geneigt über den Act »Robopole« des Daniel Düsentriebs unter den Artisten, Ulik (alias Ulrich Kahlert), zu sagen. Die Melange aus Industrieroboter und Martin Riedel am vom Roboter bewegten Chinese Pole bekam gleich mal den Innovationspreis des Cirques du Soleil (Trophée du Cirque du Soleil Performance & Vision Artistique Innovantes) beim Festival Mondial du Cirque de Demain in Paris 2018! Pole-Artist Martin Riedel lässt sich von dem automatischen Arm durch die Lüfte heben. Er hängt an der Stange, klettert sie hinauf bis in die Zirkuskuppel. Rutscht Meter in die Tiefe, um sich dann wie eine Fahne schwenken zu lassen. Mensch und Maschine verschmelzen. Ein körperlicher Dialog zwischen Roboter und Mensch entsteht. Cirque- Nouveau-Artist Martin Riedel selbst und Programmierer und Produzent Ulik hatten die Idee von Pole und Roboter übrigens gemeinsam. Die Regie liegt in den Händen von Joanna Bassi, die rein zufällig einer künstlerischen Familie entstammt und mit dem berühmten Clown Leo Bassi verschwistert ist. Innovation verpflichtet halt zum Besonderen.