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Perspektiven2018Stahl

3.2.2

3.2.2 Stahlpreisentwicklung Am Ende des Jahres 2017 lagen die Stahlpreise bei Langprodukten höher, bei Flachprodukten überwiegend etwas niedriger als vor einem Jahr 1) . Wegen gestiegener Rohstoffkosten, aber auch aufgrund von verminderter Warmband-Produktion und Lieferschwierigkeiten des italienischen Stahlproduzenten ILVA dürften die Stahlpreise im ersten Halbjahr 2018 anziehen. Hier hinein spielt auch, dass der EU-Ministerrat im Oktober 2017 sich auf neu Regeln für Antidumping-Maßnahmen gegen unfairen Wettbewerb verständigt hat, die mit der positiven Abstimmung Mitte November im EU-Parlament Mitte die letzte Hürde zur Umsetzung genommen haben. Mit den Neuerungen soll sichergestellt werden, dass die EU-Verfahren dem Recht der Welthandelsorganisation (WTO) entsprechen. Nachfolgend wird dieser Sachverhalt eingehend erläutert. Im ersten Quartal 2018 nahmen die Stahlpreise für Lang- und Flachstahl in Westeuropa zunächst zu, weil die Stahlproduzenten höhere Rohstoffkosten im Preis weitergegeben haben. Warmband bsplw. verteuerte sich von 11/2017 bis Ende 2/2018 auf rd. 570 €. Überraschend gab der Preis für Warmband (von 120-1500mm in 5mm Dicke) im Verlauf des März nach. Zur Jahresmitte sollte bei Lang- und Flacherzeugnissen mit sinkenden Stahlpreisen zu rechnen sein, da der Kostendruck der Stahlproduzenten sich mindern und das Stahlangebot die Stahlnachfrage übertreffen dürfte. Befürchtungen auf Seiten vieler Stahlverwender, wonach die US-Strafzölle zu einem deutlicheren Preisanstieg führen könnten, haben sich für den US-Stahlmarkt bewahrheitet. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. 1) STAHLMARKTCONSULT Quelle: Stahlpreise.EU, Steel Bnchmarker Kurz- und mittelfristige Perspektiven für das Stahlgeschäft | Seite 32

Exkurs: Antidumping-Regeln gegen unfairen Handel Definition Bei Einfuhr von gedumpten Waren in das Gemeinschaftsgebiet der EU kann ein Antidumpingzoll erhoben werden, wenn die Überlassung der Ware zum zollrechtlich freien Verkehr eine Schädigung verursacht. Dumping liegt nach der Antidumping-Verordnung vor, wenn der Preis bei der Ausfuhr in die EU niedriger ist als der vergleichare Preis der zum Verbrauch im Ausfuhrland bestimmten gleichartigen Ware im normalen Handelsverkehr. Das Ausfuhrland ist normalerweise das Ursprungsland. Liegt ein solcher Verkaufspreis für Vergleichszwecke nicht vor, so kann der Normalwert der Ware anhand der Herstellungskosten zzgl. der Vertriebs-, Verwaltungs- und Gemeinkosten und eines Gewinnaufschlages bestimmt werden: Kurz- und mittelfristige Perspektiven für das Stahlgeschäft | Seite 33