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FW 08/18 11.04.18 Von Jan Knaupp War es das nun mit dem Winter, oder kommt da noch was? Ich frage hier aus einem gewissen Grund. Als aufmerksame Leser wissen Sie ja, dass ich den Winter mag. Und meine Gründe sind nicht von der Hand zu weisen. Welche Ausrede ist geeigneter, als die Schuld für körperliche Trägheit und liegengebliebene Arbeit auf die Wetterbedingungen zu schieben?! Ich gebe auch ganz offen zu, dass ich bei Möglichkeit gern mal so ein richtig fauler Sack bin. Da kommt mir dann der Winter sehr gelegen. Und auch wenn die vierte Jahreszeit natürlich für die Wirtschaft wohl sehr nachteilig ist So gesehen Blutiger Frühling - saisonal faulen Säcken wie ich einer bin, ist das völlig schnurz. Winter ist zum Ausruhen da. Basta! Der Winter ist auch ideal, um ohne Gewissensbisse so richtig kulinarisch zu versacken. Solange sich keine Frühjahrsblüher durch den Boden bohren, solange keine Singvögel die nächste Jahreszeit einzwitschern - tja, solange ist Winter - und in dieser Jahreszeit macht das unkontrollierte Schlemmen noch richtig Spaß. Vorletztes Wochenende gab es bei mir noch einmal Ente. So eine richtige Ente - gefüllt, gebraten in der Röhre, dazu Thüringer Klöße und Pflaumenknödel, mit deftigem Grünkohl und leckerem Apfelrotkohl. Ja, so schön kann der Winter sein. Man muss schließlich die spezifischen Vorteile der aktuellen Jahreszeit nutzen. Mit anbrechendem Frühling ist das Rumhängen und Rumfuttern dann vorbei. Da erwischt man sich dann bei Gedanken, die einem die Faulheit und die Fresslust vermiesen können. Paßt denn das kleine schwarze Badehöschen auch in der kommenden Sommerperiode noch über das Hüftchen? Sollte man das 2 Fahrrad wieder hervorholen, sollte man sich wirklich an frischer Luft sportlich betätigen? Das sind so blöde Fragen, die im Frühling eigentlich keiner Beantwortung bedürfen. Man muss eben. Frühling ist nicht zum Ausruhen da. Basta! Obwohl der Winter auch viel ruhiger und unblutiger ist als der Frühling. Besonders für Kröten. Sie wissen nicht was ich meine? Also, wenn die milden Temperaturen in Deutschland Einzug halten, startet die Nordic Walker- und die Krötenwanderung zeitgleich. Die Kröten sind harmlos, aber diese Nordic Walker haben es faustdick hinter ihren ohrenschützenden Stirnbändern. Sie treten meist in kleinen aggressiven Grüppchen auf, die eine sportliche Betätigung vortäuschen. Vorsicht: Nordic Walker sind bewaffnet, tückisch und mordlustig! Nicht umsonst appelliert alljährlich der Europäische Tier- und Naturschutzbund an alle laufbegeisterten Nordic Walker, sie sollen doch bitte nicht die Kröten aufspießen. Ja, Sie haben richtig gehört. Die Nordic Walker sind mittlerweile der natürliche Feind jeder Stadt- und Landkröte. Mit ihren hochgradig gefährlichen Stichwaffen machen sie die Gegenden unsicher und richten wohl mancherorts ein krötenpopulationsbedrohendes Blutbad an. Und auch in diesem Jahr wird es wohl wieder ein furchtbares Gemetzel geben. Die statistische Zahl der blutigen Krötenpfählungen der letzten Jahre könnte weit überschritten werden. Genießen Sie aber vorher noch die kommenden Feiertage – bevor der blutige Frühling wieder Einzug hält! Diese und viele andere Kolumnen finden Sie in dem Buch „So gesehen“ von Jan Knaupp. Es ist für 7,95 € erhältlich bei: • Hauke-Tickets, Eisenbahnstr. 123, Fürstenwalde • Buchhandlung Zweigart, Berliner Str. 21, Beeskow Schule macht fit! Gesund lernen

In eigener Sache Nachdem auch der „Blickpunkt“ sein Erscheinen eingestellt hat: Zeitungssterben schwächt die Meinungsvielfalt 3 FW 08/18 11.04.18 Kommentar von Michael Hauke Als am 4. April 1991, also vor fast genau 27 Jahren, die erste Ausgabe der FW erschien, war der Zeitungsmarkt noch sehr übersichtlich. Es gab die „Märkische Oderzeitung“, die damals von vielen noch „Der Neue Tag“ (Name zu Ostzeiten) genannt wurde, die Kaufzeitung „Spreeaufwärts“ und das zeitgleich mit uns gegründete „Wappen von Fürstenwalde“. „Spreeaufwärts“ und das „Wappen“ gingen schnell wieder ein. Es blieben die „MOZ“ und die „FW“. Nach und nach kamen weitere Anzeigenzeitungen hinzu. Zuerst gründete die Tageszeitung ein reines Abwehrblatt, dem sie den Namen „Mittwochs-Markt“ gab; daraus wurde später der „Märkische Markt“. Viele Jahre später gründete die MOZ auch noch den „Märkischen Sonntag“. Weitere Publikationen kamen und gingen. Die Älteren unter uns werden sich vielleicht noch an den „Fürstenwalder Blitz“, den „Sonntags-Blitz“, das „Fürstenwalder Wochenblatt“ und weitere kurzzeitig erscheinende Titel erinnern. Dann tauchte auch der „Spreewaldbote“ auf, aus dem später der „Spreebote“ wurde. Im Jahr 1992 brachte ein Verlag aus Meckenheim bei Bonn den „Blickpunkt“ auf den Fürstenwalder Markt. Und den „TIP“ vom Kaufland gab es ja auch lange Zeit. Alles Vergangenheit. Der Kreis hat sich geschlossen. Es gibt wieder nur die „MOZ“ (inzwischen mit zwei Anzeigenblättern) und die „FW“. Nachdem der „Spreebote“ schon vor einiger Zeit seine Zeitung eingestellt hat, verabschiedete sich am 31. März auch der „Blickpunkt“ für immer von seinen Lesern in Fürstenwalde. Ich erinnere mich noch gut an das Jahr 1993, als mich der „Blickpunkt“ kurz nach seinem ersten Erscheinen zu sich ins Büro einlud, das sich damals noch im „Blauen Puff“ an der Trebuser Straße befand. Der 29 Meter hohe Bürokomplex wurde im März 2014 abgerissen. Der damalige Regionalleiter des neuen Blattes machte mir klar, dass ich auf Dauer keine Chance mit meinen Zeitungen haben würde und lieber gleich zum „Blickpunkt“ wechseln sollte. Ich würde auch einen BMW als Dienstwagen bekommen. Ich war damals 23 Jahre alt und war zwar nicht beeindruckt, aber die Unterhaltung machte mir doch Sorgen. Dieses Gespräch habe ich nie vergessen. Für mich gab es zu keiner Zeit die Frage, meine eigenen Zeitungen einzustellen und dafür bei einem anderen Verlag anzufangen. Zu dieser Zeit war mein Verlag ja bereits zwei Jahre auf dem Markt. In der Anfangszeit hatte ich weitere Zeitungen in Beeskow („BSK“) und Strausberg („SRB“) gegründet, die beide ebenfalls noch existieren, genau wie „Kümmels Anzeiger“ in Randberlin, den ich 1998 gekauft habe. Trotz des ersten Kontaktes ganz am Anfang bleibt mir der „Blickpunkt“ als kollegialer und freundschaftlicher Partner über die vielen Jahre in Erinnerung. Zuvorderst natürlich Birgit Bauer, die das Fürstenwalder Büro 25 Jahre lang leitete. Es war stets eine angenehme, freundliche Zusammenarbeit. Aber auch die Eigentümer- Familie Schenkelberg habe ich als kooperative Partner kennengelernt. Der Seniorchef, Dieter Schenkelberg, der in den 90er Jahren auch viel selbst vor Ort war, war stets fair und vor allem genau das, was man sich unter einer rheinischen Frohnatur vorstellt. Geschäftliche Treffen mit ihm waren von Herzlichkeit und Heiterkeit geprägt. Seine Tochter Rebecca, die inzwischen in die Geschäftsführung aufgerückt ist, habe ich vor vielen Jahren als junge, lebenslustige, freundliche Frau kennengelernt. Der „Blickpunkt“ wird mir durchaus fehlen. Was bedeutet das Ausscheiden des „Blickpunktes“ aus dem Markt für uns als Hauke-Verlag und für die Medienlandschaft? Nachdem der „Spreebote“ bereits vom Printmarkt verschwunden ist, wird mit dem Verlust des „Blickpunktes“ die Presselandschaft noch ein wenig farbloser. Während das ganze Land jeden Tag „bunter“ wird, wie unsere Politiker bejubeln, verliert die Medienlandschaft immer mehr Farbe. Als Ausgangspunkt des Zeitungssterbens kann durchaus der Mindestlohn für Zeitungsboten genannt werden. Die Zustellung der Printmedien wurde dadurch derart verteuert, dass eine kostendeckende bis profitable Arbeit eines Anzeigenblattverlages immer schwieriger wird. Wie praktisch alle anderen Verlage mussten wir mit Einführung des Mindestlohnes den eigenen Vertrieb einstellen. Inzwischen werden unsere Zeitungen durch das Märkische Medienhaus (MOZ) verteilt. Auch wir stehen in einer gewissen Abhängigkeit vom größten Spieler auf dem Zeitungsmarkt. Zu Andreas Simmet, dem Geschäftsführer des Marktführers, habe ich ein sehr angenehmes Verhältnis, das mich auf weitere Jahre auf dem Markt hoffen lässt. Das Zeitungssterben, für das unsere kleine Region ja nur ein repräsentativer Ausschnitt des ganzen Landes ist, ist ein Indikator für unsere Branche, die natürlich Sorgenfalten hinterlässt. Sicherlich werden wir kurzfristig vom bereinigten Markt profitieren, aber mittel- und langfristig wird der Kostendruck durch Druck und Verteilung in einem schrumpfenden Anzeigenmarkt weiter zunehmen. So mischt sich der Stolz, als allererstes Anzeigenblatt im Altkreis Fürstenwalde gemeinsam mit denen vom Tageszeitungsverlag herausgegebenen Blättern MäMa und MäSo auch die letzte verbliebene Anzeigenzeitung zu sein, mit einer Wehmut über die verblichene Pressevielfalt. Vielfalt bedeutet auch immer Auswahl und ist ein wichtiger Bestandteil der Presse- und der Meinungsfreiheit. In dem Auftrag, auch Meinungen zu veröffentlichen, die sonst verschwiegen werden, sehen wir uns stärker gefordert, denn je. Denn Voltaires Satz aus dem guten alten Preußen gilt heute umso stärker: „Ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.“

Nr. 6 vom 18. August 08 - Gemeinde Binz
Amtsblatt Nr. 18/2013 vom 17.10.2013
8/08 - Landkreis Neustadt an der Aisch - Bad Windsheim
Sommerfest in Markt Allhau: Fr., 25. Juni, ab 18 Uhr - vamos
Ein Jahrbuch für das Land 2013 - Ministerium für Infrastruktur und ...
Montag, 18. Mai 2009 von 14 – 16 Uhr Ort - Gemeinde Ennsdorf
Mittwoch, den 4. Mai 2011 33. Jahrgang Nummer 18 - in der ...
EINLADUNG l 2013 - Brandenburg an der Havel
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Samstag, 14. April 2012 Nr. 08 • KW 15 - Gemeinde Grafenhausen
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