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PressEnte 2014

Magazin des Presseclubs Regensburg

FUNKHAUS-VOLONTÄRE

FUNKHAUS-VOLONTÄRE INTERVIEWEN GERD PENNINGER »Regionaler Hörfunk hat eine gute Zukunft« VolontAEre: Den lokalen Hörfunk gibt es nun schon seit fast drei Jahrzehnten in Regensburg. Sie waren vom Sendestart an dabei, damals als Programmchef von Radio Charivari. Wie war das damals? Penninger: Es war die Pionierzeit. Die meisten Mitarbeiter hatten keine Radioerfahrung und jeder hatte eine andere Vorstellung, wie das Programm sein soll. Hatten Sie schon Radioerfahrung? Fast drei Jahrzehnte hat er den lokalen Hörfunk in Regensburg mitgeprägt. Ende 2014 wird Gerd Penninger die Geschäftsführung im Funkhaus Regensburg abgeben. Die Funkhaus-Volontäre Vanessa Civiello, Helena Ferstl und Sebastian Diepold haben ihren scheidenden Chef interviewt und nach der Vergangenheit und der Zukunft gefragt. Ja. Ich hatte vorher Journalismus in den USA studiert und bei einer amerikanischen Radiostation gearbeitet. Das half aber nur bedingt. Letztlich musste sich alles langsam entwickeln. Zudem waren die Erwartungen von außen anfänglich riesengroß und gar nicht zu erfüllen. Welche Erwartungen? Man stellte sich vor, dass der lokale Hörfunk alle Schichten und Gruppen in der Bevölkerung bedient, quasi eine sprechende Zeitung ist. Bei der Medienpolitik und auch bei der Hörerschaft war diese Vorstellung verbreitet. Jeder wollte sich vertreten fühlen, Beispiel: Der Vorsitzende des Regensburger Stenographenvereins fragte damals bei uns an, ob wir nicht täglich in der Früh on Air ein Steno-Diktat durchgeben könnten. Leider funktioniert Radio so 44

nicht. Ich bin bis heute überzeugt: Ein Radio für alle ist ein Radio für keinen. Waren die beiden Regensburger Lokalsender vom Sendestart an bei der Hörerschaft akzeptiert? Oh nein. Die Hörerquote war anfänglich niedrig. Erst nach einigen Jahren stieg sie stetig an. Aber damals hatten Radio Charivari und gong fm (damals Radio Gong Donauspatz) nur je eine schwache Stadtfrequenz. Nach 1991 kamen laufend neue Frequenzen hinzu, sodass wir heute große Teile von Ostbayern versorgen. Damals gab es noch kein Internet und das Radioprogramm wurde anders genutzt. Genau. Radio hatte in den 80er- und 90er-Jahren noch Alleinstellungsmerkmale, die heute verloren gegangen sind. Es war das schnellste Medium, man stellte die Uhr nach den Zeitansagen und die Wetterund Verkehrsmeldungen waren ein Monopol. Dann verliert Radio jetzt an Bedeutung? Ich habe dies vor einigen Jahren befürchtet, bin aber jetzt absolut überzeugt, dass der Hörfunk, vor allem der regionale Hörfunk, eine gute Zukunft hat. »Ansprache und Livecharakter sind auch weiterhin wesentlich.« Viele Radiostationen klingen heute sehr ähnlich. Thomas Gottschalk sagte unlängst, wenn man von Hamburg nach München fährt, dann hört man im Wesentlichen einen Moderationsstil. Das sei alles weichgespült, aber der Erfolg gebe den Stationen recht. Gibt da der Erfolg … … jetzt machen Sie den gleichen Fehler wie manche Vertreter von Aufsichtsbehörden. Sie verwechseln Formatentscheidungen mit Qualitätsmerkmalen. Format heißt nichts anderes, als dass ein Regelwerk existiert, das das Produkt auf eine bestimmte Zielgruppe hin orientiert. Wenn jetzt angeblich alle das Gleiche machen würden, wäre das natürlich schade. Aber das stimmt ja nicht. Richtig ist, dass jemand, der z. B. gern ein Hitradio hört, verlässlich in jedem Bundesland einen Sender nach seinem Geschmack findet. Das gilt aber auch für Klassik-Fans!

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