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KLÖSTERLICHE TROPFEN

KLÖSTERLICHE TROPFEN Das Weingut Arthur Melsheimer in Maring-Noviand Schon die Mönche der Zisterzienser-Abtei in Himmerod bauten hier Wein an und lagerten sie im ältesten Weinkeller der Region: Im ehemaligen Klosterhof Siebenborn befindet sich das in sechster Generation geführte Weingut Arthur Melsheimer, das nicht nur Weine in Spitzenqualität produziert, sondern auch abwechlungsreiche Events veranstaltet. Der Weinbau begann bereits im 12. Jahrhundert, als sich Mönche in Himmerod in der Eifel niederließen und anfingen, den Klosterhof Siebenborn, was „sieben Quellen“ bedeutet, zu betreiben. Genauer gesagt war es 1157, als Ritter Christian von Marang dem Orden beitrat und diesem seinen Grundbesitz übertrug. „Es existieren schriftliche Dokumente, die belegen, dass der Weinkeller zu diesem Zeitpunkt vorhanden war und auch als solcher genutzt wurde“, erklärt Franz Melsheimer. Mit mehr als 850 Jahren gilt der Weinkeller somit als ältester der gesamten Mosel-Saar-Ruwer-Region. Nach der Säkularisierung wurden die Besitzverhältnisse in der Region neu geordnet und Karl Melsheimer erwarb 1844 das Anwesen. Franz Melsheimer selbst kam über Umwege zum Beruf des Winzers: Nach einem Aufenthalt und der Arbeit auf einem französischen Chateau entschloss er sich, den Weg in den Weinbau einzuschlagen. Zuerst studierte er BWL in Trier. Schon während dieser Zeit ist Franz Melsheimer immer mehr ins elterliche Weingut mit eingestiegen. „Ich sehe mich zum Teil als Quereinsteiger“, sagt Franz Melsheimer. Nach Abschluss des Studiums machte er den Fachabschluss an der Weinbauschule im nahegelegenen Bernkastel. Seine Liebe zur Natur und die Arbeit im Freien bestätigten ihn darin, mit seiner Entscheidung richtig gelegen zu haben. Nach der Übernahme 2008 wurde als erste Amtshandlung komplett auf biologischen Anbau umgestellt und vieles modernisiert. Ein höheres Bewusstsein beim Kunden sowie der Wunsch nach Regionalität spielten bei der Entscheidung eine entscheidende Rolle. „Seit 2011 besitzt unser Weingut das Bio-Siegel“, sagt Franz Melsheimer. Angefangen bei sieben Hektar Familie Melsheimer führt das Weingut Arthur Melsheimer in vierter Generation 86

Unterhalb des ehemaligen Klosterhofs ist ein kleiner Schauweinberg angelegt worden und 30.000 Flaschen pro Jahr, werden nach dem Anpflanzen von zwei weiteren Hektar mittlerweile 40.000 Flaschen auf insgesamt neun Hektar produziert. Diese gehen in Direktvermarktung an Privatkunden und Gastronomen in Deutschland, die Niederlande und Belgien. Als Hauptrebsorte wird Riesling angebaut, darüber hinaus unter anderem Weißburgunder, Bacchus, Spätburgunder sowie die gegen Pilze widerstandsfähige Sorte Johanniter und Souvignier gris. Die Weinlagen erstrecken sich an den Hängen rund um das Anwesen und in den Nachbarorten. So gibt es neben dem heimischen „Honigberg“, der mehr als 70 Prozent der Melsheimerschen Rebflächen ausmacht, auch die Weinlage „Sonnenuhr“ in Maring-Noviand sowie „Graacher Himmelreich“. Für Franz Melsheimer ist die Weinbergsarbeit sehr bedeutend. Diese geht, wie bereits erwähnt, biologisch vonstatten. Es wird nachhaltig gewirtschaftet. Eine natürliche Begrünung zwischen den Rebstöcken sorgt für einen bunten Weinberg und die Förderung der Artenvielfalt. Dies bedeutet, dass auf zusätzliche Dünger verzich- 87