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die eine

die eine außergewöhnliche Art des Weinanbaus am eigenen Leib erfahren möchten: Seit einiger Zeit führt eine Teilstrecke des Moselsteigs mitten durch den Weinberg, den man mithilfe von Leitern und natürlichen Stufen erklimmen kann und mit einer tollen Aussicht belohnt wird. Um beim umfangreichen Weinsortiment den Überblick zu behalten, führte Fabian Frank drei betriebsinterne Qualitätslinien ein. Die erste, klassische Linie beinhaltet Weine aus Frank‘s Calcaire und bildet die Basis, da der Boden aus Muschelkalk nun mal das Fundament der edlen Tropfen darstellt. Hierzu zählen unter anderem der 2015er Auxerrois oder der 2014er Rivaner. Frank‘s Minéral, die Linie Fabian Frank ist Jungwinzer aus Leidenschaft Hierbei handelt es sich nämlich um einzigartige, ehemals brach gelegene Terrassenweinberge an der Obermosel, die vom Großvater erhalten und seinem Enkel Fabian vor ein paar Jahren vererbt wurden. Eine Lage mit Potenzial: Bereits 1923, als hier noch bewirtschaftet wurde, erreichten die edlen Tropfen bei einer Versteigerung den höchsten Preis für einen Moselwein und wurden nach Berlin ans Hotel Adlon geliefert. „Diese besonderen Weinberge, die nicht gerade, sondern organisch angelegt sind, haben wir schließlich rekultiviert und dort Spätburgunder angesetzt. Der Rosenberg ist mein Baby“, sagt Fabian Frank lächelnd. Das begeistert selbst Wanderer, Der Wein wird sowohl in Edelstahltanks als auch in Barrique-Fässern gelagert 92

Die hauseigene Vinothek inklusive mediterraner Sonnenterrasse lädt zu Weinproben und weiteren Events ein Nummer zwei, sind gehobene Tropfen, die sich auf die Mineralität beziehen. Zu den Vertretern gehören unter anderem der 2015er Elbling und der 2015er Müller Thurgau. Schließlich werden die Spitzenweine des Weinguts, die neben dem 2016er Nenniger Schlossberg aus der renommiertesten Weinlage des Saarlandes auch den 2015er Carlsfelsen beinhalten, als Frank‘s Terroir bezeichnet. Bei diesen ergänzen sich das besondere Mikroklima der südlichen Weinmosel sowie die Mineralität und das handwerkliche Können zu einem genussvollen Ganzen. „Wir erzählen somit unsere eigene Geschichte. Erst wenn alles miteinander in Symbiose vereint ist, ergibt das den besten Wein“, sagt der Jungwinzer. Die Einstufung der einzelnen Weine in die passende Linie erfolgt jeweils am Anfang eines Jahres. Das Spannende am Beruf des Winzers sei die Naturverbundenheit und das abwechslungsreiche Arbeiten zu jeder Jahreszeit: „Jedes Jahr ist anders, jeder Wein ist anders. Das macht für mich das Besondere aus“, sagt Fabian Frank. Im Familienbetrieb packen alle tatkräftig mit an: So ist neben dem Vater Fabian Franks Schwester Katharina für das Organisatorische zuständig. Regelmäßig finden Weinproben in der hauseigenen, ab Ostern regelmäßig geöffneten Vinothek statt, die in gemütlicher Atmosphäre Weinliebhaber von nah und fern einlädt. Zusätzlich gibt‘s eine mediterrane Sonnenterrasse mit weitem Blick auf die Mosel und die umherliegenden Weinberge, auf der edle Tropfen sowie fein ausgesuchte, regionale Gaumenfreuden entspannt genossen werden können. Und der Jungwinzer, der in seiner Freizeit musikalisch und künstlerisch unterwegs ist, hat noch Größeres vor: „Die Terrasse soll erweitert und eine Kulturstätte geschaffen werden, in der Kunstausstellungen und kleine Konzerte stattfinden.“ Beim Musizieren kann Fabian Frank am besten nach getaner Arbeit entspannen, bevor es am nächsten Morgen weitergeht: „Der Beruf des Winzers ist und bleibt für mich ein Abenteuer“, sagt der 27-Jährige begeistert. Alle weiteren Informationen zum Weingut finden Sie auf carlsfelsen.de. Text: Andreas Schlöder, Fotos: Martin F. Skalny 93