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SJ-April-2018

STADTJournal Sonderthema

STADTJournal Sonderthema Obstbäume liegen im Trend ... und morgen wird geerntet Gartenneuigkeiten von Gärtnermeister Thomas Schneider Die Selbstversorgung mit Obst und Gemüse erfreut sich seit einigen Jahren wieder steigender Beliebtheit. Schließlich schmecken Birnen, Kirschen oder Pflaumen am besten, wenn sie direkt vom Baum genascht werden können. Immer häufiger werden jetzt auch Früchte und Sorten in den Hausgärten angebaut, die man früher nur von Wochenmärkten oder Obsthandlungen kannte. Hierzu zählen auch die aus China stammenden flachen Pfirsiche. Sie duften sehr intensiv und ihr weißes, saftiges Fruchtfleisch schmeckt köstlich. Dort, wo auch die runden Pfirsiche gedeihen, kann man die sogenannten Tellerpfirsiche pflanzen. Hierbei ist darauf zu achten, dass sie einen sonnigen, warmen und windgeschützten Platz erhalten. Als Spalier vor einer sonnigen Hauswand kann man sie sogar in kühleren Gegenden anpflanzen. Der Boden sollte nährstoffreich, humos und locker sein. Staunässe vertragen alle Pfirsiche nicht. Die Sorten 'Ufopfirsich' und 'Saturne' werden etwa 3-4m hoch und sind winterhart. Allerdings können Spätfröste die Blüten, die sich ab Mitte April öffnen, schädigen. Die Sorten sind selbstfruchtbar, das bedeutet, man braucht nur einen Baum im Garten zu haben, und die Blüten werden trotzdem gut befruchtet. Es schadet aber nicht, wenn in der Nähe andere Pfirsichbäume wachsen, im Gegenteil – das erhöht den Ertrag. Wie andere Pfirsiche schneidet man den Tellerpfirsich jährlich, denn sie fruchten nur am vorjährigen Holz. Es muss also mehr geschnitten werden, als z.B. bei einem Apfel, um neues Wachstum anzuregen. Im August reifen die köstlichen Tellerpfirsiche. Die Früchte lassen sich dann mit einem leichten Dreh vom Zweig lösen. Gerade Kinder mögen diese ausgefallene Fruchtform, da sie hier kraftvoll hinein beißen können. Noch ein Tipp aus Großmutters Trickkiste: Wer einen Ring Knoblauch um seine Pfirsichbäume steckt, macht sie widerstandsfähiger gegen die Kräuselkrankheit. Ein weiterer echter Geheimtipp unter Obstliebhabern ist die Nashi- Birne. Ursprünglich kommt sie aus Japan, China und Korea. Deshalb wird sie auch in Deutschland als 'Asien-Birne' bezeichnet. Die wichtigsten Sorten sind 'Hosui', Kosuui' und 'Nijiseiki'. Charakteristisch für alle diese Sorten sind ihr saftiges Fruchtfleisch und ihr besonderer Geschmack, der an eine Mischung aus Ananas und Melone erinnert. Die Bäume sind zuverlässig frosthart und lassen schon im zweiten oder dritten Standjahr die ersten Kostproben zu. Zudem sind die Bäume äußerst gesund: Der sonst bei Birnen häufig auftretende Birnengitterrost hat bei der Nashi-Birne keine Chance. Die Früchte sehen mit ihren ausgeprägten Mustern, der Fachmann spricht von Lentizellen, auf der gelblich orangebraunen oder grünlichen Schale recht interessant aus. Sie reifen im August und September. Von der Form her lassen sich die Sorten in zwei Gruppen einteilen. Die eher an einen Apfel erinnernden Sorten stammen genau genommen aus Japan und sind meist kernlos. Die birnenförmigen Nashis kommen aus China, sind weicher und noch saftiger. Lässt man die Früchte nach der Ernte zu Hause noch einige Tage im Zimmer liegen, entfalten sie ihr volles Aroma. Roh und leicht gekühlt schmecken die geschälten Nashis sehr lecker. Wegen des hohen Wassergehaltes sind sie besser in einem frischen Obstsalat aufgehoben als auf einem Obstkuchen. Aber nicht nur Steinobst ist sehr beliebt. Besonders bei Kindern erfreut sich allerlei Beerenobst großer Beliebtheit. Dazu zählt auch die Himbeere. Es ist ratsam, für den Nachwuchs eine mehrmalstragende Sorte anzubauen. Das bedeutet, dass nicht alle Früchte auf einmal reifen, sondern immer wieder neue Beeren zum Naschen vorhanden sind. Hier hat sich in den letzten Jahren die Sorte 'Himbo Top' als sehr gesunde, robuste Sorte etabliert. Die festen, hellroten und großen Früchte haben einen ausgezeichneten Geschmack. Sie zählt zu den Herbsttragenden Sorten, d.h. die Früchte reifen von August bis zum Frost. Wie bei allen mehrmalstragenden Sorten ist der Rückschnitt sehr einfach. Im Winter werden alle Ruten ca. 20 cm über dem Boden ganz abgeschnitten. Die Heimat der Himbeere ist der Waldrand, sie gedeiht also am besten Grafik: ©freepik.com 36

Sonderthema STADTJournal dort, wo der Boden feucht, humusreich und gut beschattet ist. Dann baut man noch ein Gerüst, z.B aus Rundhölzern und Draht. In trockenen Sommermonaten lohnt sich neben dem Wässern auch eine Mulchschicht aus Laub oder Rindenmulch. Auch Rasenschnitt ist möglich. Aber fragen wir unsere Kinder, welches ihre Lieblingsfrüchte sind, dann bekommen wir oft die nicht überraschende Antwort: Erdbeeren. Wen wundert es, wenn einen die schönen roten, saftig süßen Früchte ohne Kerne so anlachen. Neben den bekannten Sorten 'Senga Sengana', 'Korona' oder 'Elsanta' sollten auch hier Pflanzen gewählt werden, von denen unsere lieben Kleinen über einen längeren Zeitraum naschen können, wie z.B. 'Östara'. Erdbeeren sind recht anpassungsfähig, was den Standort angeht. Aber eines haben alle gemeinsam: sie lieben einen sonnigen Platz und humosen, lockeren Boden. Für Obstliebhaber, die nicht alltägliche, vitaminreiche Früchte im Garten anbauen wollen, hier noch eine schnelle Auswahl: Die Apfelbeere trägt violett-schwarze, erbsengroße Früchte. Diese reifen im August und schmecken wie unreife Heidelbeeren. Sind sie aber sehr reif, kann man sie direkt vom Strauch naschen. Bekannt sind die Sorten 'Nero' und 'Viking'. Bekannter als Blütenstrauch ist die Felsenbirne. Aber die im Juni bis August reifenden Beeren mit heidelbeerähnlichem Aroma können verspeist werden. Man kann sie roh essen, die Kerne enthalten geringe Mengen Blausäure. Zerbeißt man sie, entwickelt sich ein marzipanähnliches Aroma. Im August/ September reifen die roten bis schwarzen, olivenförmigen Früchte der Kornelkirsche. Sie schmecken sauer und herb, ähnlich wie Sauerkirschen und sind auch roh essbar. Die Sorte 'Jolico' ist im Handel erhältlich. In den letzten Jahren erfreut sich die Maulbeere steigender Beliebtheit. Die brombeerartigen Früchte werden bis 2,5 cm groß. Sie sind sehr süß, wer sie roh genießen möchte, erntet sie halbreif. Man könnte diese Liste mit besonderen und beliebtem Kern-, Stein- und Beerenobst noch weiter fortsetzen. Aber beim Anpflanzen ist einiges zu beachten. So ist immer wieder von Bodenmüdigkeit die Rede. Viele wissen nicht, was darunter zu verstehen ist. Bodenmüdigkeit entsteht immer dann, wenn die gleichen Pflanzenarten auf dieselben Beete gepflanzt werden. Die Folge: mangelhaftes Wachstum, Farbveränderungen, Krüppelwuchs, Ertragsminderung, sowie vermehrtes Auftreten von Krankheiten und Schädlingen. Kann man die Pflanzflächen nicht wechseln, wird oft das mühevolle Austauschen des Erdreiches fällig. Möglich ist auch, einige Jahre lang Tagetes auf die Fläche zu pflanzen. Es ist bekannt, dass diese eine sehr gute, regenerative Wirkung haben. Und zudem sehen sie noch schön aus und sind sehr pflegeleicht. Vielleicht kann man sich in diesem Zusammenhang den guten alten Gärtnersatz merken: 'Pflanz niemals auf den gleichen Platz, 'nen Baum, 'nen Strauch und auch die Rose, sonst geht die Pflanzung in die Hose'. Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas Lust auf das bevorstehende Gartenjahr machen. Wer jetzt noch das ein oder andere Obst in seinen Garten pflanzen möchte, kann dies mit gutem Gewissen tun. In den letzten Jahren hat sich immer mehr die Anzucht in Töpfen, den sogenannten Containern, etabliert. Da sich hier das gesamte Wurzelwerk im Topf befindet, kann man das ganze Jahr hindurch pflanzen. Ich selbst halte es da wie Martin Luther, der einst sagte: „Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, ich würde noch heute einen Apfelbaum pflanzen.“ Ich wünsche uns allen ein sonnenreiches und ertragreiches Gartenjahr! Thomas Schneider Niemand vermittelt weltweit mehr Immobilien als Immobilienkompetenz Koblenz KG RE/MAX Primus Immobilienservice Koblenz Achim Jacobs Otto-Schönhagen-Str. 2 56070 Koblenz E-Mail: achim.jacobs@remax.de Tel.: 0261 – 973 68 - 0 Fax: 0261 – 973 68 – 29 www.remax-mittelrhein.de Anzeige 37

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