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15. Ausgabe 2018 (12. April 2018)

15. Ausgabe 2018 (12. April

AZA 8762 Schwanden Jeden Donnerstag in allen Haushaltungen Abonnement ausserhalb der Region jährlich Fr. 70.– Einzelverkauf: Fr. 2.20 Nr.15 Donnerstag, 12. April 2018 Schatzchäschtli 11 Treffpunkt 14 –16 Die Regionalzeitung mit Amtsblatt im Wirtschaftsraum Glarus Gegründet 1928 als Anzeiger vom Gross- und Kleintal Amtsblatt 18 – 20 Aus dem Linthgebiet 35 Auflage 31845 Expl. WEMF/SW-beglaubigt Fridolin Druck und Medien Tel. 055 6474747, Fax 055 6474700 E-Mail: fridolin@fridolin.ch www.fridolin.ch LEIT-SATZ Notfalldienste In Näfels den Mut «Karl der Kühne verlor bei Grandson das Gut, bei Murten den Mut, bei Nancy das Blut.» Dieser Satz fasst pointiert das Resultat der Burgunderkriege zusammen und lässt sich auch auf heutige Konflikte anwenden. Etwa so: «Carles Puigdemont verlor bei den Un - abhängigkeitswahlen 2017 die Macht, bei der Flucht nach Brüssel die Pracht und wird seit seiner Verhaftung verlacht.» Die Lehre aus beiden Geschichten ist dieselbe: Wer sich blind in Konflikte stürzt, wer Streit vom Zaun reisst, ohne ab - zuwägen, was damit verloren gehen kann, der wird scheibchenweise demontiert. Wer die jüngsten Entwicklungen zwischen der Schweiz und der EU betrachtet, könnte schnell zur Ansicht gelangen, dass ein übermächtiger Partner sich scheibchenweise die Schweiz holt – indem er Kohäsionsmilliarden verlangt und die automatische Übernahme von EU-Recht. Doch die Dynamik des Satzes lässt sich auch umwandeln – in eine Geschichte des Gewinnens. Zum Beispiel so: Die alten Eidgenossen riskierten in Morgarten ihr Blut, gewannen in Näfels den Mut und sicherten sich bei Kaiser Maximilian I. ihr Gut. Schon damals nämlich war man ja in Europa zuhause. Zentral dabei ist der Mittelschritt, wo es darum geht, die ersten Auswirkungen zu ana - lysieren und daraus den «Mut zu gewinnen», also eine erfolgversprechende Strategie festzulegen und sie anzuwenden. Gerade ist Land - ammann Dr. Rolf Widmer bei den Regierungsratswahlen glanzvoll wiedergewählt worden. Doch in seiner Fahrtsrede von Näfels ruhte er sich nicht auf diesem Resultat aus, sondern er riskierte den unvoreingenommenen Blick auf Europa und seine Leis tungen. Er rechnete nicht vor, was es kostet, bei Europa dabeizusein, sondern wagte darauf hinzuweisen, was uns eine starke EU bringt. Dazu braucht es im Glarnerland Mut, denn meist wirken Europa und die EU wie ein rotes Tuch. Es reizt die Bürger und wird derzeit von den meisten Politikerinnen und Politikern deshalb – so gut wie möglich – gemieden, denn wütende Bürger bedeuten Gefahr. Wut – das wissen wir aus leidvoller Erfahrung – macht blind. Sie reisst einen zu unüberlegten Handlungen hin. Mut dagegen ist ein ganz anderer Charakterzug: Zusammen mit Klugheit ist er unabdingbar, wenn man bei einer Unternehmung Erfolg haben will. In diesem Sinne dürfen wir in Näfels den Mut gewinnen, zusammenzustehen und – nach kluger Überlegung – die Herausforderungen der Gegenwart mit Zuversicht anzugehen. ● FJ Die Näfelser Fahrt zeigt sich heute facettenreich und international. Polizeischutz und Thai-Food gehören dazu. (Fotos: zim) Glarus, Schweiz, Europa, Welt: Sichtweisen Die Sicht von innen unterscheidet sich radikal vom Blick von aussen. Deshalb lohnt es sich, von Zeit zu Zeit nach aussen aufzubrechen und die eigene Situation aus der Sicht des Aussenstehenden zu betrachten. Wer dieses Jahr an der Näfels Fahrt war, konnte überraschende Perspektiven mit nach Hause nehmen. Wo liegt das Glarnerland? Auf diese Frage gibt es gegensätzliche Ant - worten. Für seine Einwohner stellt sich das Land Fridolins oft als stilles Tal in den Voralpen dar, das geschützt zwischen dem Glärnischmassiv und den Tschingelhörnern, zwischen Tödi und Letzimauer eingebettet ist. Doch aus geopolitischer Sicht liegt das Glarnerland im Herzen der Schweiz und damit mitten in Europa, an einer der wichtigen Alpenverkehrsrouten – der A3/A13. In seiner diesjährigen Fahrtsrede regte Dr. Rolf Widmer traditionsbewusste und neue Fahrtsbesucher schon im Schneisingen zu einer neuen Perspektive an. Denn er wählte für einmal den geopolitischen Blick nach aussen und verglich die Geschichte der Alten Eidgenossenschaft mit dem Europa von heute. Bruderzwist ist die Regel Die Schlacht bei Näfels – wo die Eidgenossen Seite an Seite – gegen den äusseren Feind kämpften, wertet er eher als einen Ausnahmefall. In der Regel dagegen drohte Gefahr von innen, durch Bruderkriege. «Die Eidgenossen hatten sich lange gegenseitig bekämpft und totgeschlagen und waren auch noch stolz darauf. Es gab sogar Seeschlachten auf dem Zürichsee. Man war nicht nur bereit, einander zu erschlagen, man war auch gewillt, einander zu ertränken.» Jeder pochte auf seine Autonomie und stellte die eigenen Interessen in den Mittelpunkt. Wer manche Landratssitzung oder Gemeindeversammlung genau verfolgt, sieht solche Sichten von innen noch heute – da ist jedem das eigene Hemd am nächsten. Mancher mag in diesem Augenblick der Rede in den Himmel geschaut haben, wo ein Helikopter schwebte, oder nach Bilten, von wo Regen - wolken drohten. So rückte hinter der Letzimauer der Blick über den eigenen Gartenhag ins Zentrum. Widmer zog Parallelen zur Situation heute in Europa. «Die europäische Gemeinschaft ist ein Mix aus unterschied - lichen Interessen und geschichtlichen Prägungen, die dafür sorgen, dass ein einheitliches und geeintes Europa höchstens ansatzweise festzustellen ist.» Trotzdem schätzt er die Leistung der EU für die Etablierung eines dauerhaften Friedens in Europa hoch ein. «Zerbricht die EU durch Austritte wie Grossbritannien oder anderer Länder, wäre das ein herber Rückschlag für das Friedensprojekt EU.» Neue Prioritäten setzen Die derzeitige Situation, wo politische und ökonomische Konfrontationen zwischen den Grossmächten steigen und das Risiko für militärische Konflikte höher eingestuft wird als in der Vergangenheit, verlangt eine Neu bewertung der Prioritäten. Die Schweiz und das Glarnerland haben ein vitales Interesse an einer stabilen EU – sie können und sollen zwar einerseits ihre Werte klar verteidigen und ihre Ansprüche anmelden. Doch andererseits verlangt die Lage immer wieder den Schulterschluss mit den umliegenden Partnern und den Einsatz für den Frieden und die Stabilität in Europa. Beweglich bleiben Wer Geschichte als Wiederkehr des ewig Gleichen anschaut, der gibt seinen wichtigsten Vorteil aus der Hand: Flexibel zu reagieren, wenn sich plötzlich alles verwandelt. Als damals bei der Schlacht von Näfels eine Übermacht anrückte, nutzten die 600 bis 700 Freiheitskämpfer aus Glarus, Uri und Schwyz ihre Ortskenntnis und schlugen die Feinde mit vereinten Kräften in die Flucht. Als Land, das mitten in Europa liegt, muss man sich heute genau überlegen, auf welche Seite man sich beim Seilziehen um die wirtschaftliche und politische Vorherrschaft stellt, wo man mit wie viel Kraft zieht, wo man solidarisch ist und wo man sich selbstständig behauptet und entwickelt. Der Philosoph Lichtenberg verlangte von seinen Zeitgenossen: «Neue Blicke durch die alten Löcher!» Genau einen solchen neuen Blick, eine neue Sichtweise auf die gegenwärtige Situation bietet die Fahrtsrede – Sie finden auf Seite 28. ● FJ Nüüs vum FRIDLI Täglich aktuell uf www.fridolin.ch/News Hausärztlicher Notfalldienst Täglich 24 Stunden EINWOHNER GLARUS SÜD: 0844 55 66 55 EINWOHNER GLARUS: 0844 44 66 44 EINWOHNER GLARUS NORD: 0844 33 66 33 An Samstagen, Sonntagen und allgemeinen Feiertagen werden die Dienstkreise Glarus Süd und Glarus (Mitte) zusammen geschlossen. Zahnarzt Samstag, 14. April 11.00 bis 12.00 Uhr Sonntag, 15. April 11.00 bis 12.00 Uhr und 17.00 bis 18.00 Uhr Der diensttuende Notfallzahnarzt ist über Telefon 1811 zu erfragen. Augenarzt Samstag/Sonntag, 14./15. April Dr.med. Riad Derzi Seestrasse 115, Wädenswil Telefon 044 783 96 46 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Frei tag, 12.00 Uhr, bis Montag, 08.00 Uhr. Schweizerisches Toxikologisches Zentrum Telefon 145, Zürich Tierarzt Samstag/Sonntag, 14./15. April Tierärztliche Notfallklinik Glarnerland und Umgebung Tierklinik am Kreis AG Zaunweg 11, Netstal Telefon 055 646 86 86 Permanenter Notfalldienst für alle Tierarten Notfallring Landerer/Buchholz Kleintierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 20 20 Grosstierpraxis Landerer Bahnhofstrasse 31a, Näfels Telefon 055 622 22 66 Wochenend-Notfalldienst: jeweils ab Samstag, 12.00 Uhr, bis Montag, 07.30 Uhr. Ihr Partner für Dach- und Fassadensanierung