Aufrufe
vor 7 Monaten

AZUBI BASICS Ostwestfalen

Azubi Basics - Das große Handbuch für den künftigen Auszubildenden mit vielen wertvollen Tipps zum Berufseinstieg

Die Weihnachtsfeier –

Die Weihnachtsfeier – bloß nicht ins Fettnäpfchen treten Nun bist du schon eine Weile im Unternehmen, das Jahr neigt sich dem Ende zu und schon bald steht das wichtigste Highlight des Jahres an – die Betriebsweihnachtsfeier. Mitarbeiter und Geschäftsleitung treffen sich in geselliger Runde bei deftigen Speisen, duftenden Plätzchen und nicht selten auch hochprozentigem Punsch. Man wird plötzlich warm mit bis dahin scheinbar unnahbaren Kollegen und lernt den sonst so mürrisch dreinblickenden Chef von seiner Schokoladenseite kennen. Ein verlockendes Event, welches gerade aufgrund der entspannten und vielleicht sogar feuchtfröhlichen Atmosphäre viele Fettnäpfchen für unerfahrene Azubis birgt. Lies hier, wie du den Abend genussvoll überstehst, Patzer vermeidest und einen guten Eindruck machst. Anwesenheit ist Pflicht! 1. Solltest du nicht gerade mit einer schweren Grippe ans Bett gefesselt sein, dann erscheine auf jeden Fall zur Weihnachtsfeier. Wer abwesend bleibt, der macht sich unbeliebt und erweckt den Eindruck, nicht sozial kompatibel zu sein. Diese Feier dient nämlich nicht nur als Dankeschön an die Mitarbeiter für die tolle Zusammenarbeit, sondern auch dem Vertiefen gegenseitigen Vertrauens. Wenn sich Mitarbeiter näher kennenlernen, dann werden Empathie und Teamfähigkeit gefördert. Dies wirkt sich motivierend aus, beugt Missverständnissen vor und belebt das Betriebsklima. Es wird von dir erwartet, dass du dich aktiv am Networken mit deinen Kollegen beteiligst. Um diese Dynamik bestmöglich umzusetzen, sind natürlich ein paar wichtige Verhaltensregeln zu beachten. Es gilt Kleiderordnung! 2. Mach dich ruhig festlich zurecht, aber übertreibe es nicht. Zerfetzte Jeans, Minirock, tiefe Ausschnitte und Sneakers sind tabu. Mit Ballkleid oder Smoking wärst du wahrscheinlich overdressed. Versuche einen Mittelweg zwischen chic, elegant und leger zu finden. Falls du unsicher bist, dann frage direkt bei deinen Kollegen nach oder erkundige dich gleich mit der Einladung nach dem Dresscode. Das wird dir in jedem Fall positiv angerechnet. In der Regel fährst du mit einem schlichten Hosenanzug und Hemd oder einem [100]

knielangen Rock und Blazer mit hübscher Bluse gut. Bei lockeren Weihnachtsfeiern kann auch eine schicke Jeans in Kombination mit Blazer und Hemd bzw. Bluse ausreichend sein. Informiere dich vorher, ob Anzugpflicht besteht oder du die Krawatte zu Hause lassen kannst. Sei gut drauf! 3. Selbst wenn dir vielleicht nicht zum Feiern zumute ist, solltest du dich in eine positive Stimmung versetzen. Bedenke, dass sich Führungskräfte und Personal ins Zeug gelegt haben, um die Weihnachtsfeier zu organisieren. Natürlich können sie es nicht allen recht machen, also verkneife dir unbedingt negativ behaftete Kommentare und Nörgeleien über das Dessert, die Musik oder sonst etwas, das vielleicht nicht gerade nach deinem Geschmack ist. Auch wenn dir eventuell jemand unsympathisch ist, lass es dir bitte nicht anmerken und bleibe stets freundlich. Falls du dich zu Beginn der Feier noch unwohl oder sogar deplatziert fühlen solltest, nützt es nichts, wenn du dich absonderst. Lächle und entspanne dich. Nach ein paar Momenten und etwas lockerem Small Talk ergibt sich wie von selbst eine familiär anmutende Atmosphäre. Vielleicht kommst du sogar dem ein oder anderen vermeintlich komischen Kollegen näher. Da kann es passieren, dass du ihn beim näheren Kennenlernen gar nicht mehr so sonderbar findest. Und genau darum geht es. Das Team soll sich besser kennenlernen. Häufig bilden wir Menschen uns viel zu schnell ein Urteil über jemanden und kommen uns dann dumm vor, wenn wir im Nachhinein feststellen, dass wir damit völlig daneben lagen. Übrigens wird sich der Vorgesetzte die Gruppendynamik mit Sicherheit anschauen. Verhalte dich also bitte professionell, beteilige dich am Geschehen und mach das Beste daraus, auch wenn dir etwas nicht passen sollte. Reden ist nicht plaudern! 4. Hier lauern die größten Gefahren für Newbies, denn sich an Gesprächen zu beteiligen, ist so eine Sache. Hier übernimmt jeder Verantwortung für sich selbst. Aus Erfahrung können wir dir dazu raten, dich nie an Lästereien über andere Kollegen oder den Chef zu beteiligen. Völlig egal, was deine Kollegen tun: Fange selbst niemals damit an und lasse dich darauf auch niemals ein. Weitere Tabuthemen sind Gespräche über die Arbeit, Löhne, Kunden, private Angelegenheiten und persönliche Vorlieben. Diskussionen über Religion und Politik oder sexuell anzügliche Witze sind ebenfalls vollkommen fehl am Platz. Verkneife es dir, bei Themen dieser Art mit einzustimmen, auch wenn du darauf angesprochen wirst. Versuche stattdessen, das Gespräch dezent in eine andere Richtung zu lenken. Das kann dir gut gelingen, indem du deine Kollegen zu ihren Hobbys befragst oder ihre Meinung zu einem interessanten Buch, einem neuen Kinofilm oder einem aktuellen Konzert einholst. Dadurch ergeben sich meist richtig gute Konversationen. Achte auf deinen Konsum! 5. Das Essen ist lecker und die Getränke frei – schön und gut. Du kannst dich gerne daran laben, aber: Sowohl falsche Bescheidenheit als auch übermäßiges Konsumieren können deinen Ruf ruinieren. Besonders mit Alkohol ist äußerste Vorsicht geboten. Auch hier gilt: Jeder übernimmt für sich selbst Verantwortung. Flirts sollten lieber nicht vor der gesamten Belegschaft stattfinden und auch nach dem dritten Glühwein sind private Probleme tabu. Komm auch nicht auf die Idee, mit anderen Azubis draußen einen Joint zu rauchen. Merke dir zudem unbedingt, dass der Chef sich alles erlauben darf, aber du nicht. Falls er dir angetrunken das „Du“ anbietet, dann schalte am nächsten Tag bitte wieder auf „Sie“ um und schau, ob er sich daran erinnern kann. Wenn er weiterhin auf das „Du“ besteht, darfst du es ruhig annehmen. Weiterhin gilt: Wenn der Vorgesetzte sein Sakko auf der Feier ablegt und die Krawatte lockert, dann erst dürfen alle anderen das auch. Sollte es allerdings ausarten und dein Chef sich völlig vergessen, dann such so schnell wie möglich das Weite und behalte es für dich. 6. Danke und Auf Wiedersehen! Die beste Zeit zu gehen ist dann gekommen, wenn sich bereits ein paar Mitarbeiter verabschiedet haben und noch ein überwiegender Teil bleibt. Sei also nicht unbedingt der Erste, der die Weihnachtsfeier verlässt und niemals der Letzte. Bedanke dich in jedem Fall beim Vorgesetzten für den schönen Abend und das tolle Essen, verabschiede dich ordnungsgemäß von deinen Kollegen und fahre mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Taxi nach Hause. [101]