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AZUBI BASICS Ostwestfalen

Azubi Basics - Das große Handbuch für den künftigen Auszubildenden mit vielen wertvollen Tipps zum Berufseinstieg

praKtiKa unD erste

praKtiKa unD erste BeruFliche erFahrungen Als angehender Azubi wirst du sicher noch keine handfesten Praxiser- fahrungen haben. Dennoch kannst du ein Maximum aus Nebenjobs und Praktika herausholen. Wichtig ist hierbei, wie du diese Erfahrungen angibst, ohne unglaubwürdig zu wirken oder sie künstlich aufzublähen. Achte ebenfalls darauf, dass du nur Erfahrungen anführst, die etwas mit deiner Stelle zu tun haben oder wichtige soziale Kompetenzen nachweisen. Am besten bedienst du dich aussagekräftigen Vokabulars und fach- licher Begriffe, die mit deiner Branche bzw. deinem Beruf in Verbindung stehen. Wenn du beispielsweise gekellnert hast, dann solltest du die vielseitigen Aufgaben als Servicefachkraft in der Gastronomie darstellen. Hast du ein Praktikum absolviert, bei dem du den Facebook-Account ei- nes unternehmens gepflegt hast, und möchtest dich für eine Ausbildung im Medienbereich bewerben? Dann darf der Begriff Social-Media-Ma- nagement nicht fehlen. Aufgaben wie Werbebanner, Flyer oder Plakate entwerfen werden zu Gestaltung und Konzeption von Werbemitteln. Wer ein Praktikum im Büro absolviert hat, der beschreibt seine Tätigkei- ten als Praktikum im Büromanagement oder im Front Office. Merkst du den unterschied? Auch hier erfolgen die Angaben in chronologisch absteigender Reihenfolge und in tabellarischer Form, etwa so: Max Mustermann . Musterweg 5 . 54321 Musterstadt . Tel.: 0234 654321 . Mobil: 0151 87654321 . E-Mail: m.mustermann@anbieter.de LEBENSLAUF Persönliche Daten Name: Max Mustermann Geburtsdatum: 01.01.2002 in Musterstadt Staatsangehörigkeit: deutsch Schulische Ausbildung Seit 08/2012 Musterschule, Musterstadt -Realschulabschluss voraussichtlich Mai 2018 08/2008 – 07/2012 Grundschule, Musterstadt Praxiserfahrung Seit 08/2017 Eiscafé am Tal, Musterstadt -Mitarbeit als Fachkraft beim Eisverkauf 02/2017 Firma XY, Musterstadt -Praktikum Industriekaufmann -Mitarbeit Kundenbetreuung und Warenannahme Kenntnisse und Fähigkeiten Sprachkenntnisse Deutsch: Muttersprache Englisch: verhandlungssichere Sprachkenntnisse, Level B1 Französisch: gute Sprachkenntnisse, Level A2 IT Microsoft Word: sehr gut, häufige Anwendung Microsoft Excel: gut, EDV-Kurs Klassen 8 bis10 an Musterschule Engagement 09/2017 – 01/2018 Musterschule, Musterstadt -Nachhilfeunterricht Mathematik für Grundschüler Musterstadt, 10. 01.2018 Unterschrift Praxiserfahrungen MM/JJJJ – MM/JJJJ MM/JJJJ – MM/JJJJ name des unternehmens gmbH, ort Praktikum im Front Office name des restaurants, ort Mitarbeit als Servicefachkraft in der Gastronomie it- unD sprachKenntnisse Bzw. weitere FähigKeiten Zunächst einmal solltest du ehrlich zu dir selbst sein und deine Computerkenntnisse richtig einschätzen. Mit welchen Programmen kennst du dich wirklich gut aus? Wie oft nutzt du sie und wo hast du diese Fähigkeiten erworben? Genau diese Dinge interessieren den Personaler. Liste deine IT-Kenntnisse auf und erläutere dann in Stichworten, wie du deine Fähigkeiten hinsichtlich eines bestimmten Programms einschätzt, wie oft du es anwendest bzw. wo du den umgang damit gelernt hast. Bei den Sprachkenntnissen orientierst du dich am besten am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen, wodurch deine sprachlichen Fähigkeiten besonders deutlich werden. Wenn du sie direkt in der Rubrik „IT- und Sprachkenntnisse“ angeben möchtest, dann liste sie ebenfalls entsprechend auf und erkläre, wie gut du die einzelnen Fremdsprachen beherrschst. Auf der Bewertungsskala steht „Muttersprache“ ganz oben, danach folgen „verhandlungssichere Kenntnisse“, „gute Kenntnisse“ und „Grundkenntnisse“. Auch hier solltest du ehrlich mit dir selbst sein. Denn wenn du beispielsweise dein Englisch als verhandlungssicher einstufst und im Vorstellungsgespräch der Personaler plötzlich Englisch mit dir sprechen möchte, du ihn aber kaum verstehst, dann geht das schnell nach hinten los. Alternativ kannst du Sprachreisen oder ein Schuljahr im Ausland unter der Rubrik „Schulische Ausbildung“ angeben. Achte jedoch darauf, den Aufenthalt unter Angabe des Zeitraums, wie oben beschrieben, ordnungsgemäß zu benennen, wie z. B. „Intensivkurs Französisch zur Erweiterung der Sprachkenntnisse auf Niveau B2“ oder „Highschool Year uSA in Chicago im Rahmen des Programms x“. Falls du einen Führerschein oder andere Zertifikate erworben hast, dann fügst du sie ebenso in der Rubrik „Kenntnisse und Fähigkeiten“ ein. Aussehen kann das in etwa so: [54]

Kenntnisse und Fähigkeiten IT-Kenntnisse Microsoft Word: sehr gut, täglich in Anwendung Microsoft Excel: sehr gut, EDV-Kurs Klassenstufen X-Y an Name der Schule, häufige Anwendung Microsoft Powerpoint: erweiterte Grundkenntnisse, regelmäßige Anwendung Sprachkenntnisse Deutsch: Englisch: Französisch: Führerschein Muttersprache verhandlungssichere Sprachkenntnisse gute Sprachkenntnisse Klasse B Hobbys und Engagement Das mit den Hobbys und dem Engagement im Lebenslauf ist so eine Sache. Du musst sie nicht angeben, doch viele Personaler wünschen sich, dadurch mehr über die Kandidaten zu erfahren, und dazu können solche Angaben beitragen. Allerdings sind nicht alle Hobbys vorteilhaft bei der Bewerbung, auch wenn du ihnen mit Leidenschaft nachgehst. Wenn du es geschickt anstellst, kannst du dennoch mit interessanten Freizeitaktivitäten punkten. Engagierst du dich vielleicht sogar in einem Verein oder übst ein Ehrenamt aus? Dann kannst du auch damit den Personaler von dir überzeugen, wenn es dir gelingt, einen Bezug zur Stelle herzustellen. Wenn du dich etwa um eine Ausbildung zum Koch bewirbst, dann kannst du ruhig anführen, dass du gerne kochst und backst. Bist du in einer Schach AG? Dann kannst du dieses Hobby perfekt für Berufe im kaufmännischen Bereich oder im Finanzsektor nutzen, da es deine strategischen Kompetenzen unterstreicht. Hobbys wie Schwimmen, Radfahren oder Musik hören, kannst du getrost weglassen. Vorsicht ist geboten bei Freizeitaktivitäten, die eine hohe Risikobereitschaft suggerieren, wie Höhlentauchen, Bergsteigen oder Motorradrennen. Das kommt bei einer Bewerbung um einen Ausbildungsplatz in einem Beruf, bei dem Gewissenhaftigkeit gefordert wird, eher ungünstig an. Solltest du ein Instrument spielen oder in einem Verein eine Sportart ausüben, dann kannst du damit prima Ehrgeiz und Teamfähigkeit beweisen. Nenne auch Siege und Erfolge, die du in diesem Zusammenhang bereits errungen hast. Hobbys, denen du mal vor vielen Jahren nachgegangen bist, haben im aktuellen Lebenslauf nichts mehr zu suchen. Übertreibe es nicht, sondern wähle gezielt aus und sortiere deine Freizeitbeschäftigungen bzw. dein Engagement entsprechend der Lehrstelle, um richtig zu punkten. Zwei bis drei handfeste Hobbys oder Ehrenämter sind völlig ausreichend. Führe sie genau wie in den Rubriken „Schulische Ausbildung“ und „Praxiserfahrung“ mit entsprechendem Zeitraum und in chronologischer Reihenfolge sowie unter Angabe der Institution an, wie z. B. hier: Hobbys und soziales Engagement Seit MM/JJJJ MM/JJJJ – MM/JJJJ Sportverein X, Ort Volleyball (Junioren-Landesmeister im Jahr Y) Kinderstation des Krankenhauses X, Ort Freiwillige Betreuung der Spielenachmittage Ort, Datum und Unterschrift Wie beim Bewerbungsanschreiben wird auch der Lebenslauf mit dem Ort und aktuellem Datum versehen sowie unterschrieben. Sollte es sich um eine Onlinebewerbung handeln, kannst du ebenso hier deine eingescannte Unterschrift verwenden. Achte darauf, dass das Datum auf dem Anschreiben und dem Lebenslauf identisch ist. Wir wünschen dir viel Erfolg! [55]