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AZUBI BASICS Ostwestfalen

Azubi Basics - Das große Handbuch für den künftigen Auszubildenden mit vielen wertvollen Tipps zum Berufseinstieg

INSIDER-TIPPS von

INSIDER-TIPPS von Personalchefs Sie haben es jeden Tag mit einer großen Anzahl an Bewerbern zu tun. Sie trennen die Spreu vom Weizen und müssen täglich knallharte Entscheidungen treffen, wenn es um die Azubiwahl geht. Kein Wunder, dass sich die Methoden der Personaler für die Kandidaten manchmal nicht nachvollziehbar oder sogar abwegig anfühlen. Nicht selten werden Personalchefs als eiskalt berechnende und bewerberfressende Monster wahrgenommen. Damit du verstehst, dass sich hinter diesem Klischee etwas völlig anderes verbirgt, haben wir mit verschiedenen Personalverantwortlichen unterschiedlicher Branchen und Unternehmen gesprochen. Wir haben sie gefragt, worauf sie im Gespräch wirklich achten und somit wertvolle Insider-Tipps für dich zusammengefasst. Wirf mal einen Blick auf die andere Seite des Schreibtisches und lies hier, worauf es bei den zukünftigen Azubis für sie ankommt. WelcHe ist iHre lieblingsfrage iM beWerberinterVieW? Antwort: Top Eins unter den beliebtesten Interviewfragen der Personaler ist diese: „Was motiviert Sie?“ Begründet wurde dies damit, dass dadurch ergründet werden soll, ob der Bewerber eine wirkliche Ahnung davon hat, worum es sich bei diesem Beruf dreht und was ihn genau dazu antreibt, diesen Beruf erlernen bzw. ausüben zu wollen. Im Grunde zielt diese Frage auf deine innere Motivation ab. Warum denkst du, macht dich dieser Beruf glücklich? Hast du womöglich doch falsche Erwartungen an den Job oder treiben dich äußere Motivationsfaktoren, wie ein hohes Azubigehalt oder der Firmenwagen, an? Die Antwort darauf kann nur der Wahrheit entsprechen. Worauf Personaler bei deiner Antwort auf diese Frage achten, ist, wie du sie formulierst. Schlägt dein Herz wirklich für diesen Job und gehst du dieser Leidenschaft auch nach, wenn Tätigkeiten dazukommen, die weniger interessant sind oder du mit Schwierigkeiten zu kämpfen hast? Etwas gerne zu machen, bedeutet nämlich nicht dasselbe, wie es auch gut zu können. Tipp: Überzeuge mit Beispielen aus deinem Leben und erläutere, wie du auf diese Berufswahl gekommen bist. Anekdoten sind erlaubt. [70]

Welche Aspekte sollte der Kandidat im Vorstellungsgespräch unbedingt nennen? Antwort: Es gibt Dinge, die du als Bewerber unbedingt anführen solltest, auch wenn du nicht explizit danach gefragt wirst. Personaler verraten, dass ein Kandidat in jeder seiner Antworten oder auch mit gezielten Fragen jeweils den Bezug zum Unternehmen durchscheinen lassen sollte. Es muss klar und deutlich werden, dass du dich mit dem Betrieb, seinen Produkten und seinen Grundsätzen auseinandergesetzt und ausgiebig beschäftigt hast. Tipp: Nutze dazu die Homepage des Unternehmens und studiere auch die Wirtschaftsberichte, Pressemitteilungen, Branchentrends, Vorhaben und neuen Produktlinien. Weiterhin solltest du unbedingt äußern, warum du dich ausgerechnet in diesem Unternehmen um eine Lehrstelle bewirbst. Auch dies wird dich keiner ausdrücklich fragen, aber du solltest es in deine Antworten einbauen. Nur so schaffst du es mitzuteilen, was dich an diesem Betrieb begeistert und warum du dich mit Unternehmen sowie Produkten identifizieren kannst. Tipp: Greife zwei bis drei wichtige Punkte dazu auf, die du im Laufe des Gesprächs mit deinen Antworten verknüpfst. So gibst du plausibel wieder, warum du dich genau bei diesem Betrieb beworben hast. Worauf achten Sie während des Interviews genau? Antwort: Neben einem gepflegten Äußeren und guten Manieren ist es Personalern zu 80 Prozent wichtig, die Persönlichkeit des Kandidaten zu erfassen. Dabei achten sie vor allem auf Authentizität. Wenn ein Kandidat besonders nervös ist, dann spielt dies eine untergeordnete Rolle, allerdings sollte die Aufregung nicht durch falsche Coolness überspielt werden, denn dann ist der Bewerber nicht mehr er selbst. Nahezu alle Personalverantwortlichen legen außerdem einen hohen Wert auf Blickkontakt. Schaut der Bewerber dem Gesprächspartner in die Augen, dann unterstreicht das seine Glaubwürdigkeit. Weiterhin merken die Profis sehr schnell, ob der Kandidat sich wirklich gut vorbereitet hat. Wichtig ist, dass er Rückfragen stellt und sich dazu Gedanken gemacht hat. Tipp: Besonders gut kommt es an, wenn der Bewerber sich Notizen erstellt hat. Fragen nach den Entwicklungsmöglichkeiten im Betrieb, nach den konkreten Tätigkeiten bzw. Projekten und sogar danach, wie der Personaler selbst zu diesem Unternehmen gekommen ist, zeugen von echtem Interesse. Treffen Sie Ihre Entscheidung rein strategisch oder auch intuitiv? Antwort: Da sind sich fast alle Personaler und Vorgesetzten einig. Auch sie treffen ihre Entscheidung mit dem Bauch. Das ist einfach zu verstehen. Sie sind auch nur Menschen. Wenn sich zwei Personen sympathisch sind und die Chemie stimmt, dann ist auch ein harmonisches Verhältnis möglich. Schließlich wirst du viel Zeit mit deinem Chef und deinen Kollegen verbringen und je harmonischer die zwischenmenschlichen Beziehungen sind, umso geringer ist der Stressfaktor und umso schöner das Betriebsklima. Was finden Sie an einem Kandidaten besonders nervig? Antwort: Die Antworten hierzu sind sehr vielschichtig. Einige Personaler finden es merkwürdig, wenn ein Kandidat den angebotenen Kaffee aus offensichtlich falscher Bescheidenheit ablehnt. Viele mögen es nicht, wenn der Kandidat nach einer Woche im Unternehmen anruft und nachfragt, ob schon eine Entscheidung gefallen ist. Als nervig eingestuft werden außerdem negative Äußerungen, egal ob es sich um das Wetter handelt, um unbeliebte Schulfächer oder persönliche Schwachstellen. Viele Personalchefs haben auch schon Kandidaten ausgeschlossen, weil sie sich nicht richtig verabschiedet bzw. nicht bedankt haben, sondern den Eindruck machten, so schnell wie möglich verschwinden zu wollen. Besonders genervt jedoch sind Personalverantwortliche von Bewerbern, die unpünktlich erscheinen. So kann es hin und wieder vorkommen, dass diese gar nicht erst zum Interview gebeten werden. Außerdem kommen Ich-Erzähler, Floskeldrescher und Angeber überhaupt nicht gut an. [71]