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LOGISTIK express

LOGISTIK express 1/2018 | S44 Vernetzung AGV Warenausgang Innovation: AKL auf Palettenlager aufgesetzt Pepperl+Fuchs hat das Logistikzentrum, wie in Singapur aufgrund der Bodenbeschaffenheit nicht unüblich, in Pfahlbauweise errichtet. Dazu wurden insgesamt 200 Grundpfähle mit einer Länge von bis zu 40 Metern in den Boden gerammt. Auch die Errichtung einer 32 Meter hohen Brandschutzmauer zwischen Logistikzentrum sowie Produktions- und Verwaltungsgebäude war eine große Herausforderung. Außerdem ist Grund und Boden in Singapur sehr teuer. „Daher war die optimale Nutzung des vorhandenen Grundstücks für das Projektteam von größter Bedeutung“, so Hong. „Dies führte zur Umsetzung einer Silo- Lösung.“ Bei einem Hochregallager in Silobauweise dient das Regal als tragendes Element für die Dach- und Wandelemente. Zusätzlich wurde von WITRON das vollautomatische Tablarlager direkt auf dem Palettenlager installiert – eine weltweit bisher wahrscheinlich einmalige Lösung. Mit dieser Bauweise konnten die Gebäudekosten auf ein Minimum reduziert werden. „Aufgrund dieser besonderen baulichen Begebenheiten und den kaum vorhandenen Flächen in Singapur ist der Materialfluss über mehrere Stockwerke angeordnet. Diese Ausrichtung auf maximale Nutzbarkeit in der Höhe, und dennoch alle Bereiche effizient miteinander zu vernetzten, war auch für uns eine neue Herausforderung“, sagt WITRON-Projektleiter Hüttemann. „Da hat es natürlich geholfen, dass sich beide Unternehmen aus vorigen Projekten bereits gut kannten und beispielsweise die IT-Schnittstellen für alle Beteiligten bekannt waren.“ Dennoch habe man sämtliche Prozesse hinsichtlich ihrer Wechselwirkung zwischen Mannheim und Singapur hinterfragt. „Der zentrale Ansatzpunkt war: welche Auswirkungen haben Entscheidungen für Singapur auf Mannheim und umgekehrt?“, so Hüttemann. „So haben wir zum Beispiel in Singapur die Konsolidierung von Über WITRON: Die 1971 gegründete WITRON Logistik + Informatik GmbH (Hauptsitz Parkstein, Bayern) plant, realisiert und betreibt maßgeschneiderte Logistik- und Materialflussanlagen, welche für den Kunden nachhaltige Wettbewerbsvorteile generieren. Dabei hält WITRON die entscheidenden Schlüsselelemente der Projekte in der Hand: die Logistikplanung, die Informations- und Steuerungstechnik, die Mechanikkonstruktion und -fertigung sowie die Funktionsverantwortung als Logistikgeneralunternehmer. Die WITRON-Unternehmensgruppe zählt weltweit rund 2.800 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz 2016 betrug rund 485 Millionen Euro. Weitere WITRON-Niederlassungen befinden sich in Rimpar (Deutschland), Arlington Heights/Illinois (USA), Toronto (Kanada), Venray (Niederlande), Stoke-on-Trent (UK), Madrid (Spanien) Straßburg (Frankreich) und Singapur.

Aufträgen auf verschiedenen Stockwerken angepasst und die Logistik für einen Produktionsauftrag bis in die Montagelinien integriert.“ Smarte Prozesse - hohe Effizienz Mit dem bisher Erreichten ist man bei Pepperl+Fuchs sehr zufrieden. „Die Verfügbarkeit der Anlage liegt definitiv über dem Standard“, sagt Projektleiter Hong Han Thanh. „Darüber hinaus ist die Pickleistung deutlich gestiegen. Sie ist im automatisierten Logistikzentrum mittlerweile pro Arbeitsplatz dreimal so hoch wie im früheren manuellen Lager, mit weiter steigender Tendenz.“ Darüber hinaus habe die „smarte“ Wareneingangsbuchung dazu geführt, dass ein 40-Fuß-Container innerhalb von drei Stunden komplett vereinnahmt werden kann. Im alten Lager hat es bis zu zwei Tagen gedauert, bis der letzte Karton verbucht und eingelagert war. Doch es gibt noch weitere Vorteile durch die Umsetzung der automatisierten Lager- und Kommissionierlösung. So werden die Operatoren selbst am Arbeitsplatz durch die Vorgaben des Systems durch ihre Arbeit geleitet. Über Pepperl+Fuchs: Die Pepperl+Fuchs GmbH mit Sitz in Mannheim stellt elektronische Bausteine und Sensoren für die Fabrik- und Prozessautomatisierung her. Dazu zählen zum Beispiel Komponenten für Chemieanlagen und Bohrinseln oder Bauteile für die Automobilindustrie sowie den Maschinen- und Anlagenbau. Das Unternehmen definiert sich als „Pionier und Innovator in der Sensorik für die Fabrikautomation sowie als Experte im Explosionsschutz für die Prozessautomation“. Pepperl+Fuchs beschäftigt derzeit 5.600 Mitarbeiter weltweit, davon etwa die Hälfte im asiapazifischen Raum (APAC). Der Gruppenumsatz beträgt aktuell rund 555 Millionen Euro, auf Asien entfallen dabei 137 Millionen Euro. Das Unternehmen betreibt weltweit mehr als 60 eigene Standorte beziehungsweise Tochtergesellschaften, davon 14 in APAC. JÜRGEN HÜTTEMANN „Damit können Poka-Yoke-Konzepte auf diese Arbeitsplätze angewendet werden, was eine hohe Arbeitsqualität zur Folge hat“, so Hong. „Und auch innerhalb der Pepperl+ Fuchs-Gruppe können wir Synergien schöpfen.“ Die Fertigung wird zukünftig ihre Produkte in Ladungsträger packen, die mit einer eindeutigen Identifikation ausgestattet sind. Damit kann der Wareneingang insgesamt nochmals beschleunigt werden. Für die Zukunft bietet das GDC ebenfalls interessante Ausbaumöglichkeiten. „Wir erhalten auch aus der Planungssicht einen wesentlich besseren Überblick“, sagt Hong. „So wird es zukünftig möglich sein, ähnlich wie bei B2C-Unternehmen, unserem Kunden Echtzeitinformationen zu seinem Auftrag zu übermitteln.“ Durch den Aufbau des Lagers kann Pepperl+Fuchs Singapur außerdem kosteneffizient Zusatzleistungen anbieten, wie etwa spezielle Verpackungen für Kunden oder die individuelle Zusammenstellung kompletter Sets. Oder wie es Projektleiter Hong Han Thanh ausdrückt: „Das GDC und dessen smarte Logistikprozesse gekoppelt mit einer nahtlosen Integration der asiatischen Produktionsstandorte haben den Grundstein für die Expansion im asiapazifischen Raum gelegt.“(PI/RED) Fotos: WITRON (Firefly Photography) Multifunktionelle Pick- und Packarbeitsplätze ermöglichen ein Höchstmaß an Flexibilität und Kommissioniersicherheit. WITRON-Projektmanager Jürgen Hüttemann.