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Gossner Mission Jahresbericht 2017

NEPAL Nepal Chaurjahari

NEPAL Nepal Chaurjahari NEPAL Endlich Wahlen Kathmandu Erneut mussten die Menschen in Nepal eine Naturkatastrophe über sich ergehen lassen: Im Sommer 2017 folgten nach extremen Monsunregenfällen großflächige Überflutungen und heftige Erdrutsche. Immerhin fanden 2017 endlich die lang ersehnten Wahlen statt. An drei Tagen im Mai, Juni und September 2017 fanden die lang erwarteten Lokalwahlen in Nepal statt. Bei einer Wahlbeteiligung von über 70 Prozent errang die Partei „Communist Party Nepal - United Marxist Leninist“ (UML) 294 von 753 Bürgermeisterämtern, die „Nepali Congress“ Partei (NCP) stand mit 266 Ämtern an zweiter Stelle und eine weitere kommunistische Partei, die „Communist Party of Nepal - Maoist“ mit 106 an dritter. An zwei Tagen im November und Dezember 2017 fanden dann die Parlamentswahlen auf nationaler Ebene statt. Kurz vor der Wahl hatten die beiden großen kommunistischen Parteien eine Allianz gebildet und mit fast 47 Prozent der Wählerstimmen 103 von möglichen 165 Direktmandaten gewonnen. So wird Nepal einen kommunistischen Premierminister bekommen. Die sozialdemokratische NCP gewann zwar annähernd 33 Prozent der Stimmen, aber nur 23 Direktmandate. Musiker unter sich (1). Fluthilfe nach Monsunüberschwemmungen (2 und 3). 16 Gossner Mission Erneut Naturkatastrophe Die Flutkatastrophe im August hat zu großen Zerstörungen geführt. In der Flachlandregion zur indischen Grenze, dem Terai, sind mindestens 65.000 Familien obdachlos geworden und haben Hab und Gut sowie die Ernte verloren. Die öffentliche Infrastruktur wurde stark beschädigt. Über diese Katastrophe, die in Indien und Bangladesch noch mehr Menschen betroffen hat, wurde in den deutschen Medien wenig berichtet. Die Nothilfe erwies sich als hoch politisiert, zum einen wegen der zu der Zeit noch bevorstehenden Wahlen, aber auch wegen der langanhaltenden Proteste der lokalen Bevölkerung gegen den Zuschnitt der geplanten Provinzen. Die Vereinte Nepalmission (United Mission to Nepal, UMN) konnte, ähnlich wie beim Erdbeben 2015, auch hier rasche Nothilfe leisten. Die Gossner Mission hatte erneut um Spenden gebeten, mit denen auch eine Winterhilfe für betroffene mittellose Familien bezahlt werden konnte. In einem der betroffenen Distrikte kam es zu politischen und gewalttätigen Unruhen. Von Lokal-

politikern angestachelt, wurde mehr und umfangreichere Hilfe gefordert und wurden gar die Helferteams der UMN bedroht. Nun zieht sich die UMN auf die Wiederaufbauarbeit im Rupandehi Distrikt, in dem sie schon länger mit lokalen Partnern arbeitet, zurück. Aktion Zahngesundheit des Hospitals Chaurjahari. Kinder und Jugendlich bleiben im Blick Die Jugendarbeit im Mugu-Distrikt in Westnepal geht weiter. Denn das Projekt ist erfolgreich: Es ermutigt Kinder und Jugendliche zum Schulbesuch und dazu, sich aktiv in einem „Klub“ und in der Gemeinde einzubringen. Die Jugendlichen diskutieren sozial und kulturell heikle Themen miteinander, wie zum Beispiel Benachteiligung der Dalit-Kasten, Kinderheirat und die Diskriminierung von Frauen während der Menstruation. Die UMN hatte Anfang 2017 einen Antrag mit Planung und Haushaltsplan für die Jahre Juli 2016 bis Juli 2019 vorgelegt, in dem die Empfehlungen der Evaluierung vom Mai 2016 eingearbeitet wurden. Die Arbeit wird in den bisherigen vier Landkreisen in Kooperation mit einer kompetenten lokalen Nichtregierungsorganisation fortgeführt. Weitere Projekte Im Dhading-Distrikt westlich von Kathmandu geht der Wiederaufbau nach dem Erdbeben von 2015 voran. Die Arbeit war wegen Auflagen i Nepal gehört zu den elf ärmsten Ländern der Welt. Die Gossner Mission gehört zu den Trägern der Vereinten Nepalmission (United Mission to Nepal, UMN). Diese hat in fünf Jahrzehnten auf vielfältige Weise die Geschicke des Landes begleitet. Jahresbericht 2017 17

Jahresbericht 2012 (pdf) - Gossner Mission