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Gossner Mission Jahresbericht 2017

UGANDA Uganda

UGANDA Uganda Traumabewältigung und konkrete Hilfe Gulu Kitgum UGANDA Kampala Das Ende des Bürgerkrieges in Nord-Uganda bedeutete leider nicht, dass dieser Landstrich 2017 gänzlich vom Kriegsschicksal verschont blieb. Ausgelöst durch die anhaltenden Kämpfe im benachbarten Südsudan strömten im Laufe des Jahres etwa eine Million Menschen in das Gebiet der Diözese Nord-Uganda, mit der die Gossner Mission eine Partnerschaft verbindet. Es sei die „derzeit größte Flüchtlingskatastrophe Afrikas“, so der Hochkommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge, Filippo Grandi. Aufmerksam auf diese humanitäre Katastrophe wurde die Gossner Mission unter anderem durch einen aufrüttelnden Bericht von Bischof Johnson Gakumba anlässlich seines Besuchs beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin. Bei diesem Anlass beschrieb der Bischof aus eigener Anschauung die Gräuel des Bürgerkrieges in Norduganda sowie die Maßnahmen der Kirche bei der Aufarbeitung von Traumata. Uganda-Reise 2017 (1). Bischof Gakumba vor Flüchtlingshilfe (2). Reise-Eindrücke (3). 24 Gossner Mission Auf Bitte der Diözese startete die Gossner Mission einen Spendenaufruf, um eine Hilfs- und Verteilaktion zu ermöglichen. Binnen Kurzem gelang es, erhebliche Mittel einzuwerben; rund 44.000 Euro an Spenden kamen zusammen. Hinzu kam eine Sonderzuwendung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers in Höhe von 20.000 Euro. So konnten die Mitarbeitenden der Diözese Hilfsgüter an insgesamt ca. 8000 Menschen im Flüchtlingscamp Pagirinya nahe der Grenze zwischen Uganda und dem Südsudan verteilen. Die Partnerschaften zur anglikanischen Diözese von Norduganda wie auch zur Nachbardiözese Kitgum wurden vertieft durch einen Delegationsbesuch aus dem Kirchenkreis Norden und Repräsentanten der Gossner Mission, darunter Direktor Christian Reiser, in beiden Diözesen im Januar 2017. Bei diesem Besuch konnten 30 Rollstühle, für die zuvor gezielt gesammelt worden waren, an Bedürftige in Kitgum verteilt werden. Die Kampagne soll weiterlaufen, da die Not der be-

UGANDA hinderten Menschen immens ist. Ein Rollstuhl ist in Ugandas Hauptstadt Kampala schon für 100 bis 130 Euro zu haben. Ein wichtiges Anliegen ist auch die Errichtung einer berufsbildenden Schule bzw. eines Ausbildungszentrums im strukturschwachen Paloga nahe der südsudanesischen Grenze. Diesen lang gehegten Wunsch will die Gossner Mission nun umsetzen. Ein erster wichtiger Schritt ist ein von der Gossner Mission geförderter Workshop. Weitere Schritte wie die Erfassung und Beschreibung der Ausgangslage sowie eine Bedarfsanalyse werden 2018 folgen. Helfer der Diözese verteilen Hilfsgüter im Flüchtlingslager Pagirinya. Ausgewähltes Projekt in Uganda Projekt Dauer Gesamtkosten Finanzierung Flüchtlingshilfe 2017 44.000 € Spenden und Ev. Landeskirche Hannover Autor: Dr. Volker Waffenschmidt Projektkoordinator Afrika Jahresbericht 2017 25

Jahresbericht 2012 (pdf) - Gossner Mission