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TITEL PFLEGE – GUT

TITEL PFLEGE – GUT VERSORGT IM ALTER Um dem drohenden Pflegenotstand entgegenzutreten, setzt Japan auf künstliche Intelligenz. Humanoide Roboter ergänzen bereits heute Pflegeteams in Altenheimen. Noch ist in Deutschland der Einsatz der computergesteuerten Maschinen in Pflege- und Senioreneinrichtungen schwer vorstellbar. Unstrittig ist aber, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2050 drastisch zunehmen wird und das Personal in Alten- und Pflegeheimen heute schon am Limit arbeitet. So haben Entwickler tatsächlich nicht nur das autonome Fahren im Blick, sondern denken auch darüber nach, ob und wie Pflegeroboter zur Entlastung in den Einrichtungen beitragen können. Einer seiner ersten Termine als neuer Bundesgesundheitsminister führte Jens Spahn zum Deutschen Pflegetag, der Mitte März in Berlin stattfand. Dabei machte er keinen Hehl daraus, dass der Personalmangel in der Pflege behoben werden muss, dies aber „nicht mal so eben“ zu machen sei. Klar ist, dass die Attraktivität des Berufes verbessert werden muss und da gibt es nun mal einen unmittelbaren Zusammenhang mit der Bezahlung. So sprach sich jüngst der nordrhein-westfälische Arbeits- und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann für eine tarifgebundene Bezahlung aus: „Wir brauchen überall faire Löhne. Und der faire Lohn ist für mich der von den Sozialpartnern ausverhandelte Tariflohn. Tarifverträge können darüber hinaus helfen, gute Arbeitsbedingungen und den Fachkräftebedarf zu sichern. Darum brauchen wir sie beispielsweise auch flächendeckend im Pflegebereich.“ Die Regierungsparteien in Berlin haben sich im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, 8.000 zusätzliche Pflege-Stellen im Rahmen eines Sofortprogramms zu schaffen – was nach Aussage von Experten aber bei weitem nicht ausreichen wird. Außerdem stellt sich maßgeblich die Frage der Finanzierung. Nachfrage nach ambulanter und stationärer Pflege steigt Wir brauchen überall faire Löhne. Tarifverträge können helfen, gute Arbeitsbedingungen und den Fachkräftebedarf zu sichern. Darum brauchen wir sie beispielsweise flächendeckend auch im Pflegebereich. Laut der 2017 veröffentlichten und auf Zahlen von 2015 beruhenden Pflegestatistik des statistischen Bundesamtes gibt es bundesweit insgesamt 2,9 Millionen Pflegebedürftige. Davon wird der größte 16 www.bvg-menzel.de

Sabine Nielsen ist Leiterin der Alloheim-Pflegeeinrichtung „Am Klinikum“ in Remscheid. Der Eingangsbereich ist hell und freundlich gestaltet. Das angrenzende Bistro wird gerne von der Öffentlichkeit genutzt. Das bringt den Bewohnerinnen und Bewohnern zusätzlichen Austausch. Teil, nämlich 2,08 Millionen zu Hause versorgt – durch Angehörige oder ambulante Pflegedienste bzw. in einer Kombination aus beidem. Ein Drittel aller Menschen mit Pflegebedarf wies eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz auf. Knapp 800.000 pflegebedürftige Menschen werden vollstationär in Heimen betreut. Die Statistik weist außerdem 13.300 ambulant arbeitende Pflegedienste mit 355.600 Beschäftigten aus. In den 13.600 Pflegeheimen arbeiten rund 730.000 Mitarbeitende. Im Vergleich mit 2013 hat die Nachfrage nach Leistungen der ambulanten Pflegedienste und der vollstationären Pflegeheime zugenommen. Zweifelsohne ist Pflege ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor. Junge Pflege als Besonderheit Sabine Nielsen, Leiterin der Alloheim-Pflegeeinrichtung am Klinikum in Remscheid, weiß um die Hilfsbedürftigkeit der ihr anvertrauten Menschen. Durch das differenzierte Konzept des Hauses kommen hier die unterschiedlichen Krankheitsbilder mit verschiedenen Pflegebedarfen zusammen. Neben dem „normalen“ Altenpflegebereich mit 27 Plätzen gibt es als Besonderheit den Bereich „Junge Pflege“. „Hier leben Menschen zwischen 18 und 65 Jahren, die zum Beispiel aufgrund von neurologischen Erkrankungen oder als Folge von Unfallverletzungen pflegebedürftig sind“, erklärt sie. Der mit den Pflegekassen vereinbarte Personalschlüssel ist doppelt so hoch wie in der Betreuung von Senioren, was dem therapeutischen Ansatz geschuldet ist. „Je nach Krankheitsbild kommt es tatsächlich vor, dass Bewohner nach intensiver Therapie wieder soweit fit sind, um nach Hause oder aber zumindest in ein betreutes Wohnen zurückzukehren.“ Weiterhin gibt es den Bereich für solitäre Kurzzeitpflege. Elf Plätze stehen zur Verfügung. Hier leben temporär Menschen nach Krankenhausaufenthalten, die noch nicht so weit wiederhergestellt sind, in die heimische Umgebung entlassen zu werden. Genauso können Pflegebedürftige, die gemeinhin zu Hause betreut werden, hier vorübergehend untergebracht werden, damit die pflegenden Angehörigen der Bergische Unternehmer 04|18 17

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