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Gazette Schöneberg & Friedenau April 2016

Gazette für Schöneberg und Friedenau

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12 | Gazette Schöneberg & Friedenau | April 2016 Erhörte Kuriositäten: Einschlag eines Geistesblitzes und ein Arm der Winkekatze. später seinen Platz und seine Geschichte im Museum, als die Kiste längst zu klein für Albrechts Schätze geworden war. Diese waren im Laufe der Jahre dem Künstler begegnet, hatten seinen Weg gekreuzt und waren geblieben, als sie bemerkten, wie gut er sie versteht. Und als er dann – eher zufällig – Raum in der Crellestraße für sie fand, war das nicht nur für sie besonderes Glück. „Ich bin glücklicher als wahre Sammler“, betont Roland Albrecht heute, der vielmehr Bewahrer als Sammler ist, denn: „Sammler sind selten glücklich, da sie stets auf der Suche nach einem weiteren Gegenstand sind, der ihrer Sammlung noch fehlt. Die Dinge hier aber haben mich gefunden und machen mich durch ihre Anwesenheit und die ihnen innenwohnende Geschichte reich und glücklich.“ Als besonderes Geschenk empfindet es der Künstler auch, wenn sich bei Lesungen oder Veranstaltungen im Museum, wie bei der letzten „Langen Nacht der Museen“, viele Menschen in seiner Wunderkammer einfinden und in ehrfurchtsvoller Stille die Geschichten der manchmal so banalen Gegenstände lesen und verinnerlichen. Keinen Eintritt nimmt Albrecht, dem das Geschäftliche nicht das Wichtigste ist, und der dankbar über kleine Spenden der Besucher ist. „Lebenskünstler“ möchte man ihn dann nennen, der Mitglied im Museumsverband ist und ganz in sich selbst zu ruhen scheint, dabei stundenlang in anderen Museen und Bibliotheken weiterem Wissen auf der Spur ist und in unterschiedlichste Berufszweige hineinschaute: In medizinischen Berufen arbeitete er, war Anästhesie-Krankenpfleger – und Pressefotograf, bevor er seinen beruflichen Schwerpunkt als künstlerischer Fotograf und Schriftsteller fand. Aus seiner Künstlerhand stammen u. a. Collagen, Kataloge, Installationen und Ausstellungen, aber auch Kurzhörspiele und audiovisuelle Porträts. Wichtig dabei sind ihm immer wieder neben den Objekten die Texte und Worte, mit denen der Vielschaffende geschickt zu jonglieren weiß. Diese Kunst gibt er gerne in Schreibwerkstätten an Wissbegierige weiter. Noch unerhörte Kuriositäten im Depot. Unerhörte Dinge Da liegen sie, 16 Reliquien, die nur darauf warten, den Betrachter in ihre geheimnisvolle Lebensgeschichte einzuweihen: das Fernrohr des Kolumbus, die Goethe-Rose aus Karlsbad und der Arm der Winkekatze, den im Rinnstein sein neuer Besitzer, Roland Albrecht, fand. Der Einschlag eines Gedankenblitzes hat seine Spuren ebenso hinterlassen wie der Rote Faden eines Marquis oder die erste Hochzeit zweier Frauen. Und das versteinerte Eis schmilzt nicht, auch wenn es direkt neben dem wärmenden Fell eines Bonsai-Hirschen steht. Sie sind nur eine kleine Auswahl der Unerhörten Dinge. Über 300 Gegenstände aus allen Lebensbereichen erwarten im Depot nebenan ihren großen Auftritt in erster Reihe, sorgfältig nach Gewicht sortiert, manche noch schweigsam und ohne Worte. Doch man darf sicher sein, dass Meister Albrecht auch sie zum Erzählen bewegen und ihre Geschichten, die so viel Wahres bergen, für die Museumsbesucher aufbereiten wird. Mehr Unerhörte Dinge und Informationen unter www. museumderunerhoertendinge. de. Museums-Öffnungszeiten: Mi. – Fr. 15 – 19 Uhr Jacqueline Lorenz Anzeige ◾ Ambulante Krankenpflege ◾ Dienstleistungen und Hilfe im Haushalt ◾ Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz ◾ Zusätzliche Betreuungsleistungen für Menschen mit Demenz ◾ Soziale Beratung und Kostenklärung zusätzlich Tagespflege in Friedenau in der Stierstraße ☎ 70 72 47-0 Hauptstraße 47, Haus III 10827 Berlin PFLEGE HEISST VERTRAUEN VERTRAUEN HEISST DIAKONIE www.diakoniestation-schoeneberg.de Frühlingsfest in der Diakoniestation Schöneberg Unter dem Motto „Für jeden etwas...“ hat die Diakoniestation Schöneberg am 10.03.2016 für ihre Klientinnen und Klienten einen musikalischen Nachmittag im Paul-Gerhardt Saal der Kirchengemeinde Alt-Schöneberg organisiert. Die Gäste wurden von Begleitpersonen mit Kleinbussen zu Hause abgeholt. Die Gemeindepfarrerin, Frau Reinhard, empfing die Gäste und nahm sich Zeit für ein Gespräch. Im Saal erwartete die Gäste ein reichhaltiges Kuchenbuffet und liebevoll gedeckte Tische mit österlicher Frühlingsdekoration. Die Bewirtung übernahmen die Mitarbeiterinnen der Diakoniestation. Jeder Gast wurde umsorgt und verwöhnt. Keiner sollte zu kurz kommen. „Die Gedanken sind frei“, mit diesem gemeinsam gesungenen Lied wurde das Tanzcafé eröffnet. Der Entertainer Kiry Janev präsentierte ein buntes Programm mit Evergreens und Oldies der Popmusik. Auch Musikwünsche der Gäste wurden berücksichtigt. Der Alleinunterhalter spielte sich gekonnt in die Herzen der Anwesenden und sorgte für eine ausgelassene Stimmung. Es wurde gesungen, geklatscht, geschunkelt und gelacht. Wer konnte, schwang das Tanzbein. Es gab auch Zeit zum Plaudern und sich Kennenzulernen. Die Polonaise zum Ende wurde mit Begeisterung aufgenommen und es gab noch eine Zugabe zum Abschied von Kiry Janev. Heiter beschwingt wurden die Gäste nach Hause gebracht. Viele haben sich schon für die nächste Veranstaltung im Sommer angemeldet. Wir danken allen Helferinnen und Helfern, die so freundlich und engagiert mitgewirkt haben.

Gazette Schöneberg & Friedenau | April 2016 | 13 Flüchtlinge in Arbeit Gemeinsamer Aktionsplan macht Fortschritte Viele Flüchtlinge verfügen nicht über Schul- und Berufsabschlüsse, die den deutschen Standards entsprechen. Deshalb ist es nicht einfach, sie ohne Weiteres in unseren Arbeitsmarkt zu integrieren. Es geht aber darum, ihre vielfachen berufliche Erfahrungen, Kompetenzen und Fähigkeiten zu nutzen und diese Menschen dann schließlich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Je mehr wir jetzt diesbezüglich investieren, desto höher der perspektivische Nutzen für alle. Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler führte am 9. März durch die dritte Arbeitsrunde zum Thema Flüchtlinge in Arbeit im Rathaus Schöneberg. Unternehmer aus den drei Unternehmensnetzwerken, Vertreter der Arbeitsagentur, der AWO, der Flüchtlingskoordinatorin und der bezirklichen Wirtschaftsförderung haben sich gemeinsam auf Folgendes verständigt: Das erklärte Ziel muss es sein, dass das Thema Flüchtlinge in Arbeit mit Sorgfalt angegangen wird, um die beteiligten Arbeitgeber, die betroffenen Menschen und Träger gleichermaßen in der sensiblen Anfangsphase mitzunehmen. Die Maxime hierfür lautet Qualität statt Quantität. Aus diesem Grund hat sich die Runde darauf verständigt, die Kontaktaufnahme niedrigschwellig für beide Seiten anzulegen. Außerdem haben sich die Unternehmer entschlossen, dass sie auf der Ebene der kleinen und mittelständischen Unternehmen arbeiten wollen. Geplant ist, dabei mehrere Stränge zu verfolgen: Ausbildung Zur Vermittlung von Ausbildungsplätzen sollen gezielt junge Leute eingeladen werden, die nach erfolgtem Profiling in Frage kommen. Die Jugendberufsagentur kann hier bereits registrierte Friedenau entdecken Die Geschichte des Ortsteils Ein Streifzug durch die Vergangenheit Friedenaus: In seinem Buch „Straßen und Häuser in Friedenau“ unternimmt Ronald Hoppe eine kleine Reise durch den Ortsteil. Mit vielen historischen Fotos und Hinweisen auf Baudenkmale sowie Stolpersteine stellt er die Besonderheiten Friedenaus vor. Die Straßen und Plätze sind in dem Buch alphabetisch geordnet, so dass es sich sowohl zum Schmökern als auch als kleines Nachschlagewerk eignet. Straßen und Häuser in Friedenau, herausgegeben von Ronald Hoppe. Schriftenreihe epilog.de, ISBN 978-3-7392-4680-2, 9,90 Euro. Arbeitsgruppe Flüchtlinge in Arbeit, Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler im Zentrum. Foto: BA junge Leute benennen. Für die Unternehmer ist es wichtig, dass die Auszubildenden nach Ihrer Ausbildungszeit dem deutschen Arbeitsmarkt auch erhalten bleiben. Vor die Ausbildung soll eine sechsmonatige Einstiegsqualifizierung vorgeschaltet werden. Qualifizierung und Nachqualifizierung Die Unternehmer haben sich darauf verständigt, bei anderen Unternehmen dafür zu werben, für Flüchtlinge Praktikumsplätze zur Verfügung zu stellen. Hierzu ist es notwendig die Ausgangsvoraussetzungen des Einzelnen zu kennen. Eine kompetente Vorauswahl für in Frage kommende Praktikantinnen und Praktikanten sollte dann durch die Arbeitsagentur erfolgen. Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler zeigt sich sehr zufrieden über die ersten bereits gemachten Erfahrungen. So hat der Geschäftsführer der Promess GmbH Herr Dr. Lechler zwei 18 und 19 Jahre alte Syrer im Praktikum in seinem Unternehmen eingestellt. Beide sind hochmotiviert, helfen sich gegenseitig und mit Feuereifer bei der Sache. Er kümmert sich höchstpersönlich um die beiden und schult sie in mathematischen Fächern nach. Auch die Schindler GmbH ist derzeit dabei, acht Geflüchteten eine Perspektive zu bieten. „Bedeutend für die Integration in die Unternehmen ist die Akzeptanz in der Belegschaft, ein Kümmerer, der als Ansprechpartner für die jungen Leute zur Verfügung steht. Dabei sollte man insbesondere auf die Fachkräftesicherung für die Zukunft abstellen. Wünschenswert wäre es, in den Netzwerken jeweils eine Person zu bestimmen, die die Auszubildenden betriebsübergreifend betreut“, so die Bezirksbürgermeisterin. Ehemaliger Bezirksbürgermeister Ekkehard Band verstorben Der ehemalige Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg, Ekkehard Band, ist am 8. März 2016 kurz nach seinem 71. Geburtstag verstorben. Aus Anlass seines Todes lag im Rathaus Schöneberg ein Kondolenzbuch aus. Ekkehard Band war SPD-Politiker und hat sich um den Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin verdient gemacht. Von Dezember 1995 an war er im damaligen Bezirk Tempelhof Bezirksstadtrat für Volksbildung und Wirtschaft. Diese Funktion bekleidete er nach der Bezirksfusion von Tempelhof-Schöneberg im Jahre 2000 weiter. Von 2001 bis 2011 lenkte er die Geschicke des Bezirkes Tempelhof-Schöneberg als Bezirksbürgermeister und Leiter der Abteilung für Finanzen, Personal, Wirtschaftsberatung/-förderung. Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler: „Mit Ekkehard Band verbinden mich viele Jahre der Bezirkspolitik in Tempelhof-Schöneberg. Sein plötzlicher Tod hat mich tief getroffen.“

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