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6 d’Isarwinkler

URSPRÜNGLICH, FRECH, ORIGINELL UND BODENSTÄNDIG Geschichten, Porträts und Interviews von der Jachenau bis Dietramszell – von Bad Heilbrunn bis Reichersbeuern

DORFFÜHRUNG Lenggries

DORFFÜHRUNG Lenggries Der Platschererhof Aus gleichem Grund entstanden zur damaligen Zeit auch einige so genannte „Itaker-Höfe“, die anders als die damals gängigen Holz-Blockhäuser aus Stein gebaut wurden. Sie waren zwar im Sommer schön kühl, doch im Winter kaum zu beheizen. Die Bauernhöfe wurden damals wieder und wieder auf die Kinder aufgeteilt, sodass die Bruchteile, die dann entstanden, immer kleiner wurden. So mussten sich die Nachkommen der Bauernfamilien anderer Gewerke annehmen, was dem Ort sichtlich guttat. Einer dieser geteilten Höfe ist der Platschererhof. Die Landwirtschaft wurde durch eine Schäfflerei inklusive Mietstall abgelöst. Der Hof ist deswegen zweigeteilt, weil vor langer Zeit schon die Besitzer so weitschichtig verwandt waren und sich irgendwann nicht mehr absprachen. Seither macht jeder sein Ding, was unschwer zu erkennen ist. Der Platschererhof – ein Haus – zwei Gesichter. Durch’s Vererben bekam der Hof einst zwei Besitzer, was bis heute auch äußerlich zu erkennen ist. Eigentlich wollten die Alliierten unser Lenggries zum Kriegsende per Luftangriff zerstören. Der dichte Nebel, mitten im Frühling, am 5. Mai hat uns davor bewahrt. Glück g’habt! Schäfflerei zum Brettschneider – heute Platschererhof Die Dorfschänke alias Bunker Ein paar Meter weiter führt uns Agnes zur Dorfschänke. Seit 1818 diente sie jahrzehntelang als Bierbunker bzw. Vorratskammer für das Hohenburger Bier. Daher kommt auch der Spitzname „Bunker“. Zur damaligen Zeit ging man nicht zum Wirt. Wenn der Bauer zu Sonntagmittag eine Maß Bier trinken wollte, schickte er den Knecht mit leerem Krug dorthin. Dieser holte an einem extra dafür vorgesehen Fensterl, das als Stehausschank diente, seinem Chef eine Maß „to go“ quasi. Agnes erzählt uns auch aus der Zeit der Prinz Heinrich Kaserne und zwei Gefreiten, die dort einmal versumpft und deshalb nicht zum Abendappell erschienen sind. Die damalige Wirtin hat die beiden vorm Chef verleugnet und ihnen Obdach in der Wirtsstube gewährt. „So sicher wie im Bunker“, schwärmten die beiden. So ist’s bei dem Namen bis heute geblieben. 10

Die Dorfschänke alias Bunker. Dort holte man sich vor 200 Jahren ein Bier „to go“. Auf zum Fenster, an der Glocke läuten, Bier bestellen, mitnehmen und zu Hause genießen! Wir machen Ihre Tortenträume war! Brot & Torte Isarstraße 8 83661 Lenggries 08042/97 82 762 11