Aufrufe
vor 2 Monaten

6 d’Isarwinkler

URSPRÜNGLICH, FRECH, ORIGINELL UND BODENSTÄNDIG Geschichten, Porträts und Interviews von der Jachenau bis Dietramszell – von Bad Heilbrunn bis Reichersbeuern

ANZEIGE PORTRÄT

ANZEIGE PORTRÄT freiZeit Bairawies „Unverpackt in Bairawies Ehrlich, nachhaltig und schmackhaft – so lautet das Konzept von Jasmin Seitner-Spangenberg, die im März das Café freiZeit in Bairawies als ersten „Unverpackt-Laden“ südlich von München eröffnet hat. Die engagierte Unternehmerin bietet in ihrem Café und Laden vorwiegend unverpackte Produkte an. Dazu zählen unter anderem Lebensmittel wie Reis oder Nudeln, Kosmetikprodukte und Haushaltswaren. Die Produkte werden größtenteils plastikfrei und in Großgebinden angeliefert und der Kunde kann die benötigte Menge einfach in mitgebrachte Behälter abfüllen. Bei einem Spontan-Einkauf stehen vor Ort umweltschonende Behältnisse zur Verfügung. Im gemütlichen Café stehen kulinarische Köstlichkeiten wie ein reichhaltiges Frühstücksangebot, selbst gemachte Kuchen und täglich wechselnde Mittags- und Abendgerichte auf der Speisekarte. kf freiZeit Bairawies Dorfstraße 20 83623 Dietramszell-Bairawies www.freizeit-bairawies.de Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch und Freitag 6.30 − 18.00 Uhr Donnerstag und Samstag 6.30 − 22.00 Uhr Sonntag 8.00 − 18.00 Uhr Dienstag Ruhetag Bei schönem Wetter Biergarten bis 22.00 Uhr 122

Herzens-Angelegenheiten „Man kann immer nur eine Kartoffel schälen!“ ... Text: Michaela Probst ... eigentlich ganz logisch, oder? Dennoch würden wir am liebsten drei Dinge gleichzeitig erledigen. Multitasking versteht sich von selbst und die verfügbaren Stunden am Tag sollten von 24 ins Unendliche erweitert werden. Auf unseren To-do-Listen könnten wir so unendlich viele Häkchen setzen. „Setze ein paar Punkte von deiner To-do-Liste auf die Was-soll’s-Liste.“ Sie hängen – jederzeit sichtbar – an unseren Kühlschränken oder werden im Smartphone gepflegt, gehegt und abgehakt. Jedes Häkchen hinterlässt in uns eine tiefe Befriedigung dank unserer Leistung und unseres Tagwerks. Eine Sucht, die uns manchmal vergessen lässt, zu leben, zu genießen und uns darüber zu freuen, dass wir hier im Paradies leben dürfen. „Das eine erledige ich noch, dann mach ich Pause!“, versprechen wir uns wieder und wieder. Doch wie von Teufelshand füllt sich diese Liste unaufhörlich wieder auf und ehe wir uns versehen, ist wieder ein Tag vorbei. So verstreichen die Wochen und Monate in Windeseile. Langeweile kennt kein Mensch mehr und die meisten von uns schmunzeln, wenn sie von jenem Fremdwort hören. „Manchmal ist es an der Zeit, sich Zeit zu nehmen.“ Mir fällt immer wieder die Geschichte von dem buddhistischen Mönch ein, der mal in unsere Gegend kam. Im Buddhismus glaubt man an die Wiedergeburt und wenn man im vorigen Leben ein besonders guter Mensch war, wird man im nächsten zur Belohnung in ein besseres hineingeboren. „Was müsst ihr nur für ein Leben geführt haben, um hier geboren zu werden“, staunte er. Für ihn waren die wundervolle Natur und unser Wohlstand paradiesisch. „Wer loslässt, hat beide Hände frei.“ Doch wie sagt man so schön: „Ohne Fleiß kein Preis“, „Von nix kommt nix!“ und „Was du heute kannst besorgen, ...“ Das alles sollte ja kein Problem sein, glauben wir, bei stetig steigender Lebenserwartung. Wenn wir alle 100 Jahre alt werden, bleibt uns ja reichlich Gelegenheit, die Zeit zu genießen, die wir schon vorgearbeitet haben. Nur blöd, wenn nicht! „Es gibt Wichtigeres im Leben als beständig seine Geschwindigkeit zu erhöhen.“ Mahatma Gandhi 123