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6 d’Isarwinkler

URSPRÜNGLICH, FRECH, ORIGINELL UND BODENSTÄNDIG Geschichten, Porträts und Interviews von der Jachenau bis Dietramszell – von Bad Heilbrunn bis Reichersbeuern

Blumen in Gärten und

Blumen in Gärten und auf Balkonen schmecken unseren Bienen und helfen ihnen, genug Nahrung zu finden, wenn die Felder schon abgemäht sind. Einzigartig, faszinierend und über alle Maßen schätzenswert Unsere Bienen Text & Bilder: Michaela Probst 100 Millionen Jahre hat die älteste Biene schon auf dem Buckel. Sie steckt in einem Bernstein und hat uns so verraten, wie lange sie und ihre Nachfahren ungefähr auf unserem Planeten leben. Eigentlich ist es viel mehr ihr Planet, denn die Bienen waren schließlich lange vor uns hier und bereicherten die Pflanzen- und Tierwelt. Eine Eigenschaft, die uns Menschen leider weniger zuzuordnen ist. Wir alle wissen, dass sich die Bienen nach dieser langen Zeit recht plötzlich – erst seit etwa einem Jahrzehnt – sehr schwertut mit dem Überleben. Die Varroa-Milbe, Pestizide und andere Gefahren machen ihr das Leben schwer. Aber nicht nur wegen ihrer Bedeutung, sondern vielmehr wegen ihrer Faszination, erfreut sie sich hier im Isartal immer mehr menschlichen Anhängern und Wegbegleitern. Wir haben eine Bienenliebhaberin getroffen, die sich als Bienen-Lehrling bezeichnet und uns schwer verliebt und voller Ehrfurcht von ihren Bienen berichtet: Gesa Kreve-Krause aus Lenggries. 22

Die Waben kommen leer in den Bienenstock … die Bienen füllen sie mit Honig und decken sie mit Wachs zu ... das Wachs wird abgestrichen und das Waben-Rähmchen kommt in die Schleuder. Isarwinkler Gloahaisla mit viel Leidenschaft für die Bienen Gesa wollte immer schon Bäuerin werden. Daraus ist zwar nichts geworden, erzählt die 45-Jährige, aber immerhin hat sie es schon auf ein paar Hühner, einen Hund, ein Pferd und ihre Bienen gebracht. Wie viele Bienenfreunde hier im Isarwinkel ist auch ihr Lehrer der Wenig Ernst, der ihr am Bienenlehrpfad in Lenggries von März bis Juli versucht hat, das Leben der Bienen näherzubringen. „Bienen sind seine Leidenschaft und Ernst ist ein echter Experte dieser hohen Kunst“, berichtet uns Gesa ganz ehrfürchtig. „Zum Imker gehören auch die theoretischen Kurse, bei denen ich mich etwas schwergetan habe“, verrät sie uns. Beste Voraussetzung zur Imker- Lehre ist jedoch die Liebe zu den ganz besonderen Insekten. „Mein erstes Bienenvolk war in unserem Garten zu Hause. Barfüßige Kinder beim Fußballspielen, blühender Klee und viele hungrige, fleißige Bienen passen nicht so gut zusammen“, erzählt uns die fünffache Mutter. Jetzt summen ihren Bienen in der Nähe der Kaserne inklusive Bergblick und Feldern so weit das Bienenauge reicht. Sie möchte nur das Beste für ihre Schützlinge, denn sie schätzt sie sehr. Nicht nur wegen dieses wundervollen, nicht ganz freiwilligen Geschenks, dem Honig, sondern wegen ihrer Einzigartigkeit und dem Dienst, den sie für uns und für die Natur so ganz nebenbei verrichten. Über 30 Prozent unserer Nahrungsmittel verdanken wir den Bienen. Mmmh, besser geht’s nicht! Honigschlecken direkt beim Schleudern. 23