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6 d’Isarwinkler

URSPRÜNGLICH, FRECH, ORIGINELL UND BODENSTÄNDIG Geschichten, Porträts und Interviews von der Jachenau bis Dietramszell – von Bad Heilbrunn bis Reichersbeuern

So geht’s unseren

So geht’s unseren Bienen gut: Blüten so weit das Auge reicht und die Flügel tragen können. Sie ist die Liebesbotin Tausender Blüten „Die Pflanzen sind am Boden festgewachsen. Sie können sich nicht bewegen, um jemanden zu umarmen. Die Biene ist ihr Liebesbote und trägt die männlichen Pollen von Blüte zu Blüte. Und es wächst eine Frucht.“ Markus Imhoof* Dieses kleine unscheinbare Geschöpf bestäubt bei jedem ihrer circa 30 Flüge pro Tag 200 bis 300 Blüten. Nachgerechnet ergibt das eine mehr als stattliche Summe von 9000 Blüten pro Tag! Unglaublich, dass dies in China, wo es so gut wie keine Bienen mehr gibt, Menschen übernehmen müssen. Tausende von Arbeiterinnen und Arbeitern klettern zur Blütezeit auf Bäume und betupfen Blüte für Blüte mit Blütenstaub. Das Gleichgewicht ist zerstört. Vor einigen Jahren wollte man dort den Spatzen an den Kragen und es erging die staatliche Anweisung, jene zu vergiften. Das Resultat war eine Insektenplage, der man wiederum mit Pestiziden entgegenwirkte, was unter anderem auch der Biene das Leben kostete. Auch wenn die Bienen- Mädels im Herbst alle Männer abmurksen, sind sie wahrscheinlich sozialer und demokratischer als wir. Sie bestimmen gemeinschaftlich über die Ernennung einer Königin und kommunizieren untereinander. Untereinander heißt im Falle eines Bienenstocks ungefähr mit 50.000 Stimmen bzw. Bewohnern. 24

Manche mögen’s heiß – die Varroa-Milbe nicht Gesa ist eine der Pioniere, die hier im Isarwinkel mit einer Bienensauna die Varroa-Milbe vertreiben. Die Milbe ist ein Parasit, die sich in die Haut der Biene frisst und an ihr saugt. Eine grausame Vorstellung und eine der Strapazen, die Bienen neben den Pestiziden schwächen und sie oft das Leben kosten. Bisher wurden die Bienen mit 60-prozentiger Ameisensäure behandelt. Die Vorstellung, dass diese wundervollen Geschöpfe eine Säurebehandlung ertragen müssen, was aufgrund der Milbenbisse sicher sehr schmerzhaft ist, ist nicht nur für Gesa schrecklich. Sie erzählt uns von Richard Rossa, der in Schweden geforscht und die Bienensauna erfunden hat. Sein Rezept gegen die Varroa ist die Wärme. „Im Gegensatz zu den Bienen, die die Sauna sichtlich genießen, fallen die Milben bei maximal 42° Celsius tot von ihren Wirten ab“, beschreibt uns Gesa die neue Methode, die übrigens auch den bayrischen Staatspreis erhalten hat. Sie ist begeistert und freut sich trotz der Anschaffungskosten von ca. 2000 € über den Erfolg. Nun muss sie ihre Lieblinge nicht mehr quälen und hofft auf viele Nachahmer. *MORE THAN HONEY Ist ein Dokumentarfilm des Schweizer Regisseurs Markus Imhoof aus dem Jahr 2012 über das weltweite Bienensterben und wurde auf vier Kontinenten gedreht. Sehenswert! Auf ein Ooohm zu den Bienen So wie Gesa ihr Bienenvolk in die Sauna schickt, so erfreuen sich viele Imker an einem Wellnessaufenthalt am Bienenstock. Ein Besuch bei den sensiblen Tierchen bedarf viel Ruhe und geht nicht schnell nebenbei, wie fast alles in unserer schnelllebigen Zeit. „Die Tiere spüren, wenn der Besucher nervös oder gestresst ist“, erklärt sie uns. Viele Imker lieben ihre Auszeit bei den Bienen und freuen sich an ihrem faszinierenden Zusammenspiel, an dem wundervollen Summen und auch am Duft und der besonderen Luft im Bienenstock. Dieser wird übrigens auch zu Therapiezwecken bei Asthmaerkrankungen genutzt. Sie sind wirklich Gold wert, diese sympathischen und unglaublichen Geschöpfe – passend zu dem goldenen Honig, den wir alle in Ehren halten und besonders gern genießen. Ein herzliches Dankeschön vom d’Isarwinkler an Gesa für das tolle Gespräch und den ganz besonderen Blickwinkel! Herzlichen Dank für’s Interview an Gesa Kreve-Krause aus Lenggries. Bienen sind Sonnenkinder. Die Bienensauna beschert ihnen quasi eine Wellnessbehandlung und stärkt ihre Selbstheilungskräfte. Die Milben sterben dabei ab. 25