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6 d’Isarwinkler

URSPRÜNGLICH, FRECH, ORIGINELL UND BODENSTÄNDIG Geschichten, Porträts und Interviews von der Jachenau bis Dietramszell – von Bad Heilbrunn bis Reichersbeuern

SPORTLERPORTRÄT

SPORTLERPORTRÄT Korbinian Müller Die Nummer 1 im Tor Text: Michaela Linke Korbinian Müller begann seine Fußballkarriere als Verteidiger in der F-Jugend des LSC Lenggries. Seinerzeit waren Randi Keller und anschließend der Sepp Scheck seine Trainer. Auch sein Vater Hans, hat eine Zeit lang das Training in der Jungend begleitet. „Überhaupt leisten der LSC und seine Verantwortlichen seit jeher eine Wahnsinns-Nachwuchsarbeit. Allein die extrem vielen Jugendmannschaften sprechen für sich. Die Lenggrieser Sportanlage, die im Laufe der Jahre immer wieder erneuert und erweitert wurde, bietet hierfür beste Bedingungen. In der E-Jungend wechselte Korbinian dann von seiner Abwehrposition ins Tor. Die Jugendzeit in der SpVgg Unterhaching Über das Stützpunktraining in Rottach-Egern und Miesbach wurde der Korbi in der C-Jugend von der Spielvereinigung Unterhaching entdeckt. In ganz Deutschland gibt es aktuell 366 Stützpunkte mit etwa 1000 Stützpunkttrainern, die dafür sorgen, dass junge Talente ein spezifisches Training erhalten und sich dadurch spielerisch noch verbessern können. Besonders dankbar ist Korbi seinen Eltern, Hans und Maria. „Sie haben mich in dieser Zeit allein schon zum Training drei- bis viermal wöchentlich von der Jachenau bis nach Unterhaching gefahren. 58

Hätten mich unsere Eltern nicht so unterstützt, dann wäre das alles gar nicht möglich gewesen“, da ist er sich absolut sicher. Korbinian hat noch einen Bruder und zwei Schwestern. Sein Bruder Hans ist selbst leidenschaftlicher Fußballer. Gleich zum Einstand in der Hachinger C-Jugend erreichte Korbi mit seiner Mannschaft die Meisterschaft in der Junioren-Bayernliga. Der Weg zum Profi Nach seiner Jugendzeit wurde Müller 2010 in die U23 übernommen, für die er dann in der Bayernliga im Tor stand. Im Jahr darauf rückte er nach der Trennung des Vereins von Stammtorhüter Darius Kampa als Nummer 2 in die erste Mannschaft auf. Als am 18. Spieltag die Nummer 1 Stefan Riederer nach einem Zusammenprall unerwartet vom Platz musste, kam Müller zu seinem ersten Profieinsatz in der 3.Liga. In der Saison 2013/2014 war er dann Stammtorwart der Hachinger. In der darauffolgenden Saison wechselte der damals 23-Jährige zu den Stuttgarter Kickers. „Wir haben Korbinian schon länger beobachtet“, kommentierte Kickers-Sportdirektor Michael Zeyer damals den Transfer. „Er ist fußballerisch sehr stark und der Spielertyp, den wir gesucht haben.“ Auch dort wurde er Stammtorwart und absolvierte 35 von 38 Ligaspielen. In der anschließenden Saison kam Müller nur noch auf sieben Drittliga-Einsätze und wechselte danach zurück zu Unterhaching. Sportlich sowie persönlich habe ihn diese Zeit sehr geformt, betont der 1,90 m große Tormann. Besonders das DFB-Pokal-Spiel gegen Borussia Dortmund war ein Highlight, auch wenn sich die Kickers mit einem 1:4 geschlagen geben mussten. Als Viertplatzierte der Liga verpassten sie damals nur knapp den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Als Müller zurück nach Unterhaching wechselte, spielten diese bereits in der Regionalliga Bayern. Korbinian steht diese Saison wieder als Nummer 1 im Tor Nach dem erneuten Aufstieg in die 3. Liga wurde Korbinian Müller nach Marinovic und unter Trainer Claus Schromm wieder zur Nummer 1 im Tor erklärt. Dort fühlt sich der heute 27-Jährige sehr wohl. Die Nähe zum Isarwinkel, wo seine Familie, viele Freunde und seine Freundin leben, schätzt Korbinian Müller besonders. Deswegen ist er bisher auch nicht nach München gezogen, sondern wohnt weiterhin in Bad Tölz. Von dort aus pendelt er täglich zwischen den beiden Standpunkten hin und her. Sein Trainingsplan für den Verein ist klar geregelt: Montags Torwarttraining, Dienstag- Mittwoch je zwei Trainingseinheiten, donnerstags und freitags jeweils eine. Am Samstag finden dann die Spiele statt und sonntags hat er in der Regel frei. Nebenbei schafft sich Müller in einem dualen Fernstudium für Fitnessökonomie ein zweites Standbein für die Zeit nach dem Fußball. Denn Sport, so ist sich der Hachinger Keeper sicher, wird immer ein wichtiger Bestandteil in seinem Leben bleiben. Dafür ist er rund 20 Stunden im R1 Sportsclub in der Münchner Leopoldstraße im Einsatz, was sich ideal mit dem Profifußball verbinden lässt. Auf die Frage hin, wer ihn in seiner Fußballkarriere besonders geprägt hat, muss Korbi kurz nachdenken. Da gebe es so viele, deswegen möchte er keinen besonders hervorheben, um keinen zu vergessen. In Unterhaching waren es sicherlich die großen Namen Klaus Augenthaler, Heiko Herrlich, Manni Schwabl, Claus Schromm oder Manu Baum, um nur einige zu nennen. „Einem bin ich aber brutal dankbar“, fällt Korbinian Müller doch noch ein. „Meinem Torwarttrainer Wolfgang Kellner. Die Zusammenarbeit mit ihm ist sehr intensiv und ich konnte daraus unglaublich viel für mich mitnehmen und lernen. Er hat mich zu einem wirklich guten Torwart geformt!“ Lieber Korbi, d’Isarwinkler bedanken sich bei dir für das sehr sympathische Interview. Besonders beeindruckt haben uns deine Bodenständigkeit und deine unveränderte Verbundenheit zu deiner Heimat. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg, privat wie im Fußball. Wir verfolgen weiterhin gespannt deine Karriere bei den Unterhachingern und drücken dir alle Daumen! ml 59