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Magazin GARCON - Essen, Trinken, Lebensart Nr. 48

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TITEL Red Spring Vodka

TITEL Red Spring Vodka Matthias Engels an der Gesundbrunnenquelle. „Damals legten die Besitzer des Landes, eine Familie von Wulffen, diese Teiche an“, erläutert Matthias Engels, „wir sind allerdings die Ersten, die hier Störe züchten.“ Tatsächlich scheint sich der urtümliche Knorpelfisch im Wasser der Gesundbrunnenquelle besonders wohlzufühlen. „Er mag wahrscheinlich dessen ausgewogene Mineralität“, so Engels. Der Fischzüchter führt uns zur Quelle, die in einem Waldstück hinter dem Forellenhof liegt. Der Weg ist beschwerlich, wildgewachsene Sträucher, umgestürzte Bäume, ein Stück Natur, das ohne menschlichen Eingriff existiert. „Unser verwunschener Wald“, nennt Engels das unberührte Biotop. Die Quelle selbst ist viel weniger spektakulär. In einer Senke tritt an vielen Stellen rostrotes Wasser aus der Erde, Rinnsale entstehen, die zueinander finden und dann zu einem Bach werden. „Das Wasser ist eisenhaltig“, erklärt Engels, „aber das Eisen bleibt auf dem Weg zu den Teichen auf der Strecke.“ Wir schöpfen Wasser mit den Händen. Da ist ein bisschen Flora in der Nase und am Gaumen tatsächlich eine subtile Mineralität. „Ihr seid nicht die Ersten, die das feststellen“, sagt Engels, „und so wuchs die Idee, daraus einen Wodka zu brennen, als passenden Begleiter des Kaviars, den wir von unseren Stören gewinnen.“ 10 GARÇON

Red Spring Vodka TITEL Buckau im Hohen Fläming, ältester urkundlich erwähnter Ort im Land Brandenburg. Pfarrer i.R. Thomas Gandow. An dieser Stelle bekommt unsere Geschichte über die Rottstocker Störe, ihren Kaviar und die Suche von Susanne und Matthias Engels nach einem passenden Begleiter dafür, ein retardierendes Moment. Wir machen einen Abstecher nach Buckow, das Nachbardorf. Im Pfarrhaus des 200-Einwohner-Örtchens leben Ute und Thomas Gandow (www.radpfarrhaus.de). Der 72-jährige Pfarrer im Ruhestand war bis zur Pensionierung 2011 Beauftragter für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und als Scientology-Experte ein vielgefragter Interview partner. Heute gilt Gandow auch als kenntnisreicher Führer durch die Regionalgeschichte. Beim Tee erzählt er über den Gesundbrunnen, der am Pfingstmontag des Jahres 1659 durch einen Bergeinsturz entstanden sein soll und von einem Kuhhirten entdeckt wurde. „Das Wasser muss eine gewisse Heilkraft besessen haben“, so Thomas Gandow, „denn schnell entwickelte sich die Quelle zur Pilgerstätte.“ Die ältesten erhaltenen Nachweise dafür sind übrigens die Veröffentlichungen des Dahnsdorfer Pfarrers Adam Poltz (siehe Bild u. re.): „O Neuer Wunderbrunnen/Printz aller schönen Quellen/zur Hülff und Artzeney in schweren Krankheits-Fällen...“ Buckauer Dorfkirche mit dem gotischen Schnitzaltar „Maria und Jesuskind mit Vogel“. GARÇON 11

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