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Magazin GARCON - Essen, Trinken, Lebensart Nr. 48

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GESCHMACKSSACHEN

GESCHMACKSSACHEN Knieperkohl Den offiziellen Zusatz ‚Knieperstadt‘ für Pritzwalk könnte ich mir durchaus vorstellen, zumal das schmackhafte Kohlgericht schon seit Jahrhunderten zu unserer Stadt gehört – früher zwar als ‚Arme-Leute-Essen‘ und andernorts belächelte ‚Prignitz-Bombe‘, inzwischen aber, nach einem deutlichen Imagewandel, als kulinarische Spezialität unserer Region. Dr. Ronald Thiel, Bürgermeister Pritzwalk Unser Verband pro agro steht für die Förderung des ländlichen Raumes in der Region Berlin-Brandenburg. Dazu gehören der Erhalt historischer Dorfkerne und der ländlichen Baukultur ebenso wie die Verbesserung der Infrastruktur und die Bewahrung alten Handwerks und traditioneller Kulinarik. Dabei unterstützen wir viele Projekte, deren Ergebnisse sich in den Dörfern zwischen Fläming und Prignitz sehen, nutzen, genießen und manchmal sogar schmecken lassen – wie das zum Beispiel beim Knieperkohl der Fall ist. Kristin Mäurer, Fachbereichsleiterin, pro agro e.V. Ich bezeichne den Knieper schon ganz gern mal als ‚kulinarisches Herzstück der Prignitz‘, vielleicht noch nicht dermaßen in aller Munde wie Gurken aus dem Spreewald oder Spargel aus Beelitz, aber durchaus im Kommen. Der Zuspruch, den unsere regionale Spezialität zum Beispiel auf der diesjährigen Internationalen Grünen Woche bekam, ist ein Beweis dafür. Mike Laskewitz, Vorsitzender, Tourismusverband Prignitz e.V. 76 GARÇON

Knieperkohl GESCHMACKSSACHEN Knieperkohl-Bastion: Gasthaus zum Torwächter in Pritzwalk. Für Jean Duwe ist die Knieperzeit so etwas wie die fünfte Jahreszeit. Kein Wunder, der 42-jährige Pritzwalker ist 2. Vorsitzender des Tourismusvereins seiner Heimatstadt und Koch von Beruf. Seine Lehre hat er in Bremen absolviert und Jahr für Jahr den ganzen Aufstand miterlebt, der dort um den Grünkohl veranstaltet wird, „von Kohlkönigin bis Kohlorden, nichts wurde ausgelassen.“ Als er 2003 in die Prignitz zurückkehrte, um das Gasthaus „Zum Torwächter“ von seinen Eltern zu übernehmen, schwor er sich, ein bisschen von dem in Bremen Erlebten in Pritzwalk einzubringen. „Schließlich haben wir neben dem Knieper, unserem Nationalgericht, noch einiges mehr zu bieten“, sagt er, „immerhin waren wir sogar mal Hansestadt, das weiß aber kaum einer.“ Der ehrenamtliche Tourismusförderer spricht über die architektonischen Sehenswürdigkeiten Pritzwalks, über dessen Geschichte als Bierbrauer- und Tuchmacherstadt und vergisst auch nicht zu erwähnen, dass die deutsche Industriellenfamilie Quandt, immer- hin BMW-Großaktionär, hier ihre Wurzeln hat und Pritzwalk deshalb noch immer verbunden ist. Nachdem Jean Duwe gleich noch einige Sehenswürdigkeiten der Umgebung angepriesen hat – das Kloster Stift zum Heiligengrabe, das Barockschloss Wolfshagen, das Lindenberger Kleinbahnmuseum – sagt er noch einen Satz, der ihm wichtig ist: „Die Prignitz ist eine der schönsten Ecken Brandenburgs und kein Niemandsland, in dem der Fuchs keinen Hasen zum Gute-Nacht-Sagen findet.“ Soll heißen: Ein Ausflug lohnt sich immer – und Knieperkohl kann man auch zu jeder Jahreszeit essen! GASTHAUS ZUM TORWÄCHTER Meyenburger Tor 24 16928 Pritzwalk Tel. 03395 — 75 96 0 www.zumtorwaechter.de Knieperkohl-Botschafter: Inhaber und Küchenchef Jean Duwe. Prignitzer Nationalgericht: Knieper mit Kasseler und Kohlwurst. GARÇON 77

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