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Fraenkische-Nacht-April-2018-Alles

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musiktipps poems for laila Dark Timber Baboushka Records camp cope How To Socialize & Make Friends Rykodisc (Warner) „Dunkles Bauholz“ aus dem Balkan haben hier Joanna Gemma Auguri und Nikolai Tomás klanglich verarbeitet. Der Titel hält, was er verspricht. Bei den 1989 in Berlin gegründeten Poems For Laila wechselten stets die Mitglieder bis auf ihren Gründer Tomás. Die durchweg melancholische Musik und Poesie bewegt sich auf den „Battlefields“ des Lebens zwischen osteuropäisch beeinflusstem Folk, europäischem Chanson und englisch inspiriertem Pop – „Fingers Crossed“. Ansprechende Gitarrensounds bilden oft einen Kontrast zu den meist schwermütigen Klängen des Akkordeons. „Bist Du depressiv, weil Du diese Musik hörst oder wird man depri aufgrund dieser Klänge?“ Das fragte mich ein Freund, der mich beim intensiven Hören dieser Platte überraschte. Ja, es kann passieren, dass einem eine bodenlose Traurigkeit beim Genuss dieser Scheibe befällt, auch wenn die Melodie durchaus hoffnungsvolle Gelassenheit zu spenden vermag. In manch schwarzer Nacht in der Abgeschiedenheit von Jurte im Havelland aufgenommen, entstanden diese mystisch anmutenden Songperlen, die auch live am 26.4.2018 im A.C.T. Center in Nürnberg live zu erleben sind. Helmut Ölschlegel Auch als linksversiffte Gutmenschen, schwadronierende Bohèmes und selbsternannte „Taste-Maker“ sind die meisten von uns (Möchtegern-)Musikjournalisten zumindest gegen den männlichsten aller Makel nicht gefeit: den Alltagssexismus. So hätte ich Camp Cope spätestens an dieser Stelle als „Girl-Band“ vorgestellt, während ich ihren männlichen Kollegen derartige Komposita sonst erspare. Zum Glück räumt Georgia Maq gleich in „Opener“ mit allem testosteronschwangeren Unsinn auf, den Frauen sich selbst in der ach so progressiven Indie-Szene anhören müssen. Ob so viel gerechten Zornes könnte man(n) fast sein Bier verschütten, als wäre im Urlaubsflieger soeben die Durchsage „Hier spricht Ihre Pilotin.“ erklungen. Längst überfällige Aufklärungsarbeit ist jedoch nur eine Qualität des zweiten Albums von Camp Cope: Maqs in breitestem australischen Akzent geschmetterte Vocals stehen in ihrer oft berstenden Emotionalität klar im Zentrum. Die scheinbar spröde Instrumentierung bildet dafür ein passendes Fundament, offenbart bei genauerem Hinhören jedoch allerhand melodischen Feinsinn. Maximilian Beer felix jaehn I Universal Music yo la tengo There‘s A Riot Going On Matador/Beggars/Indigo Felix Jaehn ist der neue Superstar am Dance-Himmel – und das weltweit. Genauso wie David Guetta, Avicii und anderen schicken DJs stellt der 23-jährige die Musikbranche derzeit auf den Kopf. Dennoch hat er nun etwas (aus seiner Perspektive vermutlich regelrecht) anachronistisches getan: Er hat ein Album herausgebracht. Auf „I“ sind alle Superhits seiner bisherigen Bilderbuch-Karriere zu hören: „Cheerleader“, „Hot2Touch“ „Ain‘t Nobody (Loves me better)“ sowie die Fußballhymne „Jeder für Jeden“. Zudem zeigt sich Jaehn auf seiner Debüt-Scheibe nun nicht mehr nur als DJ und Produzent, sondern auch als Songwriter. Außerdem traut sich der Hamburger auf dem Album mit 24 Liedern (man kann eigentlich von einer Doppel-CD sprechen) auch an experimentelle Töne abseits des Mainstream. Ob die einzelnen Stücke immer so gelungen sind, ist dann letztlich aber Geschmackssache. Dennoch gibt es für diese CD eine klare Empfehlung, denn es wird Sommer: Ab ins Auto, Fenster auf, im Idealfall auch das Verdeck weg und sich „(too) Hot2Touch“ fühlen! Sabine Mahler Der Titel des 15. Studioalbums von Yo La Tengo entpuppt sich zunächst als klarer Etikettenschwindel: Weder wandeln die Indie-Veteranen aus Hoboken plötzlich auf den Spuren von Sly And The Family Stone, die anno 1971 mit „There’s A Riot Goin’ On“ ein explosives Funk-Feuerwerk zündeten, noch gerieren sie sich als straßenkampferprobte Revoluzzer. Das sphärische, fast meditative Instrumental „You Are Here“ gibt gleich zu Beginn die Richtung vor, es folgen angejazzter Postrock, abstrakte Ambient-Exkursionen, fragiler Folk, chillige Soundscapes, fluffige Dreampop-Momente und sogar eine putzige Bossa-Nova-Petitesse. Diese Platte bietet puren Eskapismus in unruhigen Zeiten, eine akustische Wellness- Oase mit Entspannungsgarantie, so unaufgeregt wie eine Malstunde mit Bob Ross. Und vielleicht ist ja gerade das der perfide Masterplan von Ira Kaplan, Georgia Hubley und James McNew: Widerstand durch Wohlklang, Wattebäuschchen statt Pflastersteine, Einlullen statt Aufwiegeln – die Welt wäre vielleicht ein besserer Ort. Uli Digmayer KURZ &GUT Songs, die weh tun: „But people get cancer and die. People get hit by trucks and die. People just living their lives. Get erased for no reason. With the rest of us watching from the side.“ „Now Only“ ist schon das zweite Album, mit dem der großartige amerikanische Songwriter Phil Elverum alias Mount Eerie den Krebstod seiner Frau Geneviève Gosselin verarbeitet. Brutal direkt, poetisch niederschmetternd und doch zu ertragen: Denn jeder dieser sechs so schonungslosen Balladen wohnt ein Schimmer Hoffnung inne. Und wenn sie nur noch in einem Traum lebt. cro Wenn eine Band, die ihre Proben in Omas Häuschen im mittelfränkischen Städtchen Roth abhält, fast 5 Millionen Hörer auf Spotify findet, sollte man die sich nicht nur aus lokalpatriotischen Gründen genauer anschauen. A Tale of Golden Keys wurde gerade schon zu unrecht als fränkische Inkarnation von The National bezeichnet, zurecht aber als eine der großen deutschen Indie-Pop-Hoffnungen gelobt. Dezenter, melancholischer und außergewöhnlich eigenständiger Indiepop mit Referenzen zu Death Cab for Cutie oder Fountains of Wayne, der nie in Epigonentum abgleitet. cro DJ-Toplist > April Rex Danny 1. Chain & The Gang - Devitalize 2. Muscle Barbie - You 3. Corner Boys – Be seeing you 4. Pisse – Dunkle Strassen 5. Hot Snakes - I need a doctor 6. Kynett - Ella 7. Exploded View - Summer came early 8. Neo Boys - Nothing to fear 9. King Midas Sound - Cool out 10. Lotto - Rope 38 www.fraenkische-nacht.de

konzerttipps überregional von sabine Mahler Sofern nicht anders angegeben, alle Fotos von Helmut Ölschlegel Im April geht es gleich los mit einem absoluten Shooting-Star: Felix Jaehn. Dazu kommen viele kleine aber feine Künstler, wie Russkaja, Moses Pelham oder Sookee. Dazu kommen ein paar tot geglaubte, wie Selig oder - ihr lest richtig: David Hasselhoff. Wanda 3.4. Fürth, Stadthalle 13.7. München, Tollwood Sommerfestival Wanda kann man auf zwei Arten erleben: Zum einen zu Hause oder in der Bar, mit den Songs aus dem Radio, mit Freunden, der Liebe oder ganz alleine. Zum anderen als kollektives Live-Erlebnis mit tausenden Fremden, die zu Verbündeten werden. Martin Kohlstedt 4.4. Erlangen, E-Werk Improvisation und Spielfreude sind die für Fans inzwischen vertrauten Grundpfeiler von Kohlstedts so betitelten ‚modularen Kompositionen‘. Die kommenden Stücke werden daran nichts ändern, nur unerprobte Bausteine mit auf den zu pflasternden Weg geben. Pristine 4.4. Nürnberg, Hirsch Emil Bulls 5.4. Erlangen, E-Werk Mit fesselnden Songs zwischen aggressivem Wahnsinn und sanfter Melancholie wird die Band ihren Ruf als eine der besten deutschen Live-Bands abermals untermauern. Live präsentieren die Emil Bulls ihr gewohntes Überbrett an alten Klassikern und aktuellen Hits. Manfred Mann‘s Earth Band 5.4. Würzburg, Posthalle Hits wie „Blinded By The Light“, „Davy‘s On The Road Again“, „Father of Day, Father of Night“, „Mighty Quinn“ besitzen Klassiker- Status. Vor 40 Jahren hat Manfred Mann seine legendäre Earth Band gegründet, mit der er regelmäßig in den Charts war und auch heute noch europaweit in ausverkauften Hallen spielt. Rock meets Classic, 6.4. Würzburg & 7.4. Nbg. Jennifer Rostock, am 27. April in Fürth Rock meets Classic feat. Francis Rossi (Status Quo) u.v.a. 5.4. Ingolstadt, Saturn Arena 6.4. Würzburg, s.Oliver Arena 7.4. Nürnberg, Arena 15.4. München, Olympiahalle Die Erfolgsgeschichte geht weiter! Nach acht erfolgreichen Jahren geht Rock meets Classic 2018 in eine weitere, spektakuläre Runde! Diesmal sind mit opulentem Orchester und Band dabei: Francis Rossi (Status Quo), Leo Leoni & Nic Maeder (Gotthard), John Helliwell & Jesse Siebenberg (Supertramp), Eric Bazilian (The Hooters) und Michael Sadler (Saga). Jamaram 6.4. Nürnberg, Hirsch 7.4. Aschaffenburg, Colos-Saal 21.4. Würzburg, Posthalle Jamaram‘s Musik hat hohen Wiedererkennungswert. Der Wanderzirkus in Sachen Reggae & Rock‘n‘Roll, seit Jahren auf den Bühnen Europas, Afrikas und Südamerikas zuhause, fährt auf der Genre-Achterbahn, ohne je beliebig zu werden. Man hört den Songs an, dass sie hand- und herzgemacht sind. Felix Jaehn 7.4. München, Olympiahalle Mit gerade einmal 23 Jahren spielt der gebürtige Hamburger Felix Jaehn Dank Youtube längst in der ersten Liga der globalen Dance Music. Mit seinem Remix von Omis Reggae-Song „Cheerleader“ toppte der DJ und Musikproduzent 2014/2015 die Charts in über 50 Ländern. Ein Erfolg, an den er mit seiner Interpretation des Chaka Khan- Hits „Ain‘t Nobody (Loves Me Better)“ nahtlos anknüpfen konnte. Fall Out Boy 8.4. München, Zenith Fall Out Boy sind die Superstars eines popinfizierten Punkrock. Nach zahllosen gewonnenen Preisen gönnte sich die Band eine unbefristete Pause. Erst 2013 folgte mit dem fünften Album „Save Rock And Roll“ das Comeback. Mason Rack Band 9.4. Fürth, Kofferfabrik Sie kommen von Down-Under, genauer von der Gold Küste in Queensland und bereisen die ganze Welt. Ihre Musik lässt sich in drei Worte zusammenfassen: Blues-Roots-Rock from Down-Under. Shob 10.4. Fürth, Kofferfabrik In den vergangenen 6 Jahren spielte Shob mehr als 1000 Shows. Sein Soloprojekt erlaubte ihm als Vorband für namenhafte Jazzgrößen wie Scott Henderson, Jeff Berlin und Gary Novak aufzutreten. Seine Musik ist intensiver ProgRock/Funk der Extraklasse. Selig 10.4. Aschaffenburg, Colos-Saal Cosmo Sheldrake 10.4. München, Kranhalle Er spielt über 30 verschiedene Instrumente, die er sich weitgehend selbst beigebracht hat, darunter Gitarre, Banjo, Keyboards, Bass und Kontrabass, Schlagzeug, Tin Whistle, Sousafon und Akkordeon. Er verbindet sie auf seiner Loop Station mit in aller Welt gesampelten Sounds zu fantastischen Stücken. Dana Fuchs 11.4. Nürnberg, Hirsch 12.4. Aschaffenburg, Colos-Saal Nach zweieinhalb Jahren Tournee-Pause feiert die New Yorker Sängerin Dana Fuchs im April 2018 ihr Comeback in Deutschland. Zeitgleich wird mit „Love Lives On“ ihr neues Album veröffentlicht, welches das bislang am stärksten an Blues und Soul orientierte Werk ist. Gleichzeitig zeigt sie sich hier mit ihrer ganzen Kraft, aber auch ihrer Verwundbarkeit und all ihren Gefühlen. Sara Niemitz und Snuffy Walden 12.4. Fürth, Kofferfabrik Sara Niemitz ist ein Fan der dritten Person. Wenn man ihr im echten Leben begegnete, sänge und spielte sie dir ein paar Liedchen. Im Moment würde sie dir allerdings eher einen Sketch über ihr Leben spielen. Die aus Chicago stammende Sara zog nach Kalifornien um ihre kreativen Möglichkeiten voll ausschöpfen zu können. Russkaja 12.4. Nürnberg, Hirsch Längst haben sich Russkaja zu einem gefragten Original entwickelt. Ihre optimistisch kraftvollen Songs pendeln zwischen Ländern, Sprachen und Kulturen - High Speed Polka Ska Groove trifft auf virtuose Dreck-Gitarre. Stürmische Gebläse- Asaf Avidan, am 16.4. in Erlangen Foto: VSB 39

April 2018
(FSB) am 25. April 2010 im Kultur - Fränkischer Sängerbund
Wachauer Festival-Nächte 2018 // Faltflyer
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