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Vital Aktuell April 2018

Fütterung

Fütterung Kälberaufzucht beginnt vor der Geburt Christian Peyer, Ing. Agr. FH, Vital Beratungsdienst Ostschweiz Die Kälberaufzucht ist entscheidend für die spätere Leistung als Milchkuh. Die Stärkung der Immunabwehr und der optimale Start nach der Geburt beginnen jedoch schon viel früher. Vor der Geburt Die Kälberaufzucht beginnt schon in der Galtphase. In dieser Zeit ist die Fütterung auf die Bedürfnisse der trächtigen Kuh abzustimmen. Dies gilt nicht nur für das Grundfutter, sondern auch für die Gaben an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen. Der Galt-Mineralstoff Qualifeed 872 enthält viel Vitamin E und Beta-Carotin. Diese Elemente reichern sich in der Biestmilch an und haben positive Auswirkungen auf die Gesundheit und Widerstandskraft der Kälber. Ein besonderes Augenmerk gilt auch dem Kuhkomfort. Nur gut erholte Kühe haben hochwertiges Kolostrum und starten mit hohen Leistungen in die Laktation. Erkrankungen des Kalbes in den ersten Lebenstagen sind oft auf Kontaminationen im Abkalbebereich zurückzuführen. Eine saubere und geräumige Abkalbebucht leistet gute Dienste (Abbildung 1). Abbildung 1: grosse Abkalbebucht Die Kolostrumphase Der wichtigste Erfolgsfaktor in der Aufzucht ist die Kolostrumgabe direkt nach der Geburt. Das Kalb kann nur über die Biestmilch Antikörper aufnehmen. Die Durchlässigkeit der Darmwand für Antikörper nimmt sehr schnell ab. Wir empfehlen, innerhalb von 2 bis 4 Stunden nach der Geburt mindestens 3 Liter zu verabreichen. Auch Kälber, die bei der Mutter bleiben, müssen getränkt werden. Nur so ist sichergestellt, dass genügend Erstkolostrum aufgenommen wird. Am einfachsten geht die Verabreichung mit einer PET-Flasche und einem Nuggel. Aus hygienischen Gründen empfiehlt sich, die PET-Flasche nur einmal zu gebrauchen. Verweigert das Kalb die Biestmilchaufnahme, kann gedrencht werden. Hier ist aber Vorsicht geboten und es sollte nur von geübten Personen ausgeführt werden. Biestmilch ist nicht gleich Biestmilch Sowohl bei der Gewinnung als auch bei der Verabreichung der Biestmilch ist auf Top-Hygiene zu achten. Die Flaschen, Nuggel und Eimer müssen nach jedem Gebrauch gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Chromstahl-Melkeimer lassen sich besser reinigen als Kunstoff-Eimer. Frisch gemolkenes Kolostrum muss sofort vertränkt oder gekühlt werden, damit sich keine Keime vermehren können. Nicht jede Biestmilch bietet ausreichenden Schutz. So enthält das erste Gemelk nach der Geburt bekanntlich am meisten Antikörper. Nicht jede Kuh gibt auch gutes Kolostrum. Damit die Biestmilch genügend Antikörper gegen die stallspezifischen Erreger enthält, sollte die Kuh mindestens 2 bis 3 Monate vor der Geburt im Bestand sein. Für Notfälle (Tod der Kuh, Festliegen, Mastitis etc.) empfiehlt es sich, einen Vorrat mit eingefrorener 10 Vital Aktuell April 2018

Fütterung Biestmilch anzulegen. Die Milch sollte von älteren und gesunden Kühen stammen. Am besten füllt man 1 Liter-Portionen in Gefrierbeutel ab und achtet darauf, dass sie im Gefrierfach flach liegen. So kann die Biestmilch schneller aufgetaut werden. Im Handel gibt es spezielle Beutel für Biestmilch. Beim Auftauen ist darauf zu achten, dass im Wasserbad die Temperatur von 45° C nicht überschritten wird. Kuhmilch aufwerten Nach der Kolostrumaufnahme soll während 14 Tagen Vital Immunobooster in die Milch eingemischt werden. Er liefert hochverfügbares Eisen, stärkt das Immunsystem, wirkt entzündungshemmend und unterstützt die Verdauung. Danach wird die Kuhmilch mit Qualifeed 305 Robusto aufgewertet. Dieser fördert die Sauglust und den Appetit, stabilisiert die Verdauung und liefert die wichtigsten Spurenelemente in hoch verfügbarer Form. Muttertierimpfung In Betrieben mit Infektionen durch Rota- und Coronaviren oder gehäuftem Coli-Durchfall bei neugeborenen Kälbern kann durch eine Muttertierimpfung die Abwehr der Kälber gestärkt werden. Dies gelingt aber aufgrund der besonderen Verhältnisse in der Gebärmutter nur bei rechtzeitiger und ausreichender Kolostrumgabe. Hygiene auch im Kälberstall Um die Kälber vor den gefürchteten Kryptosporidien- und Kokzidiendurchfällen zu schützen, ist besonders auf die Hygiene im Abkalbestall sowie in den Kälberboxen zu achten. Das Desinfektionsmittel Neopredisan 135-1 wirkt bei einer 3%-Lösung auch gegen diese Keime. Umgebungstemperatur Diese wird oft falsch eingeschätzt: Kälte beginnt für neugeborene Kälber schon ab +10° C! Mit einer Kälberdecke (Abbildung 2) und Ausrichtung der Kälberiglus gegen Süden oder Südosten kann man viel bewirken. Abbildung 2: Kälteschutz Diese Vital-Produkte unterstützen die Kälberaufzucht Produkt Charakteristik Einsatz Qualifeed 872 Vital Immunobooster Qualifeed 305 Robusto Vitamin E und Betacarotin; Anreicherung im Kolostrum Hochverfügbares Eisen; stärkt das Immunsystem Kuhmilchaufwerter; stabilisiert die Verdauung In der Galtphase Nach der Kolostrumaufnahme während 14 Tagen Nach der Geburt bis zur 16. Woche Fazit Nur gesunde Kälber werden einst leistungsstarke Kühe. Mit einer guten Kolostrumversorgung können wir Kälberkrankheiten mildern. Durch das Aufwerten der Tränkemilch stärken wir das Immunsystem der Kälber und versorgen sie mit wichtigen Spurenelementen und Vitaminen. Mit den richtigen Hygienemassnahmen im Abkalbestall und in den Kälberboxen wird der Keimdruck stark reduziert – optimale Grundlagen für eine erfolgreiche Kälberaufzucht. Vital Aktuell April 2018 11