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Besser Leben Service Magazin März_2018

Der Ombudsmann kann zu

Der Ombudsmann kann zu einer Einigung verhelfen, die teure und nervenaufreibende Gerichtsprozesse erspart. Ansprüche aus einem Kranken-, Pflege- oder Kreditversicherungsvertrag geht. (Dafür sind andere Schlichtungsstellen zuständig; • Beschwerden, die sich auf die bei der versicherungsmathematischen Berechnung angewandten Methoden oder Formeln beziehen, • Ansprüche eines Dritten auf die Versicherungsleistung, • Streitigkeiten, die vor einem Gericht, Schiedsgericht, einer Streitschlichtungseinrichtung oder der Versicherungsaufsicht anhängig sind, • Beschwerden, die von einem Gericht, Schiedsgericht oder einer Streitschlichtungseinrichtung abschließend behandelt wurden, • Beschwerden, die offensichtlich keine Aussicht auf Erfolg haben, • Beschwerden, bei denen der Anspruch bereits verjährt ist und der Beschwerdegegner sich auf die Verjährung beruft. INFO Beachten Sie grundsätzlich: Der Ombudsmann ist ein Streitmittler. Er muss daher neutral und unparteiisch agieren. Er wird auf Ihre Rechtsansprüche achten und für ein faires Verfahren sorgen, er kann aber niemals einseitig Ihre Interessen vertreten, wie etwa ein Rechtsanwalt. Rechtsschutzversicherung schafft Sicherheit Rat in Versicherungsfragen kann osbkurerweise von einer anderen Versicherung kommen: die Rechtsschutzversicherung. Kommt es zur juristischen Auseinandersetzung, hilft es, wenn der Rechtsbeistand finanziell abgesichert ist. Zugleich ist eine Beratung möglich, wie man sich richtig zu verhalten hat. Das gilt beispielsweise auch dann, wenn es um Handwerkerleistungen geht, die nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben. Dann steht die Frage: Behebt der Handwerker den Schaden auf eigene Kosten oder weigert er sich und die eigene Versicherung muss einspringen? Meistens erledigen Handwerker ihre Arbeiten sorgfältig und professionell. Ist dies nicht der Fall, sind Verbraucher oftmals ratlos, welche Rechte sie in solchen Fällen haben. Beispiel: Für den Kunden ein Ärgernis, aus der Sicht des Handwerksbetriebs unvermeidlich: Für die Erledigung eines Auftrags gibt es immer ein ziemlich großes „Zeitfenster“. Eine Spanne von vier Stunden, in der die Handwerker kommen können, ist dabei nicht ungewöhnlich. Viele Menschen müssen sich deshalb einen Tag Urlaub nehmen. Umso ärgerlicher, wenn der Handwerker auch in der vereinbarten Zeitspanne nicht erscheint. Doch hat man nun einen Anspruch auf Schadenersatz? „Einen solchen Anspruch habe ich als Kunde nur, wenn ich einen Verdienstausfall hatte. Das ist etwa bei einem Selbstständigen der Fall, der in der vertanen Zeit keine Einnahmen erzielen kann“, klärt Roland-Partneranwalt Michael Reichwein aus der Limburger Kanzlei MHC Dr. Hilb & Collegen auf. Allein für vertane Freizeit habe man aber keinen Anspruch gegen den Handwerker. Und wie verhält es sich, wenn der Handwerker pünktlich eintrifft, aber vor verschlossenen Türen steht? „Wenn der Handwerker unverrichteter Dinge wegfährt, kann er die Anfahrtskosten in Rechnung stellen“, so Reichwein. „Nur 0,63 Prozent aller Schäden in der Schaden- und Unfallversicherung würden vor Gericht landen (rund 145.000 Fälle pro Jahr), im Bereich der Berufsunfähigkeitsversicherung sei die Quote mit zwei Prozent etwas höher.“ Die neuen Möbel stehen, aber die Monteure haben beim Transport nicht aufgepasst und die Wände im Hausflur stark zerkratzt. Oder der Fußboden wurde vor dem Streichen nicht ordnungsgemäß abgeklebt und ist nun durch Farbflecke verunstaltet. Wer muss für den Schaden aufkommen? „Der Kunde muss nachweisen, dass die Handwerker den Schaden verursacht haben“, so Michael Reichwein. Er rät allen Betroffenen, den Schaden sofort per Foto zu dokumentieren: „Am besten lässt man sich die Schäden dann direkt von den Handwerkern bestätigen. Bestreiten diese ihre Schuld, sollte man möglichst zeitnah einen Zeugen hinzuziehen.“ Die Wandfliesen hängen schief, die Silikonfugen sind unsauber verarbeitet oder die Heizung läuft trotz Entlüftung immer noch nicht richtig. 8 │ BL 3_2018

Hoffentlich gut versichert: Bis zu einem Streitwert von 10 000 Euro kann der Ombudsmann verbindliche Entscheidungen treffen, darüber hinaus bis 100 000 Euro kann die Versicherung Widerspruch einlegen. Wenn man einen Fachhandwerker beauftragt, ist es besonders ärgerlich, wenn die Qualität der Dienstleistung nicht stimmt. „Der Kunde sollte den Mangel sofort rügen – am besten schriftlich mit angemessener Fristsetzung – und zwar spätestens dann, wenn der Handwerker das Werk fertiggestellt hat“, rät Michael Reichwein. Solange erhebliche Mängel vorlägen, solle der Kunde die Abnahme verweigern. In diesem Fall könne man den Lohn auch vorerst einbehalten. Weitere Rechtstipps gibt es unter www.roland-rechtsschutz.de. Versicherer wehren sich gegen Vorwürfe der Verschleppung Die Versicherungswirtschaft wehrt sich bereits seit einiger Zeit gegen die Vorwürfe, dass sie Versicherungsnehmer durch zermürbende Rechtsstreitigkeiten zur Aufgabe berechtigter Ansprüche bewegen würden oder Versicherungsnehmer in einen ungünstigen Vergleich manövriere. Sie erhobenen Zahlen, die zeigen sollen, dass das Konfliktpotenzial zwischen Versicherern und ihren Kunden deutlich geringer ist als in der Öffentlichkeit kommuniziert. Nur 0,63 Prozent aller Schäden in der Schaden- und Unfallversicherung würden vor Gericht landen (rund 145.000 Fälle pro Jahr), im Bereich der Berufsunfähigkeitsversicherung sei die Quote mit zwei Prozent etwas höher. Von diesen Fällen werden viele durch einen Vergleich beigelegt: 30 Prozent in der Schaden- und Unfallversicherung und 50 Prozent in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Bei den tatsächlich vor Gericht verhandelten Fällen würden nur 22 Prozent der Schaden- und Unfallversicherung und 15 Prozent der Berufsunfähigkeitsversicherung mit einem Urteil gegen die Versicherer enden. Zusätzlich verweisen die Versicherer auch auf die rückläufige Zahl der Beschwerden bei Ombudsmann (2,5 Prozent minus) und bei der Finanzaufsicht BaFin (5,7 Prozent minus). Derzeit sehe man bei den Versicherern also keinen Handlungsbedarf, da die Regulierung von Schäden ohne unnötige Zeitverzögerung und im Interesse aller Beteiligten ge- schehe. Das sehen jedoch nicht alle Betei-ligten so – vor allem, was die Berufsunfähigkeitsversicherung angeht. So schlägt der Bund der Versicherten e. V. (BdV) vor, dass den prüfenden Gutachtern gesetzlich eine Pflicht auferlegt wird, innerhalb eines bestimmten Zeitraumes ein erforderliches Gutachten zu erstellen und somit das Verfahren zu beschleunigen. Auch in anderen Punkten sieht der BdV gesetzlichen Regelungsbedarf, so sollte zum Beispiel über eine Beweislastumkehr nachgedacht werden. Bisher treffe BL 3_2018 │ 9

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