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Stimmen aus aller Welt - der Freiwilligenjahrgang 2017/2018

Zeitung mit Rundbriefen der Freiwilligen des Berliner Missionswerkes in Großbritannien, Italien, Kuba, Palästina, Schweden, Südafrika, Taiwan und Tansania

Hello! Ich heiße

Hello! Ich heiße Helena, Ich komme aus Berlin-Lichterfelde und wohne jetzt für ein Jahr in LONDON, Großbritannien. Dort arbeite ich in einem JUGENDCLUB und einer KIRCHENGEMEINDE. Zu Hause bedeutet “Heimat“ für mich Familie, Freunde und mein Fahrrad; hier sind nun die Menschen der St Luke’s Kirchengemeinde, meine Jugend- und Kindergruppen und meine Mitbewohner für mich „Heimat“. Mein neues Lieblingsessen wird britisches Essen nicht, und ich träume hier oft davon, die Queen zu treffen. Die Redewendung „that’s not my cup of tea“ habe ich hier gelernt; das heißt soviel wie „das ist nichts für mich“ oder „das ist nicht so mein Fall“ und ich benutze sie zwar selbst nicht so oft, aber es hört sich so wunderschön britisch an. An Großbritannien gefallen mir besonders die Akzente, in denen Englisch gesprochen wird, doch ich vermisse auch manchmal Fahrradwege. Mein Gastland riecht für mich nach Regen (das ist ein positiver Geruch!) und ich bin noch gespannt auf London im Sommer. Mein Name ist Helena Bartz, ich bin 19 Jahre alt und komme aus dem Südwesten Berlins, aus Lichterfelde. Ich habe im Sommer 2017 mein Abitur gemacht und bin seit September 2017 hier in Kilburn in Nordwest London. Mit 6 anderen Freiwilligen aus Irland, Kolumbien, Tansania und Großbritannien wohne ich in einer Wohngemeinschaft zusammen. Meine Mitbewohner und ich arbeiten einige Nachmittage in der Woche im sogenannten OK-Club. Das ist ein Jugendclub, der Nachmittagsbetreuung und Sport für Grundschulkinder sowie auch Aktivitäten für Jugendliche anbietet. Hauptsächlich Kinder, die mit ihren Familien in der nahen Umgebung wohnen, nehmen diese Angebote wahr. Im Club arbeitet man nicht nur mit den Freiwilligen der WG zusammen, sondern auch mit einem Team von wundervollen Hauptamtlichen und natürlich einer Horde lauter und energiereicher, aber sehr liebevoller Kinder. 6

Von kreativen Bastelaufgaben, über Tanz-Sessions an der X-Box und spannenden Fußballspielen – abwechslungsreich ist es allemal! Auch mit einigen spannenden Projekten für die Kinder können wir angeben: Einmal im Monat nehmen wir an einem Radioprojekt mit einem lokalen Internetradiosender teil. Mit den Kindern zusammen planen wir die Sendung und sie sind auch diejenigen, die Moderation und Liederwünsche übernehmen. Auf dem Bild sieht man außerdem einige der Juniors, also der Kinder im Grundschulalter, beim Kekse Backen im November letzten Jahres. Trotz der großen Herausforderung, die Schuluniformen nicht komplett mit Mehl oder Teigkrümeln zu verunstalten, war das Backen ein Spaß und natürlich das Verspeisen der eigenen Kreation im Anschluss auch. Auch die Jugendlichen, meist zwischen 15 und 18 Jahren alt, die das Angebot des Clubs wahrnehmen, können natürlich zu einer Tanz- Session an der X-Box und zu Tischtennis nicht nein sagen, doch versuchen wir, gerade den Älteren auch Verantwortung bei der Leitung von Gruppen und Planung von Projekten zu geben. Oft werden außerdem Workshops wie Theater oder Selbstverteidigung angeboten. Auch in der St Luke’s Kirchengemeinde, in der ich sonntags bis donnerstags arbeite, habe ich an den meisten Tagen mit vielen wundervollen Kindern zu tun. Seite an Seite arbeite ich hier mit der Kinder- und Familienbeauftragten der Kirche zusammen. Die Vorbereitung und Durchführung von Krabbelgruppen, Nachmittagsbetreuung für Kinder, Schulgottesdienste und die sogenannte Sunday School sind Teil meiner Aufgaben hier. Neben dem normalen Kirchenbetrieb ist die Kirche auch in sozialen Projekten aktiv. So habe ich über die Wintermonate in einem sogenannten „homeless shelter“ geholfen. Das ist eine Übernachtungsmöglichkeit für wohnungslose Menschen, bei der ein warmes Abendessen und morgens ein Frühstück serviert wird. Hier habe ich ganz spannende Bekanntschaften gemacht, den verschiedensten Lebensgeschichten zuhören dürfen und meine Fähigkeiten in vielerlei Brettspielen beweisen müssen. Spätestens aber im Gemeinschaftscafé am Donnerstagmorgen oder am Sonntagmittag beim Teetrinken nach dem Gottesdienst und bei vielen anderen Gemeindeaktivitäten lernt man nach und nach die Menschen der Gemeinde und der Umgebung kennen und wird höchstwahrscheinlich gar nicht anders können, als sie schnell ins Herz zu schließen. 7