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24 | SMART BUILDING &

24 | SMART BUILDING & SMART CITIES Werkschau 2013 bis 2016 PROJEKTBETEILIGTE: > > Architekt Paul Schweizer > > Fachhochschule Salzburg – Smart Building und Smart City > > Research Studie Austria Forschungsgesellschaft mbH > > Planum Fallast und Tischler GmbH Wärmekataster der Burgfriedsiedlung In der Burgfriedsiedlung wurden ca. 60 Gebäude intensiv auf ihre Potentiale untersucht © RSA iSPACE © Architekt Paul Schweizer Das Projektteam samt Unterstützern gemeinsam mit Vertretern der Stadt Hallein © ITG, Wimberger

Forschung | 25 Wohnen findet Stadt Integrative Entwicklung VON smarten ModernisierungsmaSSnahmen am Beispiel der Burgfriedsiedlung in Hallein. Das Sondierungsprojekt der Smart- Cities-Initiative des Klima-und Energiefonds verfolgt einen integrativen Ansatz zur Sanierung von Gebäudeverbünden im sozialen Wohnbau. Ziel war es, Planungstools zu evaluieren und darauf aufbauend ein multiplizierbares Modernisierungskonzept zu entwickeln. Dieses Konzept verbindet in einem systemübergreifenden Ansatz neueste Technologien mit Anforderungen aus den Bereichen Mobilität, Energie, Infrastruktur, Freiraum und Demografie unter Einbeziehung der BewohnerInnen. Das Smart-Building-Team leistete hier einen aktiven Beitrag und entwickelte mit. Demonstrationsgebiet war die Burgfriedsiedlung in Hallein, welche mit ihrer hohen Verkehrsbelastung und offenen Bebauungsstruktur als Beispielprojekt für eine Vielzahl ähnlicher Bestandsstrukturen in Stadt und Land Salzburg – und darüber hinaus – dienen kann. Das Vorhaben zur energieeffizienten und klimabewussten Sanierung soll zeigen, dass die Gewinnung von neuem Wohnraum positive Effekte nach sich zieht und damit auch die Freiräume und das Umfeld insgesamt aufgewertet werden können. Anhand der Siedlung wurden Planungstools und Maßnahmen evaluiert und darauf aufbauend ein multiplizierbares Modernisierungskonzept entwickelt, welches neueste technologische Entwicklungen (z. B. eine Multifunktionsfassade mit Schallabsorption und Bauteilaktivierung) in einem systemübergreifenden Ansatz mit dem Umfeld kombinierte. Ebenso wurden die komplexen Wechselwirkungen, die sich durch den im Projekt gewählten gesamtheitlichen Ansatz ergeben, evaluiert und die getroffenen Maßnahmen einer Erfolgskontrolle unterzogen. Welches Ergebnis bringen die Sanierungsmaßnahmen? Durch diese Erfolgsanalyse wollen wir für ähnliche Bauvorhaben Daten zur Verfügung stellen. Besonderes Augenmerk lag hierbei auf dem Spannungsfeld Lärmreduktion, der Freiraumgestaltung und der Mobilität. Darüber hinaus wurden die Ergebnisse einer extern beauftragten sozialwissenschaftlichen Untersuchung, die in Form von Befragungen, Interviews und Workshops die Akzeptanz der Maßnahmen bei den BewohnerInnen im Siedlungsgebiet sichern soll, im Projekt genutzt. Die Ergebnisse der Sondierung umfassen eine schalltechnische Bewertung zur Funktionsweise der Multifunktionsfassade und deren Nachweis der Wirksamkeit in einem dreidimensionalen Modell, eine Variantenstudie zu Nachverdichtungsmöglichkeiten und einer angepassten Energieversorgung im Untersuchungsgebiet (unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von BewohnerInnen, Schallschutz und systemübergreifender Energieeffizienz), sowie distributierbare Handlungsempfehlungen für smarte Modernisierungsmaßnahmen. Diese Ergebnisse sind ein Erfolg für die angewandte Forschung. Es konnte gezeigt werden, dass durch eine Nachverdichtung und Sanierung der Gebäude mit der Multifunktionsfassade sowie der Errichtung von energieeffizienten Gebäuden circa 350 neue Wohnungen entstehen können. Trotz dieser markanten Erhöhung der Wohnfläche wird eine signifikante Reduktion des Heizwärmebedarfs der Siedlung erreicht. Insgesamt sinkt der errechnete Heizwärmebedarf um circa 35 %. Außerdem ergibt sich eine Verringerung des Kohlendioxidausstoßes im Siedlungsgebiet um bis zu 367 t CO 2 pro Jahr.