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36 | SMART BUILDING &

36 | SMART BUILDING & SMART CITIES Werkschau 2013 bis 2016 CO 2 -Reduktion als Sanierungsstrategie. Ein weiteres Forschungsfeld von Smart Building und Smart City ist die Thematik des „Zero Carbon Refurbishments“. Dabei geht es um eine gesamtheitliche Gebäudesanierung inklusive Nachverdichtung und um eine Reduzierung des CO 2 -Ausstoßes auf nahezu Null. Im Speziellen wird ein Sanierungsprojekt einer Wohnhausanlage aus den 1980er Jahren unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit, Mobilität sowie der Freiraumgestaltung und Nachverdichtung betreut und begleitet. Neben den technischen Anforderungen im Hinblick auf Energieeffizienz, Behaglichkeit und Schallschutz, ist eine der ersten Projektmaßnahmen die Erstellung einer sozialwissenschaftlichen Studie. Diese soll wesentliche Erkenntnisse über die Bedürfnisse der BewohnerInnen liefern und auf Basis dieser wird eine Optimierungsstrategie abgeleitet. Außerdem werden Mobilitätskonzepte entwickelt, um den Stellplatzschlüssel auch mit ausgeführter Nachverdichtung zu senken. „Leistbares Wohnen“ für die BewohnerInnen soll angestrebt und neben dem Komfortgewinn eine Freiraumaufwertung verwirklicht werden. Projektbeteiligte: > > Heimat Österreich gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft m.b.H. > > Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen > > Stadtgemeinde Salzburg > > Fachhochschule Salzburg – Smart Building und Smart City Projektstart: > > Herbst 2016 Wohnraumschaffung durch Nachverdichtung bei gewerblichen Handelsobjekten. Im Stadtraum fällt auf, dass mögliche bauliche Nutzungen oft nicht ausreichend ausgeschöpft werden. Eingeschoßige Supermärkte, Drogeriemärkte, Shopping Center oder sonstige Objekte in Siedlungszentren weisen häufig große Flachdächer sowie erhebliche Parkflächen auf, welche unter Umständen ein großes Potential zur Wohnraumerschließung bieten um den vorhandenen Lebensraum zu nützen. In der gegenständlichen Vorstudie sollen Best-Practice-Beispiele einer Nachverdichtung durch Überbauung von gewerblichen Handelsobjekten, deren Umnutzung bei Leerstand sowie die Verwertung ungenutzter Parkflächen in Österreich und dem angrenzenden Ausland erhoben und in klarer Weise dargestellt werden. Dazu fließen allfällige Erkenntnisse aus dem internationalen und nationalen Umfeld in die Betrachtung mit ein. Die recherchierten Nachverdichtungskonzepte werden nach einheitlich definierten Kriterien gegenübergestellt und bewertet (z. B. bauliche Maßnahmen, Nachverdichtungspotential, Nutzungsverschränkung etc.). Die gewonnenen Erkenntnisse über Nachverdichtungspotentiale sollen die Grundlage einer zukünftigen Umsetzung für die Überbauung/Nachnutzung von gewerblichen Handelsobjekten im Bundesland Salzburg bilden. Projektbeteiligte: > > Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Oberösterreich und Salzburg > > Fachhochschule Salzburg – Smart Building und Smart City Projektstart: > > Herbst 2016 Beispielhafte Überbauung eines Shopping Centers in Wien © querkraft

Forschung | 37 Warum kompliziert, wenn es einfach auch geht? Energieeffizienz mit wenig Technik. Viele Wohnbauten zeichnen sich durch den Einsatz von hochkomplexer Steuer- und Regeltechnik für Heizung, Lüftung sowie immer komplexer werdender Konstruktionen mit vielen Bauteilschichten aus. Dadurch können Gebäude zwar energieeffizienter werden, allerdings steigt im Gegenzug der Aufwand für die Herstellung, den Betrieb und die Wartung deutlich an. Neue Strömungen in der internationalen Bauszene kehren zu traditionellen Methoden und Bauweisen zurück und versuchen alte Ansätze neu zu interpretieren und in Low-Tech-Gebäuden zu realisieren. Das Low-Tech-Prinzip fordert ein intelligentes Zusammenspiel zwischen klimatischen Randbedingungen, Materialwahl, Konstruktion, Gebäudepositionierung, Geometrie und einen gemäßigten Einsatz von Technologie. Das Hauptaugenmerk bei der Realisierung von Low-Tech-Gebäuden, welche Innovation in der Reduktion suchen, liegt im Aufzeigen von Alternativen zur Übertechnisierung in der Gebäudetechnik und Baukonstruktion durch gleichzeitige Reduktion der Errichtungs- und Folgekosten. Der Schwerpunkt des Forschungsprojektes liegt zum einen bei der Auswahl von Einzelmaßnahmen, Baukonstruktionen und Komponenten, deren Zusammenspiel eine Low-Tech-Lösung ergibt. Zum anderen liegt er bei einer Analyse der Lebenszykluskosten der ausgewählten Lösung im Vergleich mit dem derzeitigen Baustandard im mehrgeschoßigen geförderten Wohnbau in Salzburg. Projektbeteiligte: > > Landesinnung BAU Salzburg > > Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Oberösterreich und Salzburg > > Fachhochschule Salzburg – Smart Building und Smart City Projektstart: > > Herbst 2016 Bauteile aktiv nutzen. Thermisch aktivierte Bauteile in Kombination mit Wärmepumpen stellen eine energieeffiziente Möglichkeit dar, um einen behaglichen Zustand in Gebäuden herzustellen. Sowohl im Winter als auch im Sommer ermöglichen Energiespeicher in Form von Bauteilen wie Geschoßdecken, Fundamenten und Wänden eine Heizung oder Kühlung. Erfahrungen im Einsatz von Bauteilaktivierung, speziell in der Kombination mit Wärmepumpentechnologie bei großvolumigen mehrgeschoßigen Wohnbauten fehlen bis dato, obwohl es sich dabei um ein Zukunftsthema der Bauwirtschaft handelt. Ziel des Projektes ist es, eine Basis für die energiebedarfsorientierte Planung von Gebäuden mit Wärmepumpentechnologie und Bauteilaktivierung zu schaffen. Es wird analysiert, welche Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung von Gebäuden bestehen und welche Randbedingungen den größten Einfluss auf die erreichbare Energieeinsparung haben. Weiters wird ein Regelungskonzept entwickelt, Anlagensimulationen durchgeführt, ein Microlab konzeptioniert und Versuche im Labor durchgeführt. Auf Basis der gewonnen Erkenntnisse wird ein Planungsleitfaden zur Vordimensionierung von Projekten im großvolumigen Wohnbau entwickelt. Projektbeteiligte: > > Gemeinnützige Wohn- und Siedlungsgenossenschaft „die salzburg“ > > Salzburg AG > > Siemens AG Österreich > > Landesinnung Bau Salzburg > > Fachhochschule Salzburg – Smart Building und Smart City Projektstart: > > Herbst 2016