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VDI-Statusreport Digitaler Transformationsprozess in Unternehmen

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14 Digitaler Transformationsprozess inUnternehmen anzubieten. Sokönnen wir unseren Kunden bereits die datenbasierte Wartungund Bereitstellung von Verbrauchsmaterial anbieten, umdie Produktionsausfälle aufKundenseite zu minimieren. Die Auswertungder Datenbzgl. Maschinenbelastung und - ausfall stellen wir natürlichauchunserer eigenen Entwicklungsabteilungzur Verfügung, damit diese unsere Produkte weiter verbessernkann. Zudemsehen wir einen Markttrend hin zu individuellenBrezelninkleiner Stückzahl. Um diesen Trend zubedienenkonnten wir durchVerwendung kleinerer Sensoren und leistungsfähigerer IT unsere Maschinen ebenfalls verkleinert und denPreis für Bäckereien deutlichattraktiver gestalten. In binüberzeugt, dass sichinden nächsten Jahren dieser Trend zuindividuellerenProdukten weiter verstärken wird: Mal süß, mal Vollkorn, mal mit Schokoladenstücken. Eine weitere Entwicklung besteht darin, dassder Gesetzgeber mehr Transparenz bezüglichder Zutatenfordert. DasUnternehmen hat bisher die BrezelschlingmaschinenanGroßbäckereien verkauft, die den günstigen Massenmarkt bedienen. Nun werden individualisierte und in transparenter Produktion hergestellte Brezeln gebacken, ummit denBäckereikettenvor Ort individuelle Kundenwünsche bedienen können. Damit bietet das Unternehmen eine Kombination ausProduktdesign (Brezel), Maschine, Rezepturen und App an, die für jede einzelne Bäckerei gebrandet wird. Bäckereien produzieren denTeignach einemder zahlreichen Standardrezepte oder nach für sie entwickelten Rezepten. Dadurchgeht das Geschäftsmodell unseres Unternehmens weg vomklassischen Maschinenbauer hin zu einemDesign- und Lebensmittelentwickler, der statt der Verarbeitung dasEndprodukt in seinen Variantenentwickelt und Bäckereiketten alsErgänzungzuihrem Produktportfolio anbietet. Die Maschinen werden dabei nicht mehr verkauft, sondernals Produkt-Service-Systeme angeboten, bei dem die Kundendie Funktionalität (wie z.B. mögliche Variabilität) sowie Stückzahl an Brezeln kaufen. Bezahlt wird also nur das, was selber verkauft wird. Service einschließlichvorausschauender Wartung sind im Angebot enthalten. Hierdurch habensichdas Unternehmenund die Belegschaft deutlichgewandelt. Die Entwicklung wird noch selbst durchgeführt, die Fertigung wurde jedoch extern vergeben. Die wichtigste Abteilung im Unternehmenist jetzt das Food-Design-Lab, in demLebensmitteldesigner und -entwickler neue Brezelvariantenfür kleinere und mittlere Bäckereikettenentwickeln. Das Marketing hat eine sehr große Bedeutungerlangt und wir versuchen, unsere Brezelnals Lifestyle-Produkte zuvermarkten. Ressourcen spielen für unser Unternehmen nur eine untergeordnete Rolle. Wichtiger sind das weltweite Vertriebs- und Servicenetz sowie der Zugangzu möglichst aktuellenInformationen über den Absatz vonBrezeln. Wir konkurrieren mit anderen Unternehmen um Designer und Entwickler (Software und Ingenieurwesen) –fast um jedenAbsolventen. www.vdi.de

Digitaler Transformationsprozess inUnternehmen 15 5Möglichkeiten der Digitalisierung Die digitale Transformation kannalle Ebenen des unternehmerischen Handelns berühren. Durch die unterschiedlichen AusgangssituationenimUnternehmenbezüglichMärkten, Produkten und Umsetzungsstand der Digitalisierungist kein generelles Zielbild desdigitalenTransformationsprozessesabbildbar. JedesUnternehmen muss sein individuellesZiel und denWeg dorthin selbst definieren. Dabei gibt es unterschiedliche Einstiegspunkte für eine Betrachtung. So denkenzum Beispiel die vorgestelltenPersonas auf verschiedene Weise über Digitalisierungnach. AufHeike und Sonja lastet ein hoher Kostendruck. Sie möchten daher ihre Prozesse verbessern, um günstiger und schneller zu produzieren. Michael und Thomas hingegensehen ihre Produkte und Geschäftsmodelle in Gefahr. Die beiden hinterfragen daher, mit welchenProdukten sie künftig am Markt erfolgreich sein werden und welche Geschäftsmodelle vonKundengewünscht sind. Es bietet sich an dieser Stelle eine Betrachtung getrennt nach Geschäftsmodell, Produkt und Prozess durchzuführen. Im „Kreis der Möglichkeiten“ (Bild 8) sind die unterschiedlichenOptionenschematisch zusammengefasst. Entlang des Kreisessind die verschiedenen Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle einesUnternehmensangeordnet. Jederdieser Sektorenkanninjeder der aktuellen Stufen der Digitalisierung alsEinstiegzur Realisierung digitalen Mehrwertsdienen. Im Folgenden wird dannfür die jeweiligen Sektoren in Form von Anregungenund Checklisteneine strukturierte Hilfestellung zur Erarbeitung möglicher Ansatzpunkte für daseigene Unternehmen gegeben. BetrieblichesHandeln umfasst klassischerweise Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsprozesse, Logistik und Einkauf. Diese Prozesse können noch mit nichtdigitalenInteraktionenrealisiert sein, sind aber da, woDatenverarbeitungssysteme eingesetzt werden, bereits teilweise digitalisiert. Jedochkönnen Qualität und Detailgrad von Stammdaten, Kunden- und Maschinendaten weiter gesteigert und deren Auswertung verbessert werden. InTrends wie Nachverfolgung (Tracking) vonProdukten und Komponenten, Vernetzung räumlich getrennter Produktionsanlagenoder Cloud-Lösungen zeigt sich eine zunehmende digitale Verknüpfung vonProzessenauch über Organisationsgrenzenhinweg. Digitaler Mehrwert ist häufig durchevolutionäre Entwicklungerreichbar. Der Vertrieb kann Kundenbedürfnisse besser adressieren. Entwicklungsabteilungenerhaltendurch digitale Planungs-, Entwicklungs-, und Simulationswerkzeuge, zum Beispiel mit Methodender virtuellenRealität, neue Möglichkeitenzur Einbindung vonKunden und zur Optimierung der Produkte. Auch die Logistik stellt einprädestiniertes Feld für verbesserte Informationssysteme dar. In Bild 9sind die Stufender Digitalisierung für Unternehmensprozesse dargestellt und im oberenTeil mit Beispielanwendungenillustriert. Das Bild hilft bei der individuellenEinordnung sowie bei der Erstellung von Ansätzenzur Digitalisierung von Prozessenim eigenenUnternehmen. Dazukann man die betrachtetenProzesse deseigenen Unternehmens in dasSchema einordnen und Ansätze zur weiterenDigitalisierungund Weiterentwicklung dieser Prozesse erarbeiten. Dabei liefern die folgendenFragenHinweise auf bestehende Potenziale: 1 Welche Produktionsprozesse und -anlagen nutze ich? 2 Welchen Stand der Digitalisierungkennzeichnen die einzelnenProduktionsschritte/-anlagen? 3 Was sind erhobene Datenund derenVerarbeitung/Auswertung? 4 Welchen Automatisierungsgrad kennzeichnen meine Anlagen? 5 Wie erfolgt die Kommunikation zwischen Maschinen, IT-Systemenund Mitarbeitern? 6 Wie erfolgt die Einbindung vonKunden, Lieferantenund Partnern? 7 Inwieweit erfolgt die Unterstützungder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mittels digitaler Tools? www.vdi.de

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