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VDI-Statusreport Digitaler Transformationsprozess in Unternehmen

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24 Digitaler Transformationsprozess inUnternehmen 6Den digitalen Transformationsprozess starten Viele Unternehmenempfinden anfangsdie fehlende technologische Erfahrung als großesHemmnis. Es reicht auch nicht, Lösungen einfacheinzukaufen, weil die Technikzum Unternehmenpassen muss, aber daszukünftige Unternehmen auch zur verfügbaren Technik. Werjedochdie Erfahrung gemacht hat, dass man nicht perfekt vorplanenkannoder muss, sonderndass eine neue Kompetenz des Unternehmens in der schrittweisen Aneignung der Digitalisierungentsteht, wird motiviert indas unbekannte Land der Umsetzung starten. 6.1 Herausforderung Technik Grundvoraussetzung einer erfolgreichendigitalen Transformationist die Beschäftigung mit den technischenHerausforderungen. Diese sind aufgrund der hohenund weiter zunehmenden Komplexität informationstechnischer Systeme nur schrittweise zumeistern. Eine Reihe von übergreifendenThemensollten durchgängig Berücksichtigung finden. 6.1.1 IT-Landkarte erstellen Die imUnternehmen bereits vorhandenen IT-Systeme bilden denAusgangspunkt für die zukünftige Vernetzung, Optimierung und Neuentwicklung von Strukturen. Auch wenn Systeme abgelöst werdensollen, sind die Daten der Altsysteme von Wichtigkeit. Eine Aufstellung vorhandener Systeme, ihrer Bezüge untereinander und zuden Unternehmensstrukturen sowie eine Aufstellungschon bekannter Lückenoder Perspektivenidentifiziert Ansatzpunkte für den digitalen Transformationsprozess. 6.1.2 Komplexe ITschrittweise kennenlernen Im Vergleich zu früheren Systemen sind in denletzten Jahren enormleistungsfähige Hardware- und Softwaretechnologien verfügbar geworden. Hardware wird durchMassenproduktion viel billiger, Software ist vielfachquelloffen ohne Lizenzzahlung verfügbar. Nur mit dieser neuenTechnologie ist eine Digitalisierung auch für kleine und mittlere Unternehmen machbar und die Hürde für ein schrittweises Kennenlernen, Experimentieren und Evaluierengering. Basierend auf deneigenen Erfahrungen und dem Austausch mit vergleichbaren Unternehmenkönnen darausgeeignete Basistechnologienausgewählt werden. Über einenunternehmensweitenPlan, wie er weiter unten beschrieben wird, soll einunnötiger WildwuchsanTechnologien vermieden werden. Wie sichdie Technologien entwickeln und damit der digitalenTransformationneue Möglichkeitenbieten und wie das wiederum die Technologieentwicklung beeinflusst, ist nicht vorherzusagen. Umfangreiche Digitalisierungsprojekte müssendurch dezidierte Innovationsprozesse kontrolliert gesteuert werden, um eine größtmögliche Sicherheit der damit verbundenen Investitionenzugewährleisten. Damit werden auch systematisch aktuelle technologische Entwicklungen einbezogen und der digitalen Transformation neue Möglichkeiteneröffnet. 6.1.3 Schnittstellen frühzeitig und parallel ausbauen Die Verknüpfung existierender Systeme oder Technologien über Schnittstellenist wegenfehlender, undokumentierter oder sichentwickelnder Standards schwierig. Dabei unterstützen Schnittstellenstandards die Kopplung vonIT-Systemen und ermöglichen die für eine digitale Transformation erforderliche integrative Sichtweise. Deswegensollte dasUnternehmen sich frühzeitig mit den notwendigenSchnittstellenpunktenauseinandersetzen und nicht erst, wenn die Zusammenschaltung tatsächlichansteht. Soist erst durcheine durchgängige Beschreibung und informationstechnische Unterstützung desgesamtenProduktlebenszyklus ein konkreter Nutzen ausden hierin erzeugten Datenzuziehen, wie esbeispielsweise mit demsogenannten „Digitalen Zwilling“ angestrebt wird. 6.1.4 Offen bleiben für Richtungsänderungen Märkte und Standards ändern sich teilweise sehr schnell, aber auch die eigene Fortentwicklung führt immer wieder zuAnpassungen an verschiedenen Stellen. An allen Punktensollten zu rigide Festlegungen vermieden, Entscheidungenimmer wieder angepasst und einzelne Entwicklungen so unabhängig wie möglichdurchgeführt werden, ohne dass dasGesamtbild zerstört wird. www.vdi.de

Digitaler Transformationsprozess inUnternehmen 25 6.1.5 Sicherheitsaspekte und Datenschutz mit Fachleuten besprechen Die Sicherheit von vernetzten Informationssystemen im Internet der Dinge ist ständig gefährdet. Datenschutz und andere Regularien führenzuzusätzlichen Anforderungen. Die System- und Prozesssicherheit hat aber eine herausragende Bedeutung für nachhaltigen Erfolg von Digitalisierungsprozessen und muss immer berücksichtigt werden. Gerade in diesen speziellenGebietenempfiehlt es sich, Expertinnen und Experten sowie Beraterinnen und Berater zukontaktieren, die entwicklungsbegleitend die Sachlage prüfen und so die Gefahr von größeren Schäden minimieren können. 6.1.6 Data Science lernen Die Auswertung von „BigData“, also Daten, die aufgrund ihrer riesigenMenge und Heterogenität nur mit hohem Aufwand sinnvoll verwertet werdenkönnen, ist ein komplexesThema, mit demsich viele Mitarbeiter nochnicht auseinandergesetzt haben. Erfahrungsaustausch mit anderen Firmen und Fortbildunggeeigneter Mitarbeiterinnen können hier hilfreich sein. 6.2 Digitale Transformation nur mit Personal- und Organisationsentwicklung Die Digitalisierung bringt nicht nur technische (beispielsweise Bereitstellungder notwendigen Schnittstellen) sondernauchsoziale Herausforderungen mit sich. Eshandelt sich daher nicht nur umeinen rein technischen, sondernauch umeinen sozialen (kulturellen) Wandel, der mit der digitalenTransformation einhergeht. 6.2.1 Sich sozialen Herausforderungen stellen Um die Digitalisierungerfolgreich voranzutreiben, ist es daher essenziell, sich neben den technischen Fragestellungen auch demFaktor Menschsowie Aspekten der Organisationsentwicklung zuwidmen. 6.2.2 Den Menschen mitnehmen Der Faktor Menschspielt dabei eine bedeutende Rolle, denn mit der Digitalisierung ändert sich die Art und Weise, wie die Arbeit organisiert, wie untereinander kommuniziert und miteinander gearbeitet wird sowie die AnforderungenanFähigkeiten und Expertise der Menschen. Damit einher geht ein Wandel der Unternehmenskultur. AusdiesemGrund ist die Einbindungder Menschenerfolgsentscheidend. 6.2.3 Den eigenen Weg finden In der Digitalisierungist es nicht eindeutig, woder Weghinführen wird. Jedes Unternehmen mussfür sich ganz individuell den eigenenWeg finden und gestalten. Die darausentstehende Unsicherheit führt sowohl zu Freude über die Neuerungenals auch zu neutralen Reaktionenoder zuBedenken und Widerständenauf Seitender Beschäftigten. Diese verschiedenartigen Reaktionen gilt es zu erfassen. Zwei Aspekte sind dabei unabdingbar: Klar kommunizieren Klare und eindeutige Kommunikation, der Austausch von Ideen und Gedanken sowie Transparenz imInformationsflussunterstützendie notwendigen Veränderungen der Denk-und Herangehensweise der Beschäftigten, da zu jeder Zeit klar ist, wo sich Unternehmen, Organisation und Beschäftigte selbst gerade auf demWeg zur Digitalisierungbefinden und wohindie Reise gehen soll. Oftmalskanndas Beharrungsvermögen vonEinzelnenoder ganzenOrganisationseinheiteneine erfolgreiche digitale Transformation verhindern. Im Sinne der klaren Kommunikation und desDialogs hilft ein spezifischer Entwicklungsprozess, der „die Menschen mitnimmt“und ihnen das„Wofür“ der Veränderungennachvollziehbar macht. Beschäftigte einbinden Wird denBeschäftigten durch eine frühzeitige Einbindung in Digitalisierungsvorhabendie Chance gegeben, mitzusprechen und den Wandel mitzugestalten, fördert diesdas Vertrauen in das Unternehmenund in die gemeinsame Zukunft. Hilfreichsind auchgeeignete Trainings, die den bisherigen Kenntnisstand der Betroffenenberücksichtigenund „Ängste nehmen“. Da die aktuelle Gesetzgebung und bestehende Regularien noch nicht andie Veränderungen durchdie digitale Transformationangepasst sind, sichern von Arbeitgeber-und Arbeitnehmerseite getragene Vereinbarungendie Akzeptanz aller beteiligten Gruppenab. Auch aufFragestellungender Organisationsentwicklung nimmt die Digitalisierung Einfluss: www.vdi.de

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