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Todesschach

Schrecken! Großartig!«

Schrecken! Großartig!« Oberst Rangel war so begeistert von seiner Idee, daß er fast vergessen hatte, wer ihm zuhörte. Er schwieg und sah Kern erwartungsvoll an. Kern lächelte. »Ich sehe, wir wollten ähnliches, nur wollte ich die Menschen nicht unterhalten, sondern sie durch einen Schock heilen.« »Heilen? Wovor?« »Vor dem endgültigen Untergang, vor Dekadenz und Zerfall aller moralischen Begriffe. Sie sollten glauben, daß Grödig sie beherrscht, der mörderische, gnadenlose Grödig, der sich nun für seine Schmach rächen würde. Diese Angst, so glaube ich, kann Wunder wirken.« »Sie sind ein Idealist, Kern. Aber ich gebe zu, der Gedanke ist nicht allzu absurd. Heilung durch Schockbehandlung … ist das übrigens das Ziel Ihrer Organisation?« »Nicht offiziell. Nur einige von uns verfolgen diese Idee. Der Kopf unserer Organisation hingegen hat das Ziel, Grödig in den Sattel zu heben. Für mich und meine Freunde ist diese Führungsschicht nur Mittel zum Zweck.« Kern seufzte. »Ich gebe zu, es ist schwer, mir das zu glauben, aber es ist die Wahrheit.« Oberst Rangel nickte langsam. Dann meinte er: »Warum soll ich Ihnen nicht glauben, Kern? Im Grunde will ich ja auch nichts anders, wenn ich auch nur unterhalten wollte. Ich dachte an ein fettes Hono- 126

ar der Gesellschaften. Vielleicht können wir uns einigen.« »Und was ist mit Io?« fragte Kern. Rangel winkte ab. »Vergessen wir den Jupitermond und kommen wir zur Sache.« * Das geräumige Blockhaus lag weitab jeglicher menschlicher Behausung an einem einsamen Bergsee. Grams hatte es vor vielen Jahren errichten lassen, nachdem er den Grund günstig gekauft hatte. Hier verbrachte er seine Ferien zwischen den aufregenden Spielen und erholte sich. Außerdem war das Gelände ideal zum Üben. Diesmal jedoch hatte er nicht seine Freundin Feh mitgenommen, sondern einen Mann. Thorn. Nach einem ausgedehnten Spaziergang durch den Hochwald rund um den See kehrten sie müde ins Blockhaus zurück. Gemeinsam bereiteten sie das Essen, und nach einem kräftigen Schluck nahmen sie am Schachtisch Platz. Thorn eröffnete. »Wir müssen uns kennenlernen«, sagte Grams zum wiederholten Male. »Wir kennen beide die Regeln, darüber brauchen wir uns nicht zu unterhalten. Jeder Spieler hat jedoch seine Eigenarten, auf die unsere Figuren sich einstellen müssen, wollen sie den 127

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