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Todesschach

Jupitermond gab es sie

Jupitermond gab es sie nicht, nicht einmal für die Wachmannschaften. Es gab nur das Lager und die lebensfeindliche Umgebung, mehr nicht. Irgendwo am Himmel stand manchmal ein heller Stern – die Erde. Sein Licht verstrahlte alle Erinnerungen, die schwächer und schwächer wurden, je mehr Kilometer sie zurücklegten. An diesem Tag hatte Aleks angestrengt arbeiten müssen und war rechtschaffen müde, als Feierabend war. Bulgatow nahm ihn beim Arm. »Spielen wir heute abend eine Partie?« fragte er mit einem Seitenblick auf Mira, die ihren weißen Mantel auszog und in den Schrank hängte. »Ich mußte Sie übrigens bewundern, Aleks. Nicht mehr lange, und Sie schlagen mich bei jedem Spiel.« »Ihr Lob gebührt Mira, denn sie hat es mir beigebracht. Sie ist eine ausgezeichnete Schachspielerin. Versuchen Sie es mal mit ihr, Bulgatow.« »Ziemlich aussichtslos«, gab der Russe zu. »Sie muß einen sechsten Sinn für das Spiel haben. Es gibt keinen Zug, den sie nicht vorausberechnen kann.« Aleks nickte. »Das ist der Sinn der Sache«, murmelte er und übersah Bulgatows erstaunten und fragenden Blick. »Nun gut, nach dem Essen.« Abteilungsleiter Waldstorm hatte in den vergangenen Wochen mehrmals versucht, Mira in sein Zimmer einzuladen. Ihr hartnäckiger Widerstand schien ihn immer mehr zu reizen, und selbst ein sanfter Hinweis des Sergeanten Wendel konnte ihn nicht 142

davon abhalten, seine bisher vergeblichen Versuche in dieser Richtung fortzusetzen. Der Physiker Ceccato hatte ihm sogar schon einmal Schläge angeboten, aber Waldstorm, sich seiner Macht durchaus bewußt, hatte ihm mit einer Meldung gedroht. Daß er nicht sofort etwas unternommen hatte, ließ auf die Redlichkeit des Majors Lendoka schließen. Mira gewann die erste Partie gegen Bulgatow in knapp zehn Minuten. Der Russe schüttelte den Kopf. »Sie werden mir unheimlich, Mira. Es ist, als könnten Sie meine Gedanken erraten oder gar lesen. Ich versuche mich zwischen zwei Möglichkeiten zu entscheiden, und Sie wissen schon, welche es sein wird.« »Immer die logischere, Bulgatow, weil Sie ein guter Spieler sind. Es ist wirklich nicht so schwer.« Der Russe lachte. »Natürlich, das ist auch eine Erklärung. Spielen wir weiter?« »Gern.« Sie sah Aleks an, der am Nebentisch saß und in einem Buch las. »Willst du schon schlafen gehen, Aleks?« »Bald, Mira. Spiele ruhig weiter. Du kannst ja nachkommen.« Die zweite Partie wurde von Bulgatow eröffnet. Kurze Zeit darauf erhoben sich Ceccato und Aleks. »Wir gehen. Macht nicht mehr zu lange, morgen eröffnen wir die neue Versuchsreihe – das wird ein anstrengender Tag.« 143

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