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Todesschach

Bulgatow sah auf. »Der

Bulgatow sah auf. »Der heutige war schon anstrengend genug – keine Sorge, wir spielen nur noch diese Partie zu Ende.« Abermals gewann Mira. Sie lehnte sich zurück und zuckte die Schultern. »Ich kann wirklich nichts dafür, Bulgatow, wirklich nichts. Es ist so, als führe jemand meine Hand, der Ihre Gedanken kennt.« Sie seufzte. »Ich hoffe, daß ich meine Begabung einmal nutzbringend anwenden kann.« Der Russe nickte. »Ich hoffe es auch – für Sie, Mira. Denn ich bin wohl zu alt, mich zu den Spielen zu melden, falls das Gerücht wirklich stimmen sollte. Man würde mich beim ersten Zug umbringen.« »Sie sind ein guter Spieler, Bulgatow.« »Aber kein guter Kämpfer, Mira.« Als sie aufstehen wollten, betrat Waldstorm den Raum. Er entdeckte Mira und kam auf sie zu. »Der Kommandant möchte Sie sprechen.« »So spät noch?« Sie sah auf die Uhr. »Zehn ist es gleich.« »Ich bringe Sie zu ihm. Gute Nacht, Bulgatow.« Der Russe warf Mira einen fragenden Blick zu. »Gehen Sie nur, Bulgatow«, sagte Mira. »Vielleicht unterrichten Sie Aleks noch, damit er sich keine Sorgen macht. Lange kann es ja nicht dauern.« Sie nickte Waldstorm zu. »Also, ich bin soweit.« Waldstorm ging voran. Bulgatow winkte Mira noch einmal zu, denn verließ auch er den Raum, um 144

Aleks zu unterrichten. Es war nicht ungewöhnlich, daß der Kommandant Major Lendoka abends noch einen der Gefangenen zu sprechen wünschte, besonders dann, wenn dieser ein Anliegen vorgebracht hatte. Tagsüber war zu wenig Zeit für Gespräche. Doch Bulgatow konnte sein Mißtrauen nicht ganz überwinden. Auf dem Weg zu Aleks überlegte er sich, ob es nicht besser gewesen wäre, den beiden heimlich zu folgen. Aleks war ebenfalls sofort hellwach. Er hatte schon im Bett gelegen. »Zum Kommandanten?« In fliegender Eile zog er sich wieder an. »Da stimmt was nicht, Bulgatow. Ich wette, er versucht einen Trick. Wecken Sie Ceccato. Wir müssen uns um Mira kümmern.« Inzwischen hatten Waldstorm und Mira das Gebäude verlassen und standen draußen im schwachen Licht der Sterne. Als der Abteilungsleiter weiterging, blieb sie stehen. »Das ist die falsche Richtung, Waldstorm. Das Haus der Kommandanten liegt dort drüben.« Sie deutete nach rechts. »Wo wollen Sie hin?« »Wir haben vorher noch etwas im Labor zu holen, Mira. Nun kommen Sie schon.« Mira wußte, daß Waldstorm nicht dort wohnte, und das beruhigte sie. Er hatte also nicht vor, sie mit auf sein Zimmer zu nehmen. Aber was wollte er mit ihr im Labor? Und was wollte er dort holen? Was hatte das mit dem Kommandanten zu tun? Wortlos folgte sie ihm. 145

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