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Todesschach

auf die Schritte vor

auf die Schritte vor Ihrer Tür. Sie könnten Ihren Tod bedeuten.« Der Bildschirm erlosch jäh von einer Sekunde zur anderen. Bender und Larko starrten gegen die dunkle Fläche und warteten auf eine Erklärung, irgendeine Beruhigung, aber sie kam nicht. Der Schirm blieb dunkel. Die Stationen hatten abgeschaltet. Alle Stationen! Bender holte tief Luft. »Verflucht!« sagte er. Und dann noch einmal: »Verflucht! Wir hätten diesen Grödig rechtzeitig aufs Schachfeld schicken sollen!« Larko schüttelte den Kopf. »Das wäre keine Lösung für unsere Probleme gewesen. Ich fürchte, nun wird er uns in die Arena schicken, einen nach dem anderen, Sie und mich – und eines Tages auch Breda.« Oberst Rangel nickte Dr. Holgers, dem technischen Leiter der vereinigten TV-Gesellschaften zu. »Nun, Doktor, was sagen Sie? Ist das eine Sache oder nicht?« »Ich habe kein gutes Gefühl dabei, Oberst, wenn ich ehrlich sein darf. Und ich möchte Sie daran erinnern, daß Sie mich zu diesem Theater gezwungen haben. Ich bin Ihr Gefangener, wenn man es objektiv sieht.« »Reden Sie doch keinen Unsinn, Doktor. Sie haben nie in Ihrem Leben eine bessere Sendung ausstrahlen können. Alle Welt muß an ihre Echtheit 160

glauben, und ich nehme an, es werden bald von Seiten der Regierung aus Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Dann wird es erst richtig spannend. Wir werden die zu erwartenden Angriffe der Soldaten übertragen und in alle Welt schicken. Es wird die größte Unterhaltungssendung, die wir je erlebten.« »Und der heilsamste Schock, den wir jemals produzieren konnten«, warf Kern ein. »Die Folgen sollten nicht ausbleiben.« »Da ist nur ein Problem«, meinte Holgers mit Besorgnis in seiner Stimme. »Und das wäre?« erkundigte sich Kern. »Die Untergrundbewegung Grödigs, Kern. Wir hatten keine Gelegenheit, sie zu informieren, und Grödig hat sie natürlich in seiner Rede aufgefordert, die Initiative zu ergreifen. Im ganzen Land, in der ganzen nördlichen Hemisphäre wird es Unruhen geben. Ihre Freunde werden Grödigs Aufruf befolgen und bei der Gelegenheit die Sicherheitsbehörden über ihre eigene Tätigkeit informieren. Mit anderen Worten: Sie werden sich überall verraten und festgenommen werden. Aber vielleicht ist das der Preis, den wir für diese einmalige Sendung bezahlen müssen.« »Sie geben also zu, daß sie einmalig ist?« vergewisserte sich Rangel, der nur noch an seine Sendung dachte. »Darüber bin ich sehr froh. Ihr Eingeständnis wird mir bei den späteren Honorarverhandlungen zugute kommen.« Holgers gab keine Antwort. 161

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