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Todesschach

* Es klopfte an der

* Es klopfte an der Tür. In Begleitung von zwei Offizieren betrat Grödig den Raum. Er war in der augenblicklichen Situation klug genug, die Tatsache zu ignorieren, daß alle bis auf ihn bewaffnet waren. Obwohl er die Wahrheit erst seit Stunden kannte, machte er einen gefaßten Eindruck. Er nickte seinem Adjutanten zu, als er sich setzte. »Ich kann nur hoffen, daß Ihre Idee gut war. Ich habe nie etwas von einer Untergrundbewegung gewußt, Rangel. Gibt es sie wirklich? Und wenn es sie gibt, wird sie zuschlagen?« »Wir sind davon überzeugt, Grödig. Soweit wir informiert sind, warten Ihre Freunde schon lange auf eine Chance, offen für Sie einzutreten. Sie müssen annehmen, daß Ihnen die Machtübernahme bereits halb geglückt ist. Ich sah keine andere Möglichkeit, sie wachzurütteln. Auf der anderen Seite werden die Regierungsmitglieder und ihre Freunde so schockiert sein, daß sie in ihrem Handeln gelähmt sind. Bis Gegenmaßnahmen ergriffen werden, können Sie, Grödig, Ihr Ziel bereits erreicht haben.« Grödig nickte. »Nur eines stört mich, Rangel: Die Welt muß glauben, ich hätte es bereits erreicht, dabei sitze ich noch immer in diesem Palast, ein Gefangener der TV-Gesellschaften. Warum?« »Es ist besser so. Wir müssen uns absichern, verstehen Sie das doch. Wenn Ihr Staatsstreich mißlingt, 162

können wir immer noch behaupten, alles sei nur ein Spaß gewesen. Das ist auch besser für Sie, Grödig. Sie haben den Spaß eben mitgemacht. Verstehen Sie?« »Ich versuche es. Die Mentalität meiner Zeitgenossen im vorigen Jahrhundert unterschied sich doch erheblich von jener der heutigen.« Er warf Rangel einen forschenden Blick zu. »Sagen Sie, Oberst, warum tun Sie das alles? Sie wollen mir doch nicht allen Ernstes erzählen, daß Sie mich wirklich an der Macht wünschen? Was hätten Sie davon?« Oberst Rangel ließ sich nicht aus der Fassung bringen. »Ihre Dankbarkeit, Grödig. Mehr nicht.« Grödig nickte langsam. »Das wäre ein glaubwürdiges Motiv, weil es menschlich ist. Und von meiner Dankbarkeit erwarten Sie sich Vorteile für Ihr weiteres Fortkommen? Protektion, Beförderung – und so weiter?« »Richtig, Grödig, so ist es.« Wenn Grödig nicht überzeugt war, so ließ er es sich nicht anmerken. Er sah Kern an. »Und Sie? Was ist mit Ihnen?« »Ich bin schon lange Mitglied der Untergrundbewegung, Sir. Unser Ziel ist es, Sie an der Spitze der Regierung zu wissen. Uns sind alle Mittel recht, das zu erreichen. Oberst Rangel bedeutet uns eine große Hilfe. Ohne ihn würde es schwerer, vielleicht unmöglich sein.« Dr. Holgers interessierte sich weniger für die poli- 163

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