Aufrufe
vor 6 Monaten

Todesschach

um eine

um eine Weiterentwicklung des Schachspiels der mittelalterlichen Maharadschas, die mit lebenden Figuren zogen und schlugen. Kofoltow kombinierte dieses an sich harmlose Spiel mit den Gladiatorenkämpfen der altrömischen Kaiserepoche. Das Spiel mit dem Tod hatte schon immer seine Reize gehabt, auch in der modernen und angeblich so humanen Zeit. Aber selbst die Rennfahrer auf den Pisten spielten mit ihrem Leben, und die Zuschauer ergötzten sich am Nervenkitzel. Und oft waren es auch gerade diese Zuschauer, die ihre Sensationsgier mit dem Leben bezahlten. Kofoltow vertrat die Ansicht, daß Todesschach humaner als Autorennen war, denn beim Spiel konnte nur der getötet werden, der sich freiwillig dazu meldete. Und jede der Figuren war ein Freiwilliger. Das Gesetz verbot, daß jemand zur Teilnahme am Spiel gezwungen wurde. Die beiden Spieler selbst, die in ihren Luftjachten hoch über dem Gelände standen und das Geschehen leiteten, riskierten zwar nicht ihr Leben, wohl aber ihren Ruf und ihr Vermögen. Denn obwohl die Fernsehgesellschaften enorme Summen zahlten, genügte das nicht allein, die Kosten des Spiels zu tragen. Dem Sieger winkten Popularität und Reichtum, dem Verlierer oft der finanzielle Ruin. Auch das gehörte zum Nervenkitzel für die Massen, die sich vor ihren Bildschirmen fast zu Tode gelangweilt hatten – bis Professor Kofoltow das Spiel erfand. Grams verschmolz mit dem Laub, als er den 18

Springer sah. Die schwarze Figur setzte über den Graben und blieb unter einem Baum reglos liegen. Für eine Sekunde blitzte der Lauf der Waffe im Schein der silbernen Mondsichel. Grams war fünfzig Jahre alt geworden, ehe er sich zum ersten Mal zu einem Spiel meldete. Er wußte nicht mehr, wieviel Gegner er im Verlauf der letzten beiden Jahre getötet hatte, aber er wußte, daß auf seinem Bankkonto bald genug Geld lag, das ihn selbst zum Spieler machen konnte. Noch drei oder vier Spiele, und er hatte es geschafft. Oder er war tot. Der Springer mußte klein und schmächtig sein, vielleicht noch sehr jung. Soviel hatte er noch sehen können, ehe er in der Deckung verschwand. Aber was machte das schon? Wer sich meldete, mußte den Tod einkalkulieren. Immerhin handelte es sich nicht um ein dummes Glücksspiel, sondern Mut, List und Intelligenz entschieden über den Ausgang eines Duells. Kofoltow hatte erklärt, daß der Selbstmord eines Verzweifelten nach einem verlorenen Roulettespiel ungleich grausamer und unmenschlicher sei als das Todesschach. Der Springer trug seinen Namen zu recht. Mit einem blitzschnellen Satz wechselte er seine Stellung und verschmolz erneut mit dem Boden. Diesmal lag er im Schatten, unsichtbar und sicher. Grams fluchte in sich hinein, denn nun mußte er doppelt aufpassen. Wenn er den anschleichenden Springer verlor, konnte das gefährlich für ihn werden. 19

Spielmagazin de - Carlit
Besser spielen mit Patrik Kühnen - Patricio Sport Events
Nummer 64 - Chess Evolution Weekly Newsletter
Jugendschach - Kompletter Schachkurs für Jugendliche, Lektion 4
Lehrgang zum Schulschachpatent
Oberliga: Leistungsgerechtes 4:4 gegen Biberach mehrere ...
Regeln BC10 - Richter-Reichhelm im Internet
Regelfragen und Antworten 1
Auftakt in der Oberliga: Klarer Heimsieg über Biberach Gmünder ...
Schachverein Königsspringer 1929 eV Großauheim Springer Post 6 ...
Die Grundlagen - humboldt
Stammheim beginnt der Prozeß gegen den harten Kern de
sportissimo - blsv
Regelfragen und Antworten 3
Broschüre Paintball fü Beginner - MBQ Paintball Events
Backgammon Spielanleitung/ Spielregeln - Luudoo
Technik: Pass / Schuss (Innenseite) - Sportmedizin - Universität ...