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Todesschach

»Ja, Sie dürfen. Gegen

»Ja, Sie dürfen. Gegen Grams, einen erfahrenen Mann.« Mira hielt die Luft an und blieb ganz ruhig. Sie hatte den Namen nur schon zu oft gehört, damals, als sie noch frei gewesen war. Grams, der Spezialist für Todesschach, ein Mann, der schon Dutzende von Spielen bestanden hatte. Nun war er zum Spieler geworden, wie nicht anders zu erwarten. Larko hatte Weiß und damit den ersten Zug. Mira erhielt ihre handliche Maschinenpistole und zwei gefüllte Magazine. Eine letzte Funkprobe ergab, daß die Verbindung zum Kommandogleiter funktionierte. Das Spiel konnte damit beginnen. Nun war jeder für sich allein, mit der Welt nur durch die einseitige Bildübertragung verbunden. Grams also! Ob Thorn diesen Grams kannte? Das Spielfeld lag inmitten eines Waldes, eine riesige nahezu quadratische Lichtung mit deutlich sichtbaren Gräben und künstlich aufgeschichteten Hügeln auf den einzelnen Feldern. Die Banner waren bereits aufgestellt worden. Inzwischen waren die Würfel gefallen. Mira lief hundert Meter durch den ersten Graben und erreichte ihr Feld. Bevor sie es betrat, überzeugte sie sich davon, daß ihr Umhang richtig saß. Er war weiß, und in der Mitte eines kleinen, runden Flecks stand der weiße Springer, den sie verkörperte. Über ihr im blauen Himmel kreisten zwei silberne Punkte – die Kommandogleiter von Larko und 190

Grams, die das Spiel ihres Lebens spielten. Und von dort aus waren auch die Kameras auf die Felder gerichtet. Mira wußte, daß in diesem Augenblick Millionen von Menschen ihr Gesicht sehen konnten. Sie betete, daß Thorn unter ihnen war. Sie konnte nicht ahnen, daß Thorn ihr gegenüberstand, durch sechs Felder getrennt. Noch bestand keine Gefahr. Weiß eröffnete die Partie. Ein Funkzeichen, das alle hören konnten, unterrichtete sie davon. Ohne auf Deckung zu achten, betrat sie das Feld und sah sich um. Es gab genug Verstecke, in denen sie einen Gegner erwarten konnte, aber die Position des Springers machte es wahrscheinlicher, daß sie jemanden schlagen mußte. Hoffentlich keinen Bauern, denn sie würde dann eine schlechtere Waffe erhalten. Immerhin besser als der Tod. Das Signal ließ sie zusammenzucken. Das darauf folgende Schweigen verriet ihr, daß wahrscheinlich ein weißer Bauer das Spiel begann. Sie fand eine flache Mulde zwischen dichten Büschen und legte sich auf den Boden. In aller Ruhe überprüfte sie ihre Waffe und entsicherte sie. Noch konnte ihr das Infragerät nicht viel helfen, denn es war Tag. Erst in der Nacht war der Vorteil ganz auf ihrer Seite. Nur das Nachbarbanner konnte sie sehen, aber das half ihr nicht viel. Sie mußte sich auf ihr Gehör verlassen. Und je mehr sie darüber nachdachte, desto unzuverlässiger erschien ihr diese Methode. Wenn 191

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