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Todesschach

gerichtet wie ein

gerichtet wie ein gigantisches Hauptquartier mit allen technischen Möglichkeiten moderner Nachrichtenübermittlung? Bildschirme, Visiphone, Befehlskontrollpulte, Waffenzentralen, Sendestationen … was immer Sie wollen. Und dann lassen wir ihn regieren. Und sein Tun und Lassen geht über die Kanäle der Welt, teils als Abschreckung, teils zur Ermunterung. Wie man will.« Bender schüttelte den Kopf. »Sie sind verrückt, Larko. Glauben Sie im Ernst, die Regierung würde ein solches Projekt finanzieren?« »Ja, wenn man ihr die Vorteile klarmacht. Die Masse des Volkes hat wieder ihren Spaß, und er kostet nicht einmal viel. Und Grödig ist zur Lächerlichkeit verurteilt, denn niemand wird ihn dann noch ernst nehmen.« Larko rückte den Sessel ein wenig zur Seite, um Bender besser sehen zu können. »Sie wissen doch hoffentlich, daß es bereits illegale Gruppen gibt, die Grödig zur Macht bringen wollen, und zwar allen Ernstes. Er hat es verstanden, die alten und längst vergessenen Ressentiments gegen die südliche Welt wieder aufleben zu lassen. Afrika, Asien und Südamerika horchen auf. Grödig, ein Faschist – oder wie man das einst nannte. Er wird den Norden für den Krieg vorbereiten. So denkt man. Wir müssen etwas dagegen tun.« Bender dachte nach. Was Larko sagte, klang einleuchtend. Die Gefahr Grödig war eine Realität, wenn auch die Regierung noch glaubte, leicht mit ihr 24

fertig werden zu können. Sie schien jedoch vergessen zu haben, daß ein toter Märtyrer mehr Schaden anrichten konnte als ein lebendiger Fanatiker. Sie vergaß die Untergrundbewegung Grödigs. »Ich werde Sie morgen in der Sitzung des Nord- Parlamentes unterstützen, Larko. Wenigstens in diesem Punkt. Grödig muß zur Fernsehshow werden. Er soll glauben, die Welt zu beherrschen, dann wird er endgültig die Maske fallen lassen – und nichts als Haß ernten. Damit ist er erledigt.« Larko lächelte noch immer. »Fein, daß wir uns einig sind.« Er deutete zum Bildschirm. »Wollen wir kurz einschalten, um zu sehen, ob Grams noch lebt?« Bender nickte. Grams lebte noch. Die einzelnen Spielfelder waren nicht identisch, und das dem Läufer abgenommene Feld kannte er nicht. Es gab immer nur ein Merkmal, das auf jedem der vierundsechzig Felder zu finden war: der zehn Meter hohe kahle Hügel in der Mitte. Die Sichel des Mondes leuchtete stärker als zuvor. Der Schein warf schwache Schatten und ließ Einzelheiten erkennen, wenn man gute Augen hatte. Und Grams hatte sehr gute Augen. Endlich, nachdem er eine halbe Stunde gewartet hatte, sah er das metallische Aufblitzen in der Finsternis der Mulde. Der Springer war unvorsichtig gewesen und hatte den Lauf der Waffe soweit ange- 25

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